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Alles über eine Mandelentzündung

Group 11 5 min Lesezeit   |   27.08.2026

Bitte beachten Sie, dass sich die Aktualität der Inhalte immer auf das Veröffentlichungsdatum bezieht.

Group 20

Autor

Pia Ochel

Qualitätssicherung

Vita Health Media
Eine Mutter schaut bei ihrem Kind nach einer Mandelentzündung. | VIACTIV Krankenkasse

Alles über eine Mandelentzündung

Group 11 5 min Lesezeit   |   27.08.2026

Bitte beachten Sie, dass sich die Aktualität der Inhalte immer auf das Veröffentlichungsdatum bezieht.

Eine Mutter schaut bei ihrem Kind nach einer Mandelentzündung. | VIACTIV Krankenkasse
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Pia Ochel

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Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Fieber – oft steckt eine harmlose Erkältung dahinter, manchmal aber auch eine Mandelentzündung. Wann Antibiotika nötig sind, ob eine Operation infrage kommt und wie einer erneuten Entzündung vorgebeugt werden kann.

Ein Kratzen im Hals, ein Brennen beim Schlucken – fast jeder kennt das ungute Gefühl, wenn sich eine Erkältung ankündigt. Doch nicht immer steckt eine simple Infektion dahinter.

Wie entsteht eine Mandelentzündung?

Wenn die Beschwerden plötzlich stark werden, das Schlucken weh tut und Fieber hinzukommt, kann eine Mandelentzündung (Tonsillitis oder Angina tonsillaris) der Grund sein. Dabei entzünden sich die Gaumenmandeln (Tonsillen) – kleine, aber wichtige Abwehrorgane im Rachen.

Typisch ist eine akute Tonsillitis, die meist abrupt mit heftigen Halsschmerzen beginnt. Ohne Behandlung heilt eine Mandelentzündung meist innerhalb von ein bis zwei Wochen ab. Manche sind jedoch immer wieder von einer Mandelentzündung betroffen – Ärztinnen und Ärzte sprechen dann von einer rezidivierenden akuten Tonsillitis. Dies kann – vor allem auch bei Kindern – sehr belastend sein.

Etwa jede zehnte Person sucht pro Jahr wegen Halsschmerzen ärztliche Hilfe. Besonders häufig trifft es Kinder im Schulalter. Die Ansteckung erfolgt über Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen oder Küssen), aber auch über gemeinsam genutzte Gläser oder Türklinken kann man sich anstecken.1,2,8

Typische Symptome bei einer Mandelentzündung

Neben unspezifischen Anzeichen wie Halsschmerzen und Schluckbeschwerden können außerdem folgende Symptome auftreten:

  • Plötzliches Krankheitsgefühl mit Fieber (Temperatur höher als 38 °C)
  • Gerötete, geschwollene Mandeln, oft mit gelblich-weißem Belag oder „Eiterstippchen“
  • Geschwollene Lymphknoten am Hals
  • Mundgeruch
  • Abgeschlagenheit
  • Appetitlosigkeit

Bei einem viralen Infekt können außerdem Husten und Schnupfen auftreten. Eltern sollten bei Kindern auch aufmerksam werden, wenn sie Bauchschmerzen haben oder sich erbrechen.1,2,5,10

„Halsschmerzen sind ein relativ unspezifisches Problem. Manchmal kommt das einfach davon, dass man mit offenem Mund geatmet hat – oder durch Magensäure, wenn es nachts im Hals brennt. Nicht jede Halsschmerzepisode ist gleich eine Mandelentzündung“, erklärt Dr. Bernhard Junge-Hülsing, HNO-Arzt und Landesvorsitzender des Bayerischen Berufsverbandes der HNO-Ärzte. Treten diese jedoch in Kombination mit anderen Symptomen auf, sollten sie ärztlich abgeklärt werden.

Mandelentzündung – was hilft?

Ziel der Behandlung ist, die Beschwerden zu lindern und Komplikationen zu vermeiden. Meist genügt es, sich zu schonen, viel zu trinken und die Schleimhäute zu pflegen. Viele Menschen empfinden Hausmittel wie Gurgeln mit Kamillen‑ oder Salbeitee als wohltuend. Wissenschaftlich belegt ist die Wirkung zwar nur begrenzt, doch sie können helfen, die Schleimhaut feucht zu halten und das Halskratzen zu lindern.

Zusätzlich können Schmerz- und fiebersenkende Mittel wie Paracetamol oder Ibuprofen helfen. Bei Kindern sollten diese nur nach ärztlicher Empfehlung gegeben werden. Wer raucht, sollte lieber darauf verzichten, da es die Heilung verzögern kann.2,3,5,10

Wann kommt eine Behandlung mit Antibiotika infrage?

Eine Mandelentzündung kann sowohl durch Viren (Adenoviren, Epstein-Barr-Virus, Grippeviren) als auch Bakterien wie Streptokokken ausgelöst werden. Bei bakteriellen Infektionen kann eine Therapie mit Antibiotika erfolgen. Ob Bakterien wie Streptokokken die Ursache der Beschwerden sind, lässt sich nur mithilfe einer ärztlichen Untersuchung sicher feststellen. Ein Schnelltest aus dem Rachenabstrich gibt Aufschluss. Fällt das Ergebnis negativ aus, kann in der Regel auf Antibiotika verzichtet werden. Die bakterielle Mandelentzündung von einer viralen abzugrenzen ist wichtig, da Antibiotika nur bei einer bakteriellen Infektion helfen. Der unnötige Einsatz von Antibiotika fördert die Entstehung von Resistenzen und belastet den Körper zusätzlich. Dr. Junge-Hülsing betont: „Antibiotika ja, aber nur wenn es wirklich notwendig ist. Ich würde erst beobachten, einen Abstrich machen und dann gezielt behandeln – nicht pauschal.“

In den meisten Fällen heilt eine nicht-virale Mandelentzündung ohne Antibiotika innerhalb von ein bis zwei Wochen komplikationslos aus. Nach einer Woche sind die meisten wieder symptomfrei. Wichtig ist, dass Kinder in den ersten Tagen nicht in Kita oder Schule gehen, um andere nicht anzustecken.2,3,4,5,6,7

Wann ist eine Mandeloperation sinnvoll?

Kommt es immer wieder zu Mandelentzündungen, kann dies sehr einschneidend und belastend sein. Eine Option ist dann, die Mandeln ganz oder teilweise operativ entfernen zu lassen. Diese Entscheidung sollte jedoch gut überlegt sein, gerade bei Kindern und Jugendlichen. Dr. Junge-Hülsing führt aus: „Bis zur Pubertät sind die Mandeln ein wichtiges Trainingslager der Abwehrzellen – deshalb sollte man sie möglichst lange erhalten.“

Treten jedoch immer wieder bakterielle Entzündungen mit starken Beschwerden auf – Fachleute gehen von drei bis fünf pro Jahr aus – die mit Antibiotika behandelt werden müssen oder mit Komplikationen wie Abszessen einhergehen, kommt bei Kindern eine vollständige Entfernung (Tonsillektomie) oder eine Teilentfernung (Tonsillotomie) infrage.

Bei Erwachsenen ist eine Operation überlegenswert, wenn mindestens drei bis fünf bakterielle Mandelentzündungen pro Jahr auftreten und wiederholt Antibiotika zum Einsatz kommen und die Beschwerden stark hindern. Mit einer Operation sind jedoch auch Risiken verbunden. Danach kann es zu Nachblutungen kommen – etwa bei 5 von 100 Operationen. Der Experte betont: „Eine Nachblutung nach einer Mandeloperation ist immer ernst. Wenn es blutet: aufsetzen, kühlen, was Kaltes lutschen und sofort in die Klinik.“

Wiederkehrende Mandelentzündungen vorbeugen – so stärken Sie den Hals

Wer häufig unter Mandelentzündungen leidet, sollte versuchen das Risiko für neue Infekte senken. Wichtig ist vor allem, das Immunsystem zu unterstützen, die Schleimhäute gesund zu halten und den Hals nicht dauerhaft zu reizen. Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und Bewegung an der frischen Luft helfen dem Körper, Infekte besser abzuwehren.10

„Das Wichtigste zur Vorbeugung ist eine gesunde Mundflora: gute Zahnhygiene, ausgewogene Ernährung und kein Nikotin“, so Junge-Hülsing. Auf Mundspülungen sollte verzichtet werden, da sie die natürliche Mundflora stören können – regelmäßiges Zähneputzen reicht aus.

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