Grillen mal anders!

Das sommerliche Grillvergnügen ist auch heute noch meist eine Domäne der Fleischesser, für Vegetarier bleiben allzu häufig nur die Beilagen. Doch wir drehen den Grillspieß einfach um und legen leckere und gesunde Gemüse, Käse oder Tofuprodukte auf den Grill! Auch Beilagen wie Brot oder Kartoffeln lassen sich prima nebenbei garen, ergänzt durch Dips, Chutneys oder Kräuterbutter. Und zum Nachtisch gibt es gegrillte Obstspezialitäten. Auch überzeugte Fleischesser werden begeistert sein!

Gegrilltes Gemüse

Viele Sommergemüse sind zum Grillen bestens geeignet: Zum Beispiel Paprika, Zucchini, Auberginen, Tomaten, Pilze, Zwiebeln oder Mais. Generell benötigt Gemüse weniger Hitze als Fleisch zum Garen. Feste Gemüse wie Mais, Fenchel oder Möhren besser vorkochen, auch Zwiebeln kann man leicht dünsten. Egal ob als Spieß, direkt vom Grill oder aus Aluschalen: Gemüse klebt nicht fest, wenn es mit Öl bestrichen wird. Hier ergeben sich bereits erste Geschmacksvariationen, denn das Öl kann mit verschiedenen Kräutern oder Knoblauch aromatisiert werden. Außerdem hat Olivenöl eine andere Geschmacksnote als Sonnenblumenöl. Würzöle wie geröstetes Sesamöl oder Nussöle, die nicht hoch erhitzt werden sollten, werden erst auf dem Teller auf die gegarten Gemüse geträufelt.

Wenn Sie Holzspieße verwenden, sollten Sie diese zunächst gut wässern. Einfach nach Geschmack gemischte Gemüse abwechselnd auf die Spieße stecken: Zucchini in dicke Scheiben schneien, Paprikaschoten entkernen und achteln, Maiskolben in Stücke schneiden, große Zwiebeln in Viertel schneiden, kleine Champignons und Kirschtomaten verwenden. Das Gemüse mit Öl bestreichen und mit Kräutersalz würzen. Während des Grillens mehrmals wenden, bis alles schön gebräunt ist.

Zunächst die Auberginen längs in 1 cm dicke Scheiben schneiden, Salz zwischen die einzelnen Lagen streuen und die Auberginen auf diese Weise entwässern. Dann sorgfältig trocken tupfen, mit Öl bestreichen und auf dem Rost von beiden Seiten grillen. Oder die Auberginenscheiben panieren mit einer Mischung aus etwas Butter, geriebenem Parmesan und gepressten Knoblauchzehen. Zum Grillen in diesem Fall besser Alutabletts verwenden.

Gemischte Gemüse lassen sich auch sehr gut in selbst geformten Päckchen aus Alufolie grillen. Die einzelnen Gemüse in kleine Stücke schneiden, mit Knoblauch, frischen Kräutern, Oliven und eventuell gewürfeltem Schafskäse in Alufolie einschlagen. Etwa 15 Minuten grillen. Dann mit frisch gemahlenem Pfeffer würzen.

Käse vom Grill

Probieren Sie mal Mozzarella, Schafskäse oder Ziegentaler. Diese Sorten werden in Alufolie gegrillt, die Päckchen werden nicht gewendet. Kennen Sie Halloumi? Dabei hanelt es sich um einen zyprischen halbfesten Käse, der auch beim Grillen oder Braten seine Form behält. Ursprünglich wurde er zumeist aus Schafsmilch hergestellt, später dann auch aus Kuhmilch oder Ziegenmilch. Halloumi ist im gesamten vorderen Orient beliebt und wird auf verschiedene Weise zubereitet.

Halloumi kann ohne Alufolie direkt auf den Grillrost gelegt werden, er behält seine Form und tropft nicht durch den Grill. Einfach mit Öl bestreichen und von beiden Seiten goldbraun grillen. Dazu eine Sauce reichen: Eine kleine rote Zwiebel, frische Pfefferminzblättchen und einige schwarze, entsteinte Oliven fein hacken, dann mit der abgeriebenen Schale einer unbehandelten und ungespritzten Zitrone, Olivenöl, etwas Honig und Zitronensaft verrühren.

Zum Grillen verwenden Sie am besten kleine Mozzarella-Kugeln, besonders schmackhaft ist echter Büffel-Mozzarella. Sie können aber auch eine große Mozzarella-Kugel in Stücke oder Scheiben schneiden. Falten Sie aus Alufolie ein kleines Päckchen, das Sie mit Olivenöl bestreichen. Mischen Sie nun in dem Päckchen den Mozzarella mit Kirschtomaten, die Sie je nach Größe halbieren. Optisch macht sich eine Mischung aus roten und gelben Tomaten besonders gut. Nun das Päckchen zusammenfalten und auf den Grill legen, bis der Käse zerläuft und die Tomaten so weich sind, dass sie ihr volles Aroma entfalten. Vor dem Servieren noch mit frischem Basilikum und gemahlenem Pfeffer verfeinern!

Für dieses Rezept sollten Sie echten Schaf-Feta, eventuell mit Ziegenmilch gemischt, einkaufen. Feta aus Kuhmilch ist immer nur zweite Wahl. Falten Sie aus Alufolie eine rechteckige Form mit Rand und bestreichen Sie diese mit Olivenöl. Nun kommt zuerst der Feta hinein. Reichlich Knoblauchzehen abziehen, in Scheiben schneiden oder fein hacken, schwarze Oliven in Ringe schneiden und den Käse damit belegen. Das Ganze dann mit frischen Kräutern wie Thymian und Oregano würzen. Solange grillen, bis der Käse weich ist und die Kräuter intensiv duften.

Grillschälchen aus Alufolie für die Ziegentaler vorbereiten. Lavendelblättchen von den Stängeln zupfen, Blüten bereit legen. Achtung, nicht alle Lavendelsorten sind zum Verzehr geeignet, am besten auf dem Markt gezielt nach essbarem Lavendel fragen. Pinienkerne hacken. Die Ziegentaler mit einer Marinade aus etwas Olivenöl und flüssigem Honig bestreichen, mit Pinienkernen und Lavendelblättchen und -blüten bestreuen. Die Päckchen zusammenfalten und nicht zu lange grillen: Der Käse sollte weich sein, die Kruste leicht karamellisieren.

Gegrillte Beilagen

Ein frisches, leckeres Brot kommt beim Grillen immer gut an. Für das folgende Rezept brauchen Sie keinen Backofen, das Brot wird einfach nebenbei auf dem Grill gebacken. So können Sie ganz Ihrem Bedarf entsprechend laufend frisches Brot servieren. Sie müssen nur daran denken, den Hefeteig wegen der Ruhezeiten früh genug anzusetzen. 400 g Mehl mit 1/2 TL Kräutersalz in einer großen Schüssel mischen, 1/3 Würfel Frischhefe mit etwas Honig in gut 200 ml warmem Wasser auflösen und zusammen mit 4 EL Olivenöl zum Mehl geben. Alles zu einem geschmeidigen Teig verkneten, abgedeckt ruhen lassen, bis sich das Teigvolumen deutlich vergrößert hat. Den Teig in 10 Portionen teilen und zu kleinen, dünnen Fladen ausrollen. Nochmals abgedeckt etwa 15 Minuten gehen lassen. Dann auf dem geölten Rost etwa 10 Minuten grillen, dabei wenden. Sie bekommen eine Brotvielfalt, wenn Sie folgende Zutaten unter den Teig kneten: Pizzagewürz; kleingehackte, gedünstete Knoblauchzehen; gehackte, schwarze Oliven oder gehackte, in Öl eingelegte getrocknete Tomaten.

Kleine Kartoffeln mit Schale gründlich waschen, dann mit Olivenöl bestreichen und mit frischen, gehackten Kräutern wie Rosmarin, Salbei und Thymian in Alufolie wickeln. Einfach in die Glut legen und garen lassen. Zum Essen mit grobem Meersalz bestreuen und bei jungen Kartoffeln die Schale mitessen. Vorgekochte Kartoffeln sind deutlich schneller fertig.

Gegrillte Nachspeisen

Obst entweder direkt auf den sauberen Grillrost legen, auf Spieße stecken oder in Aluschalen grillen. In jedem Fall das Obst mit etwas Rapsöl bestreichen, damit es nicht haftet. Und Obst immer bei geringer Hitze grillen, damit es nicht verbrennt, bevor es gar ist.

Und jetzt geht es zur Sache

Bananen werden gleich in der Schale gegrillt. Wenn diese schwarz ist, sind die Bananen fertig. Nur noch längs aufschneien, mit Eis, Sahne oder Schokoraspeln garnieren und genießen. Oder eine würzige Joghurtcreme dazu servieren: Etwas griechischen Joghurt (10 % Fett) mit Zitronensaft, flüssigem Honig und Gewürzen wie Zimt oder Kardamom verrühren. Einfach lecker!

Pfirsiche halbieren und den Stein herauslösen. Mit Pfefferminzblättchen und etwas Honig würzen, in Alufolie einwickeln und auf dem Grill garen. Dazu passt Vanillesoße.

Ananas schälen, den Strunk herauslösen und in Scheiben schneiden. Ananas einfach pur grillen oder mit herzhaften Gewürzen wie Curry kombinieren. 

Auch Äpfel, Birnen oder Nektarinen eignen sich zum Grillen hervorragend. Einfach mal ausprobieren!

Tofuprodukte

Tofu wird aus Sojabohnen hergestellt und ist seit langem ein fester Bestandteil der asiatischen Küche. Zahlreiche auch zum Grillen gut geeignete Varianten wie Grillwürstchen oder Bratfilets sind im Handel erhältlich. Den eher mild schmeckenden Natur-Tofu können Sie aber auch sehr gut in einer Marinade Ihrer Wahl einlegen und dabei den Akzent auf Kräuter, Schärfe oder Knoblauch legen. Einfach etwas Öl mit Zutaten Ihrer Wahl vermischen und den Natur-Tofu darin längere Zeit marinieren. Probieren Sie außerem eine Panade aus Ei, Semmelbröseln und gemahlenen Nüssen. Fertige Tofuwürstchen sollten zum Grillen mit etwas Öl bestrichen werden, damit sie nicht zu trocken werden.

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