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VIACTIV Krankenkasse

Was ist die Booster-Impfung?

von Tina Belke | 23.09.2021
3min Lesezeit

Seit September gibt es die Möglichkeit für eine dritte Impfung gegen Corona. Für wen ist sie geeignet und was muss man beachten?

Eigentlich ist eine Booster-Impfung schlicht und einfach eine Auffrischungsimpfung. Doch das englische Wort Booster, das ins Deutsche übersetzt „Verbesserung“ oder „Verstärker“ bedeutet, lässt auch darauf schließen, dass die damit gemeinte dritte Impfung gegen Corona den Impfschutz erheblich verbessern könnte. Und genau so soll es sein: Das Immunsystem soll einen extra Schub bekommen, um eine Infektion mit SARS-CoV-2 noch besser abwehren oder – im Falle eines Impfdurchbruchs – bewältigen zu können.

Nur 0,03 Prozent Impfdurchbrüche

Zwar machen Ärzte und Wissenschaftler ebenso wie aktuelle Studien aus Großbritannien und Israel nach wie vor deutlich, dass die herkömmliche vollständige Impfung gegen Covid-19  gut vor schweren Verläufen schützt. Allerdings geht der Schutz vor einer Infektion an sich seit der Ausbreitung der Delta-Variante mit diesen Impfungen ganz leicht zurück, was für ältere und besonders für immunschwache Menschen die Möglichkeit erhöhen kann, sich trotz Impfung zu infizieren. Zwar sind diese sogenannten Impfdurchbrüche ausgesprochen selten, in Deutschland treten Sie bis zum 1. September bei gerade mal 0,03 Prozent der Geimpften auf. Laut Robert-Koch-Institut fielen bis zu diesem Tag 15.887 Impfdurchbrüche nach vollständiger Impfung auf 50,6 Millionen vollständig Geimpfte – bei denen zum Teil aber die zwei Wochen nach der zweiten Impfung noch nicht vergangen waren, die zur größtmöglichen Immunisierung gebraucht werden.

Für diese Gruppen ist die Booster-Impfung sinnvoll

Aber selbst wenn es zu einem Impfdurchbruch kommt: Bei sonst gesunden Menschen ist dabei auch nicht mit einem schweren Verlauf zu rechnen. Trotzdem könnten mit dem Booster speziell die Schwachen und Vorerkrankten nochmal besonders geschützt werden. Darüber sind sich auch Virologen wie Christian Drosten von der Berliner Charité einig. Drosten sagte jüngst, er halte eine Auffrischungsimpfung für die meisten Menschen im Herbst für nicht notwendig – jedoch bei Älteren und bei Risikopatienten wie etwa Krebserkrankten oder Organtransplantierten. Bei beiden Gruppen sei das Immunsystem unter Umständen nicht mehr so leistungsfähig wie bei jüngeren, gesunden Menschen. Es ist ein natürlicher Prozess, dass seine Kraft mit dem natürlichen Alterungsprozess nachlässt.

Für die dritte Impfung empfohlen werden von Experten wie zum Beispiel Carsten Watzl, Professor für Immunologie am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund, mRNA-Impfstoffe wie von BioNTech/Pfizer oder Moderna. Er empfiehlt für die dritte Dosis sogar sogenannte Kreuzimpfungen, also einen mRNA-Impfstoff, auch wenn vorher ein Vektorimpfstoff wie AstraZeneca verabreicht wurde. Laut seiner Aussage wird die Immunreaktion mit jeder Impfung besser. Die Antikörper könnten Erreger nach einer dritten Impfung noch besser erkennen und bekämpfen, dazu bildeten sich mehr Gedächtniszellen, die die Zeit des Schutzes verlängern würden. Auch das wäre ein Vorteil für ältere Menschen, deren Immunsystem mit der Zeit nachlässt.

Die Ständige Impfkommission forscht aktuell noch

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) befürwortet mittlerweile eine dritte Impfung. Nachdem sie bis vor Kurzem argumentiert hatte, die Impfstoffe würden in anderen, benachteiligten Teilen der Welt dringender benötigt, stellt sie seit Ausbreitung der Delta-Variante nun auch den Schutz besonders gefährdeter Menschen in den Vordergrund. Dennoch sei es wichtig, auch in Ländern mit sehr geringer Impfquote genügend Impfstoff bereitstellen zu können. Unter anderem auch, weil die Wahrscheinlichkeit für Mutationen steigt, je mehr Menschen infiziert sind.

Eine eindeutige Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) für den Booster gibt es im Moment allerdings noch nicht. Die Expertinnen und Experten dort sammeln aktuell noch Daten und werten sie aus und wollen sich frühestens Ende September oder Anfang Oktober genauer äußern.

 

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