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Stürze bei älteren Menschen

Autoren/Herausgeber: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

Auf einen Blick

Viele ältere Menschen sorgen sich, dass sie stürzen, sich einen Knochen brechen und dann Pflege brauchen. So verständlich dies ist: Wer sich aus Angst vor einem Sturz weniger bewegt, hat ein größeres Risiko zu stürzen als jemand, der täglich etwa viel zu Fuß unterwegs ist.

Wichtig ist vielmehr, mögliche Ursachen für Stürze im Alltag zu erkennen und zum Beispiel Stolperfallen zu beseitigen. Auch ein Bewegungstraining kann helfen, Stürzen vorzubeugen.

Ursachen und Risikofaktoren

Stürze passieren oft durch Hindernisse und Stolperfallen in der eigenen Wohnung oder auch im Treppenhaus, Garten oder Hauseingang. Dazu gehören zum Beispiel Türschwellen, Stufen, hochstehende Teppichkanten oder lose auf dem Boden liegende Kabel. Auf glatten Böden, losen Teppichen, in der Dusche oder Badewanne kann man leicht ausrutschen. Auch locker sitzende Hausschuhe, Schuhe mit sehr glatter Sohle oder das Laufen auf Socken können das Risiko für Stürze erhöhen.

Stürze können außerdem die Folge gesundheitlicher Probleme sein. Dazu gehören:

Manche Medikamente können die Aufmerksamkeit und die Reflexe beeinträchtigen und dadurch zu Stürzen führen. Auch Alkohol kann das Risiko erhöhen. Wer schon einmal hingefallen ist, hat zudem ein erhöhtes Risiko, erneut zu stürzen.

Häufigkeit

Es wird geschätzt, dass

  • 28 von 100 Menschen über 65 Jahre und
  • 34 von 100 Menschen über 85 Jahre,

die zu Hause leben, einmal im Jahr stürzen. Frauen stürzen etwas häufiger als Männer. In Pflegeeinrichtungen stürzen 50 von 100 Bewohnerinnen und Bewohnern pro Jahr. Auch in Krankenhäusern kommt es häufiger zu Stürzen als zu Hause.

Folgen

Meist hat ein Sturz nur eine Prellung oder Abschürfung zur Folge. Bei etwa 5 bis 10 von 100 Stürzen zu Hause kommt es jedoch zu Verletzungen wie Knochenbrüchen, größeren Platzwunden oder Kopfverletzungen. In Pflegeheimen haben Stürze häufiger schwerere Folgen: Dort passiert dies etwa 10 bis 30 von 100 Menschen, die stürzen.

Bei einem Knochenbruch sind meist die Unterarme betroffen. Knochenbrüche an der Hüfte oder am Oberschenkel können ernsthafte Einschränkungen zur Folge haben und führen oft zu einem längeren Klinikaufenthalt. Vor allem im höheren Alter erhöhen Stürze mit ernsthaften Folgen das Risiko, pflegebedürftig zu werden.

Vorbeugung

Es gibt eine einfache Maßnahme gegen Stürze: Man kann die eigene Wohnung auf Stolperfallen überprüfen und diese beseitigen (lassen). Was darüber hinaus sinnvoll ist, hängt von der persönlichen und gesundheitlichen Situation ab. Infrage kommen zum Beispiel:

  • Bewegungsprogramme,
  • Gehhilfen, wie ein Rollator und andere Hilfsmittel,
  • die Behandlung von Gesundheitsproblemen, die Stürze auslösen,
  • eine neue Brille und
  • ein Gespräch über die eingenommenen Medikamente mit der Ärztin oder dem Arzt.

Auch Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten können bei der Umsetzung einiger Maßnahmen helfen. Sie können etwa bei einem Hausbesuch beobachten, in welchen Alltagssituationen Sturzgefahr besteht, und Vorschläge zur Vorbeugung machen.

Leben und Alltag

Bei allen Möglichkeiten und Ratschlägen, die es gibt, um sich vor Stürzen zu schützen: Wichtig ist, sich im Alltag nicht zu sehr zu ängstigen. Wie schon erwähnt, haben die meisten Stürze keine größeren Folgen.

Wer aktiv bleibt, schützt sich dadurch vor Stürzen. Gerade für ältere Menschen ist es wichtig, so gut es geht mobil zu bleiben – auch um sich möglichst viel Unabhängigkeit zu bewahren.

Quellen

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Gillespie LD, Robertson MC, Gillespie WJ et al. Interventions for preventing falls in older people living in the community. Cochrane Database Syst Rev 2012; (9): CD007146.

Moreland B, Kakara R, Henry A. Trends in Nonfatal Falls and Fall-Related Injuries Among Adults Aged >/=65 Years - United States, 2012-2018. MMWR Morb Mortal Wkly Rep 2020; 69(27): 875-881.

Nickens H. Intrinsic factors in falling among the elderly. Arch Intern Med 1985; 145(6): 1089-1093.

Oliver D, Connelly JB, Victor CR et al. Strategies to prevent falls and fractures in hospitals and care homes and effect of cognitive impairment: systematic review and meta-analyses. BMJ 2007; 334(7584): 82.

Reuben DB, Ganz DA, Roth CP et al. Effect of nurse practitioner comanagement on the care of geriatric conditions. J Am Geriatr Soc 2013; 61(6): 857-867.

Rubenstein LZ, Josephson KR. The epidemiology of falls and syncope. Clin Geriatr Med 2002; 18(2): 141-158.

Rubenstein LZ, Josephson KR. Falls and their prevention in elderly people: what does the evidence show? Med Clin North Am 2006; 90(5): 807-824.

Sherrington C, Fairhall N, Kwok W et al. Evidence on physical activity and falls prevention for people aged 65+ years: systematic review to inform the WHO guidelines on physical activity and sedentary behaviour. Int J Behav Nutr Phys Act 2020; 17(1): 144.

Aktualisiert am 23.03.2022

Nächste geplante Aktualisierung: 2025

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