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Warum Blut spenden so wichtig ist

Group 11 4 min Lesezeit   |   18.09.2026

Bitte beachten Sie, dass sich die Aktualität der Inhalte immer auf das Veröffentlichungsdatum bezieht.

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Ein junger Mann spendet Blut. Eine Krankenschwester sitzt bei ihm und lächelt ihn an. Im Hintergrund sitzt eine weitere Peson auf einer Liege. | VIACTIV Krankenkasse

Warum Blut spenden so wichtig ist

Group 11 4 min Lesezeit   |   18.09.2026

Bitte beachten Sie, dass sich die Aktualität der Inhalte immer auf das Veröffentlichungsdatum bezieht.

Ein junger Mann spendet Blut. Eine Krankenschwester sitzt bei ihm und lächelt ihn an. Im Hintergrund sitzt eine weitere Peson auf einer Liege. | VIACTIV Krankenkasse
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Bundesweit werden täglich rund 15.000 Blutspenden benötigt – das entspricht etwa der Bevölkerung einer Kleinstadt. Viele Menschen sind mindestens einmal in ihrem Leben auf ein Blutprodukt angewiesen – etwa bei Krebs-, Herz- oder Magen-Darm-Erkrankungen.

„Bis heute ist es der Forschung nicht gelungen, einen dem menschlichen Blut ebenbürtigen Ersatz zu entwickeln," sagt Patric Nohe, Pressesprecher des Blutspendedienstes des Bayerischen Roten Kreuzes. „Darum sind wir weiterhin auf dieses solidarische System angewiesen.“ Zwar sind die experimentellen Ansätze zur Herstellung von roten Blutkörperchen oder Blutplättchen im Labor recht vielversprechend, doch Kosten und Aufwand sind bisher noch sehr hoch. Gleichzeitig spenden nur etwa 3 Prozent der Bevölkerung regelmäßig. Viele langjährige Spenderinnen und Spender müssen im Alter aus gesundheitlichen Gründen aufhören, gleichzeitig rücken zu wenige Jüngere nach.

„Der demografische Wandel ist eine unserer größten Herausforderungen“, sagt Nohe. Dazu kommt: Blutkonserven sind nur rund 45 Tage haltbar – regelmäßige Spenden sind also entscheidend.

Wie Blutspenden Leben retten

„Oft denken Menschen, Blut werde vor allem für Unfallopfer gebraucht. Tatsächlich aber wird der größte Teil in der Krebstherapie und bei chronisch kranken Mitmenschen eingesetzt“, erklärt Patric Nohe. Bei einer Vollblutspende werden etwa 500 Milliliter Blut entnommen und später in drei Bestandteile getrennt: Erythrozyten (rote Blutkörperchen), Thrombozyten (Blutplättchen) und Plasma. So kann eine einzelne Spende bis zu drei Menschen helfen.

Daneben gibt es die Plasmaspende: Hier wird nur das Plasma entnommen, der Rest des Bluts fließt zurück in den Körper. Je nach Körpergewicht kommen dabei bis zu 850 Milliliter Plasma zusammen. Wer will, kann auch nur Thrombozyten spenden. Die Blutplättchen sind vor allem für Krebspatientinnen und -patienten wichtig. So oft darf gespendet werden: Männer dürfen alle 8 Wochen Vollblut spenden, Frauen alle 12 Wochen. Plasma kann mit zwei Tagen Abstand bis zu 60 Mal im Jahr gespendet werden, Thrombozyten maximal 26 Mal im Jahr mit 14 Tagen Pause zwischen den Spenden.

Wer darf spenden – und wer nicht

Für eine Spende muss man mindestens 18 Jahre alt sein, 50 Kilogramm wiegen und sich fit fühlen. Nach Tattoos oder Piercings heißt es vier Monate Pause.
Schwangere und stillende Frauen dürfen kein Blut spenden. Sie dürfen erst sechs Monate nach der Schwangerschaft bzw. sechs Monate nach dem Abstillen Blut spenden.
Von einer Spende ausgeschlossen sind unter anderem Menschen mit insulinpflichtigem Diabetes Typ 1, Epilepsie oder Infektionen.

Ob man spenden darf, lässt sich mit einem Online-Spendencheck auf den Seiten der Blutspendedienste testen. Während der Periode kann grundsätzlich gespendet werden. Wer sich jedoch schwach fühlt, sollte lieber warten. Veganerinnen, Veganer sowie Leistungssportlerinnen und -sportler sollten auf eine ausreichende Eisen- und Eiweißzufuhr achten.

Gut vorbereitet zur Spende

Ein Termin lässt sich einfach online buchen. Wichtig am Spendetag: genug trinken, leicht essen, Ausweis und eventuell Blutspendeausweis mitbringen und wenn es geht: Stress vermeiden. Vor der Spende wird ein Fragebogen ausgefüllt und Werte wie Hämoglobin, Blutdruck und Puls kontrolliert. Das ist zugleich ein kleiner Gesundheitscheck und dient ebenso der Sicherheit der spendenden und der empfangenden Person.

Die eigentliche Vollblutspende dauert dann rund zehn Minuten, eine Plasmaspende bis zu 45 Minuten, bei einer Thrombozytenspende ist das Verfahren etwas aufwändiger, sodass die Spende zwischen 1 und 1,5 Stunden dauern kann. Generell sollte bei der ersten Spende ein bisschen mehr Zeit eingeplant werden.

Der Spender legt sich nach der Anmeldung und einer kurzen ärztlichen Untersuchung auf eine ärztliche Liege. Aus der Vene in der Armbeuge wird nun Blut abgenommen, etwa 500 Milliliter. Dieses wird nach der Spende an ein Labor geschickt und dort nach der Untersuchung mithilfe einer Zentrifuge in seine Bestandteile aufgetrennt und weiterverarbeitet. Die Spende selbst dauert meist nicht länger als 10 Minuten. Anschließend wird Spendern eine Pause vor Ort empfohlen, damit sie noch kurz medizinisch beobachtet werden können.

Was danach wichtig ist

Nach der Spende kann man sich vor Ort kurz ausruhen. In den Stunden danach sollte man etwas essen und viel – alkoholfreie – Flüssigkeit zu sich nehmen. „Die Reaktionen sind sehr individuell“, sagt Patric Nohe. „Viele fühlen sich hinterher sogar energiegeladener. Auf intensives Training sollte man am Spendetag aber verzichten. Am nächsten Tag ist Sport jedoch wieder möglich.“ Gelegentlich treten leichte Kreislaufprobleme oder blaue Flecken an der Einstichstelle der Nadel auf.

Welche Vorteile haben Spender?

Manche Blutspendedienste zahlen Spendern eine Aufwandsentschädigung für die Spende. Diese liegt meist zwischen 20 Euro für Vollblut und bis zu 40 Euro für Plasma. Natürlich sollte dies nicht die Motivation für eine Spende sein, sondern vielmehr der Gedanke, die medizinische Versorgung von Notfallpatienten sichergestellt zu haben. Zumal jeder in die Situation kommen kann, auf eine Blutspende angewiesen zu sein. Doch angesichts sinkender Spenderzahlen wurde diese finanzielle Entschädigung vor vielen Jahren eingeführt.

Ein viel höherer Anreiz ist jedoch der regelmäßige und für den Spender kostenfreie Check-up. Denn nach jeder Spende wird das Blut in einem Labor zunächst untersucht. Wenn bestimmte Werte auffällig sind oder medizinisch besorgniserregend, wird der Spender kontaktiert.

Warum sich Spenden doppelt lohnt

Jede Spende wird im Labor auf Infektionskrankheiten wie HIV oder Hepatitis getestet. Spenderinnen und Spender erhalten also automatisch einen Gesundheitscheck.
Blutspenden sind freiwillig und unentgeltlich, oft gibt es aber eine kleine Aufwandsentschädigung oder einen Snack vor Ort. Und das Beste: Mit jeder Spende hilft man anderen Menschen direkt und lebensrettend.

Eine Übersicht über Einrichtungen bietet das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit.

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