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Verkrümmte Nasenscheidewand (Nasenseptumdeviation)

Autoren/Herausgeber: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

Einleitung

Die Nasenscheidewand teilt die Nase in eine rechte und eine linke Nasenhaupthöhle. Normalerweise liegt sie etwa in der Mitte der Nase, sodass beide Nasenhaupthöhlen ungefähr gleich groß sind. Ist die Scheidewand verbogen oder verschoben, spricht man von einer Nasenscheidewand-Verkrümmung. Der Fachbegriff ist Nasenseptumdeviation.

Nur wenige Menschen haben eine ganz gerade Nasenscheidewand. Eine leichte Verkrümmung verursacht aber meist keine Beschwerden. Je nachdem, wo die Krümmung besteht und wie stark sie ist, kann es jedoch zu Problemen beim Atmen durch die Nase, Schnarchen, Kopfschmerzen oder Nasenbluten kommen. Außerdem sind wiederholte Infekte, Erkrankungen der Nasennebenhöhlen und Entzündungen im Mund- und Rachenraum möglich.

Wenn die Beschwerden im Alltag stark belasten, kommt eine Operation infrage. Das Begradigen der Nasenscheidewand soll das Atmen durch die Nase verbessern und Folgeerkrankungen verhindern.

Auf einen Blick

  • Die Nasenscheidewand teilt die Nasenhaupthöhle in zwei Hälften.
  • Bei einer Nasenseptumdeviation ist die Scheidewand verbogen oder verschoben.
  • Das kann zu Problemen beim Atmen durch die Nase, Schnarchen oder Kopfschmerzen führen.
  • Auch Infekte, Erkrankungen der Nasennebenhöhlen sowie Entzündungen im Mund- und Rachenraum können häufiger auftreten.
  • Bei starken Beschwerden kommt eine Operation infrage.

Symptome

Das häufigste Anzeichen für eine verkrümmte Nasenscheidewand ist eine eingeschränkte Nasenatmung. Dazu kommt es, weil eine oder beide Nasenhaupthöhlen durch die Fehlstellung verengt sind. So strömt beim Einatmen weniger Luft durch die Nase und in die Nasennebenhöhlen. Oft sind auch die Schleimhäute geschwollen und dadurch die Nasenmuscheln vergrößert. Manchmal ragen kleine Wucherungen (Nasenpolypen) aus der Nasenschleimhaut, die das Atmen durch die Nase zusätzlich erschweren.

Die Grafik links zeigt eine gerade Nasenscheidewand, die Grafik rechts eine S-förmig verkrümmte Nasenscheidewand.

Gerade und S-förmig verkrümmte Nasenscheidewand

Weitere typische Beschwerden sind:

  • Kopfschmerzen
  • Schnarchen
  • Tagesmüdigkeit
  • Probleme beim Riechen
  • trockene Schleimhäute
  • Nasenbluten

Wie stark die Beschwerden sind, hängt vor allem davon ab, wie stark die Verkrümmung ist und wo sie sich befindet.

Die Nasenscheidewand stützt die gesamte Nase und formt den Nasenrücken. Daher sieht man eine Fehlstellung manchmal auch von außen. Der Fachbegriff dafür ist Schiefnase.

Ursachen

Eine verkrümmte Nasenscheidewand ist häufig wachstumsbedingt. Die Nasenscheidewand besteht aus einem vorderen, knorpeligen und einem hinteren, knöchernen Anteil. Wenn diese Anteile sowie die Gesichtsknochen unterschiedlich schnell wachsen, verbiegt sich die Scheidewand meist S- oder C-förmig.

Zu einer Verkrümmung kann es auch durch eine Verletzung kommen, etwa bei der Geburt oder durch einen Nasenbeinbruch. Dann ist die Nasenscheidewand oft unregelmäßig gekrümmt oder verwinkelt. Manchmal verschiebt sie sich zu einer Seite.

Eine Verkrümmung verursacht eher Beschwerden, wenn

  • sie sich im Bereich der Naseneingänge oder der vorderen Nase befindet,
  • zusätzlich die Nasenmuscheln vergrößert sind und
  • die Nase eine bestimmte Form hat (zum Beispiel schief ist oder die Nasenspitze nach unten zeigt).

Häufigkeit

Bei bis zu 80 % der Menschen ist die Nasenscheidewand verkrümmt. Doch nur ein kleiner Teil fühlt sich dadurch beeinträchtigt.

Folgen

Wenn die Verbindungswege zwischen Nase, Nasennebenhöhlen und Mittelohr verengt sind, kann Sekret nicht mehr richtig abfließen. Dadurch kann es zu Infekten und wiederholten Nasennebenhöhlen- oder Mittelohrentzündungen kommen.

Wer durch die Nase schlecht Luft bekommt, atmet automatisch mehr durch den Mund. Die eingeatmete Luft wird dann nicht wie bei der Nasenatmung befeuchtet und erwärmt. Das ist jedoch wichtig für den Gasaustausch in der Lunge. Manchmal führt die Mundatmung zu Schnarchen. Dann kann der Schlaf weniger erholsam sein.

Auch die Reinigungs- und Abwehrfunktion der Nase ist beeinträchtigt. Normalerweise bleiben kleine Schmutzpartikel und Krankheitserreger auf der Nasenschleimhaut haften. Kleine Härchen (Flimmerhärchen) transportieren sie zum Rachen. Von dort gelangen sie in Magen und Darm, wo sie unschädlich gemacht und schließlich aus dem Körper entfernt werden. Atmet jemand häufig durch den Mund, gelangen die Partikel und Erreger eher in die unteren Atemwege und setzen sich dort fest. Außerdem trocknen dann die Mundhöhle und der Rachen aus. Mögliche Folgen sind Zahnschäden und chronische Entzündungen im Mund- und Rachenbereich sowie in den Bronchien (Bronchitis).

Diagnose

Eine Fachärztin oder ein Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (HNO) fragt zunächst nach den Beschwerden und anderen Erkrankungen, Allergien oder Verletzungen. Anschließend schaut sie oder er sich die Nase und das Gesicht von außen an und prüft beispielsweise die Symmetrie, das Profil, die Länge und Breite der Nase.

Es folgt eine Nasenspiegelung (Rhinoskopie): Mithilfe eines Instruments mit einer Lichtquelle schaut die Ärztin oder der Arzt in das Innere der Nase. So lässt sich eine Fehlstellung der knorpeligen und knöchernen Anteile der Nasenscheidewand erkennen. Um eine bessere Sicht zu ermöglichen, kann vorher ein Nasenspray zum Abschwellen der Schleimhaut verwendet werden.

Manchmal schließen sich weitere Untersuchungen an:

  • Rhinomanometrie: Dabei wird geprüft, ob die Nasenatmung einschränkt ist. Die Durchgängigkeit der Atemwege wird mithilfe einer Atemmaske gemessen, und zwar vor und nach der Anwendung eines schleimhautabschwellenden Mittels.
  • Riechprüfung (Olfaktometrie): Mithilfe verschiedener Duftstoffe wird festgestellt, ob das Riechen eingeschränkt ist.
  • akustische Rhinometrie: Bei dieser Untersuchung wird die Nasenhöhle mit Schallwellen vermessen.
  • Allergietest: um Heuschnupfen oder eine andere Allergie als Ursache für die Beschwerden auszuschließen.
  • bildgebende Verfahren: Manchmal ist zusätzlich eine Computer-Tomografie (CT) oder eine Kernspin-Tomografie (MRT) des Kopfes sowie der Nasennebenhöhlen nötig.
  • Polygrafie: Bei starkem Schnarchen wird ein Gerät mitgegeben, das unter anderem die Atmung und den Herzschlag im Schlaf misst. Damit soll festgestellt werden, ob es nachts zu Atemaussetzern (Schlafapnoe) kommt.

Wichtig ist, andere Ursachen auszuschließen: Zum Beispiel können auch Erkrankungen der Nasennebenhöhlen zu Schwellungen führen und damit die Nasenatmung beeinträchtigen.

Behandlung

Medikamente kommen nur in bestimmten Situationen infrage. Dazu gehören kortisonhaltige Nasensprays, die bei Folgeerkrankungen wie einer Nasennebenhöhlenentzündung oder bei vergrößerten Nasenmuscheln eingesetzt werden. Abschwellende Nasensprays oder Nasentropfen sollten nur wenige Tage lang eingesetzt werden. Sie verbessern zwar die Nasenatmung – allerdings nur für wenige Stunden. Eine längere Anwendung kann zu einem Gewöhnungseffekt führen.

Eine Operation – auch Septumplastik genannt – kommt bei starken Beschwerden infrage, deren Ursache wahrscheinlich eine verkrümmte Nasenscheidewand ist. Kindern und Jugendlichen wird die Operation in der Regel nicht empfohlen, da ihre Nase noch wächst.

Bei der Septumplastik soll die Nasenscheidewand wieder in eine mittige und gerade Position gebracht werden, um die Atmung durch beide Nasenhaupthöhlen zu erleichtern. Dadurch kann die Luft besser befeuchtet, erwärmt und gefiltert werden. Häufig werden dabei auch die Nasenmuscheln verkleinert. Studien zeigen, dass der Eingriff die Beschwerden lindern kann. Ob eine Operation auch langfristig hilft, ist bisher jedoch nicht ausreichend untersucht. Zu möglichen Komplikationen zählen zum Beispiel Blutungen und Infektionen.

Weitere Informationen

Die hausärztliche Praxis ist meist die erste Anlaufstelle, wenn man krank ist oder bei einem Gesundheitsproblem ärztlichen Rat braucht. Informationen zur Gesundheitsversorgung in Deutschland helfen dabei, sich im Gesundheitssystem zurechtzufinden und eine passende Arztpraxis zu finden. Mit dieser Frageliste kann man sich auf den Arztbesuch vorbereiten.

Quellen

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC). S2k-Leitlinie Formstörungen der inneren und äußeren Nase (mit funktioneller und/oder ästhetischer Beeinträchtigung). AWMF-Registernr.: 017-070. 2022.

Papadopoulou AM, Chrysikos D, Samolis A et al. Anatomical Variations of the Nasal Cavities and Paranasal Sinuses: A Systematic Review. Cureus 2021; 13(1): e12727.

Pschyrembel Online. 2025.

Taha HI, Elgendy MS, Ezz MR et al. Septoplasty versus non-surgical management for deviated nasal septum: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Eur Arch Otorhinolaryngol 2025; 282(2): 597–610.

Teixeira J, Certal V, Chang ET et al. Nasal Septal Deviations: A Systematic Review of Classification Systems. Plast Surg Int 2016; 2016: 7089123.

Thurnher D, Grasl MC, Erovic BM et al. HNO-Heilkunde: Ein symptomorientiertes Lehrbuch. Wien: Springer; 2011.

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.

Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

Aktualisiert am 04.02.2026

Nächste geplante Aktualisierung: 2029

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