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Sehnenreizung

Autoren/Herausgeber: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

Einleitung

Wenn eine Sehne häufig beansprucht wird, kann sie irgendwann überlastet sein und schmerzen. Wichtig ist dann, die gereizte Sehne nicht weiter zu überlasten. Spezielle Dehn- und Kraftübungen helfen dabei, die Beschwerden zu lindern.

Sehnen bestehen aus festem Bindegewebe und verbinden Muskeln und Knochen. Sehnenreizungen treten häufig im Bereich der Schultern und Ellenbogen auf. Am Bein sind vor allem die Sehnen am Knie und die Achillessehne am Unterschenkel betroffen. Ursache sind meist gleichförmige wiederholte Bewegungen, etwa beim Sport.

Durch eine ungewohnt starke Belastung kann eine Sehne auch plötzlich ein- oder abreißen. Dann spricht man von einer akuten Sehnenverletzung. Ist die Sehne oder das umliegende Gewebe nicht nur gereizt, sondern entzündet, kann eine andere Erkrankung die Ursache sein: zum Beispiel eine Sehnenscheidenentzündung, Gicht, Rheuma oder eine bakterielle Infektion der Haut (Wundrose).

Auf einen Blick

  • Eine Sehnenreizung macht sich vor allem durch Schmerzen bemerkbar.
  • Die Ursache ist meist eine Überbeanspruchung durch häufig wiederholte Bewegungen.
  • Die Belastung der Sehne sollte angepasst werden, sodass die Beschwerden nicht weiter zunehmen.
  • Gezielte Dehn- und Kraftübungen helfen, die Beschwerden zu lindern.

Symptome

Eine Sehnenreizung macht sich durch Schmerzen bemerkbar – vor allem, wenn die Sehne gedehnt wird oder man den zugehörigen Muskel anspannt. Zum Beispiel schmerzt eine gereizte Achillessehne, wenn man sich auf die Zehenspitzen stellt. Die Schmerzen treten oft an der Stelle auf, wo eine Sehne mit dem Knochen verbunden ist (sogenannte Ansatztendinose).

Außerdem kann es schmerzen, wenn man direkt auf die gereizte Sehne drückt. Sie kann aber auch in Ruhe wehtun.

Durch die Schmerzen ist oft die Bewegung eingeschränkt. Zusätzlich kann der gereizte Bereich auch verhärtet oder etwas geschwollen sein.

Ursachen und Risikofaktoren

Ursache für eine Sehnenreizung ist meist eine mechanische Überbelastung der Sehne. Sie führt zu kleinen Verletzungen und verminderter Durchblutung. In der Folge können Verklebungen und Verkalkungen im Sehnengewebe entstehen.

Zu mechanischen Überbelastungen kommt es, wenn man regelmäßig die gleichen Bewegungen ausführt – etwa beim Sport. Zum Beispiel können die Armschwünge oder -schläge beim Golf oder Tennis auf Dauer die Sehnen am Ellenbogen reizen. Die kann zu einem Tennis- oder Golferarm führen. Laufen kann die Achillessehne überlasten. Sportarten wie Volley- oder Basketball, bei denen viel gesprungen wird, führen oft zu Sehnenbeschwerden im Knie. Zu Überlastungen kann es aber auch durch andere Hobbies oder den Beruf kommen, etwa durch langes Arbeiten mit der Maus am Computer.

Fehlstellungen der Füße oder ungeeignete Schuhe können das Risiko für eine Sehnenreizung ebenfalls erhöhen. Auch Diabetes, Gelenkerkrankungen wie rheumatoide Arthritis und Arthrose, Autoimmunerkrankungen, die das Sehnengewebe angreifen (Kollagenosen), sowie Rauchen und Übergewicht gelten als Risikofaktoren. Sehr selten können Sehnenreizungen als Nebenwirkung von Medikamenten auftreten, etwa von bestimmten Antibiotika.

Häufigkeit und Verlauf

Sehnenreizungen kommen mit zunehmendem Alter häufiger vor. Viele Menschen schonen eine gereizte Sehne automatisch. Meist klingen die Beschwerden dann nach einigen Wochen ab. Wird die Sehne danach wieder überstrapaziert, kann die Reizung jedoch erneut auftreten. Um dies zu vermeiden, empfehlen Fachleute, Sehnen und Muskeln durch gezieltes Training zu stärken.

Diagnose

Wenn bestimmte Bewegungen immer wieder schmerzen, kann es sich um eine Sehnenreizung handeln. Bei der Untersuchung des betroffenen Bereichs fragt die Ärztin oder der Arzt deshalb auch nach Sportarten, Beruf oder Hobbies, die zu einer Überlastung der Sehne geführt haben könnten. Passen die Beschwerden und häufige Belastungen zusammen, reicht das meist, um die Diagnose zu stellen.

Um sicherzugehen, wird manchmal eine Ultraschalluntersuchung gemacht, um Hinweise für eine Reizung wie etwa kleine Verkalkungen in der Sehne zu finden. Röntgen- oder Kernspinuntersuchungen sind nur nötig, falls eine andere Erkrankung ausgeschlossen werden soll.

Behandlung

Bewegungen sollte man zunächst so anpassen, dass die Beschwerden nicht weiter zunehmen. Zur Entlastung können Orthesen oder Bandagen sinnvoll sein. Wichtig ist es aber, in Bewegung zu bleiben und das Gelenk nicht lange ruhigzustellen. Es werden gezielte Kräftigungs- und Dehnungsübungen im Bereich der betroffenen Sehne empfohlen (exzentrische Übungen). Sie stärken die Muskulatur und die Sehnen und tragen so zur Besserung bei. Wichtig ist, die Belastung schrittweise zu steigern. Zudem braucht es Geduld, da sich die Beschwerden manchmal erst nach Wochen oder Monaten legen. Es ist möglich, diese Übungen im Rahmen einer Physiotherapie zu machen.

Es können zusätzliche Verfahren angewendet werden, wie zum Beispiel Massagen oder Stoßwellentherapie. Allerdings helfen sie, wenn überhaupt, nur sehr begrenzt. Schmerzmedikamente können für begrenzte Zeit sinnvoll sein.

Bessern sich die Beschwerden nicht, kommen auch Kortisonspritzen oder ein chirurgischer Eingriff infrage, bei dem geschädigtes Gewebe entfernt oder Verklebungen gelöst werden. Diese Behandlungen haben allerdings Risiken, wie Entzündungen oder Nervenverletzungen.

Leben und Alltag

Ein Bein oder einen Arm nicht zu überlasten, kann im Alltag schwierig sein. Um Belastungen möglichst gering zu halten, hilft es, Prioritäten zu setzen: So lassen sich anstrengende Tätigkeiten wie Fensterputzen oder Gartenarbeit vielleicht verschieben – oder mit Unterstützung aus der Familie, dem Freundeskreis oder der Nachbarschaft erledigen.

Es ist auch wichtig zu wissen, welche Bewegungen schaden und welche nicht. Im Zweifel kann zum Beispiel eine physiotherapeutische Fachkraft erklären, welche Bewegungen die Sehne unnötig reizen und welche bei der Genesung helfen.

Sportlerinnen und Sportler, die sich um ihre Kondition sorgen, können auf Sportarten ausweichen, die die angegriffene Sehne weniger belasten als ihr übliches Training. Manchmal lässt sich die Sportart auch etwas schonender ausüben – etwa durch eine weniger belastende Technik. Hier kann eine sportmedizinische Beratung hilfreich sein.

Weitere Informationen

Die hausärztliche Praxis ist meist die erste Anlaufstelle, wenn man krank ist oder bei einem Gesundheitsproblem Rat braucht. Informationen zur Gesundheitsversorgung in Deutschland helfen dabei, sich im Gesundheitssystem zurechtzufinden und eine passende Praxis zu finden. Mit einer Frageliste kann man sich auf das Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt vorbereiten.

Quellen

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IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.

Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

Aktualisiert am 13.05.2026

Nächste geplante Aktualisierung: 2029

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