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Was Sie gegen Migräne tun können

von Lena Burghardt | 17.10.2019
5min Lesezeit

Wenn Sie an Migräne leiden, kennen Sie das: stechende, pochende oder pulsierende Schmerzen und Alltagspläne, die oft über den Haufen geworfen werden müssen. Ausruhen ist das Einzige, das jetzt noch hilft – oder? Was können Sie tun und welche nicht-medikamentösen Mittel gibt es?

Was ist Migräne?

Migräne bezeichnet starke Kopfschmerzen, die oft einseitig im Kopf auftreten und häufig mit Begleiterscheinungen, wie Schwindel, Übelkeit und Überempfindlichkeit auf verschiedene Einflüsse, einhergehen. Anders als bei Kopfschmerzen und kennzeichnend für Migräne ist, dass Bewegung den Schmerz verstärkt. Für viele Menschen heißt es während einer Migräne dann nur noch auf das Sofa legen und ausruhen – zu Recht.

Warum ich?

An Migräne leiden circa 10 Prozent der erwachsenen Bevölkerung. Migräne ist eine häufige Erkrankung, die in allen Altersgruppen auftreten kann, insgesamt ist die Erkrankung jedoch bei Frauen weiter verbreitet als bei Männern. Des Weiteren ist eine genetische Veranlagung oft der Grund für die anfallsartigen Kopfschmerzen.

Wie entsteht der lästige Schmerz?

Die genaue Entstehung und Ursache von Migräne ist unklar und es kann auch bei jedem Menschen individuell aufgrund von unterschiedlichen Komponenten auftreten. Offensichtlich wird der Schmerz jedoch durch äußere Faktoren gefördert. In stressigen und hektischen Phasen oder bei zu wenig Schlaf tritt Migräne oft auf. Vielleicht kommt es Ihnen bekannt vor, dass Migräne oft zu Beginn des Wochenendes oder des Urlaubs anfängt, sobald der Stress nachlässt und Sie selbst zur Ruhe kommen.

Nehmen Sie Nahrung und Flüssigkeiten in unregelmäßigen oder zu geringen Mengen auf, kann auch dies die Attacken begünstigen. Des Weiteren kann manchmal die Einnahme gewisser Medikamente Auslöser sein. Auch hormonelle Veränderungen innerhalb des Menstruationszyklus wirken sich auf die Anfälle aus: So treten die Schmerzen bei Frauen oftmals zu Beginn der Regelblutung auf.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Es gibt viele verschiedene Formen von Migräne und beinahe jeder hat individuelle Beschwerden. Ihr Arzt kann Ihnen am besten sagen, welche Therapie sich bei der Art Ihrer Migräne empfiehlt. Die Diagnose stellt Ihr Arzt in einem Gespräch fest, in dem er Sie zuerst zu Ihren Beschwerden befragt. Hierzu werden Kriterien wie Häufigkeit des Auftretens, Art und Dauer der Schmerzen, Stärke und Lokalisierung festgestellt, aber auch einhergehende Begleitsymptome. Für die Diagnostizierung kann ein von Ihnen geführtes Kopfschmerztagebuch helfen, in dem Sie selbst jedes Detail des akuten Migräneanfalls aufschreiben.

Den Schmerz beschreiben die Betroffenen als pochend, stechend oder pulsierend. Meistens tritt er halbseitig auf, er kann sich aber auch in beiden Kopfhälften bemerkbar machen und beherrscht dabei größtenteils den vorderen Kopfbereich in Höhe der Stirn, Augen und Schläfen. Leider ist es damit oft nicht genug: Manchmal geht eine Migräne mit einer vorherigen Aura einher. Diese Aura kann wenige Stunden, aber auch ein paar Tage andauern. Sie ist quasi eine Ankündigung der klassischen Migräne-Attacke und ist vor allem gekennzeichnet durch Sehstörungen.

Welche Therapien gibt es?

Schmerzmittel können den akuten Schmerz der Migräne lindern. Allerdings führen Sie am besten über die Einnahme von Medikamenten und vor allem Schmerztabletten ein Beratungsgespräch mit Ihrem Arzt. Dieser passt die medikamentöse Therapie dann an Ihr individuelles Migräneleiden an.
Ein Kopfschmerztagebuch ist ebenfalls hilfreich. Denn Sie selbst haben so durch Ihre Einträge den Überblick darüber, welche Faktoren die Migräne bei Ihnen fördern und welche Einflüsse und welches Verhalten sie womöglich wieder abschwächen.
Die Behandlung mit Akupunktur kann bei manchen Migräne-Patienten ebenfalls anschlagen. In vielen Fällen wurde schon vieles versucht um eine Besserung zu erzielen, sodass Akupunktur eine Überlegung und ein Versuch wert sein können.
Alternativ können Sie es bei Migräneanfällen mit Hausmitteln versuchen. Selbstverständlich ist die Wirkung vieler dieser Arzneien nicht erwiesen, allerdings ist es einen Versuch wert, ob es bei Ihnen hilft, den Schmerz zu lindern.

Was kann die Hausapotheke gegen Migräne tun?

Kaffeetrinker können sich freuen, denn als Schmerzmittel-Alternative gilt Kaffee mit Zitrone. Hierfür einfach den Saft einer halben Zitrone zu einer Tasse Kaffee hinzugeben.
Aus Ingwer und Minze lässt sich ein leckerer Tee aufgießen. Durch seine Inhaltsstoffe kann er schmerzlindernd aufmunternd wirken.
Lavendelöl kann sich beruhigend und entspannend auf den Körper auswirken. Eine Massage an den Schläfen mit einer Lavendeltinktur oder die Inhalation mit Lavendel sind deshalb einen Versuch wert, den Migräne-Schmerz zu lindern.
Pestwurz und Mutterkraut wurden ebenfalls bereits von einigen Migränebetroffenen als hilfreich empfunden.
Trinken Sie außerdem ausreichend Wasser. So verhindern Sie eine Verschlimmerung des Schmerzes, der aus einem Flüssigkeitsmangel resultieren könnte.

Sportlich gegen den Schmerz?

Als präventive Maßnahme kann Ihnen Sport helfen. Indem Sie mehr Bewegung wie Walken oder Joggen in Ihren Alltag integrieren, können Sie bewirken, dass Migräne seltener auftritt. Vor allem auch die kleinen Dinge wirken Wunder: Parken Sie das Auto beim nächsten Mal ein wenig weiter weg oder nehmen Sie die Treppe statt den Aufzug.
Aber: Bei akuter Migräne sollten Sie jedoch tatsächlich auf die Bewegung verzichten und sich lieber schonen.

Fazit

Gegen Migräne gibt es bislang leider kein Wundermittel. Auch zu den genauen Entstehungsursachen hat die Forschung noch keine Einigkeit erzielt. Die richtige Behandlungsmethode für sich selbst zu finden bedarf oft langer Zeit und auch die Therapie braucht möglicherweise ein wenig Zeit um Anklang zu finden.
Finden Sie für sich selbst heraus, was Ihnen dabei hilft, dem Schmerz vorzubeugen und ihn zu behandeln. Mit einem Gang an die frische Luft können Sie kaum etwas falsch machen und eine gesunde Lebensweise wirkt sich natürlich positiv auf Krankheitsbilder wie Migräne aus. Vermeiden Sie Stress und hören Sie gut auf die Signale Ihres Körpers.

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