Männergesundheitsbericht

Versuch es nicht, tu es!

Wenn Männer ein Problem haben, lösen sie es. Das jedenfalls ist der gesellschaftliche Anspruch an den Mann, und Männer kommen diesem Anspruch nach. So ist die Lösung vieler an Depression erkrankter Männer für dieses Problem tragischerweise der Suizid: 74 % aller Suizidopfer sind Männer, 80 % von ihnen litten unter Depressionen. Aber Männer weisen nicht nur mehr Suizide auf als Frauen, sie haben ein generell höheres Krankheits- und Sterblichkeitsrisiko.

Männer sind das eigentlich schwache Geschlecht und bedürften einer besonderen Aufmerksamkeit. Diese Aufmerksamkeit wird jedoch Frauen zuteil. Ihre spezifischen Erkrankungen erfahren ein gesellschaftlich akzeptiertes, gleichbleibend hohes Interesse. Abtreibungen, Brustkrebs, Menopause, Magersucht, plastische Chirurgie und Reproduktionsmedizin sind immer wiederkehrende Themen in den Medien. Männerkrankheiten kommen dort praktisch nicht vor, vielleicht mit Ausnahme des Burnoutsyndroms, über das jedoch zumeist mit einem heroisierenden Unterton berichtet wird. Dabei wird das krankheitserzeugende Selbstbild des Mannes, der bis zur Selbstaufgabe arbeitet, also noch unterstützt.

Der Männergesundheitsbericht will das ändern. Er will zeigen, dass Männer ebenso eine genderspezifische Medizin „verdienen“ wie Frauen. Dem im Wege stehen jedoch die Befürchtungen der deutschen Gesundheitspolitik, durch die Anerkennung eines spezifischen gesundheitlichen Bedarfs von Männern zusätzliche Kosten für das Gesundheitssystem zu verursachen.

Der alternde Mann

Die so oft belächelte midlife-crisis des Mannes ist mitnichten nur eine Sinnkrise. Als ob es nicht schlimm genug wäre, dass die Karriere stockt und die Haare grau werden – nein, man legt auch noch an Gewicht zu und verliert im Ausgleich dafür an Muskelmasse. Ursache dafür ist eine Abnahme der Produktion männlicher Geschlechtshormone. Genau das, was einen Mann gemäß gesellschaftlicher Konvention und Selbstverständnis zu einem Mann macht, geht nun sukzessive verloren – Kraft, Initiative, Vitalität.

Denn sie wissen nicht, was sie tun

Dem jungen Mann geht es tendenziell auch nicht besser. Er verabredet sich mit anderen jungen Männern (18–21 Jahre), um zu viel Alkohol zu trinken und sich anschließend mit dem getunten Golf zu Tode zu fahren. Alternativ schubst er andere Männer vor die S-Bahn. Riskantes Verhalten ist vorwiegend eine Domäne von jungen Männern, die von Armut betroffen sind und einen niedrigen Sozialstatus aufweisen. Sie rauchen, sie essen zu viel Fritten und Chips, sie saufen und prügeln sich. Die Ursachenforschung hat Männlichkeitsideale und Testosteron als Faktoren auf dem Zettel. Das ist ein Anfang, ändert aber einstweilen noch nichts. Fazit: Männer sind kränker als Frauen. Sie haben einen besonderen, geschlechtsspezifischen Bedarf an Gesundheitsvorsorge – und -angeboten. Man muss Männern mehr bieten als den wohlmeinenden Rat, ihr riskantes Verhalten halt einfach mal einzustellen. Dafür setzt sich der erste deutsche Männergesundheitsbericht ein: www.stiftung-maennergesundheit.de 

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