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VIACTIV Krankenkasse

Für saubere Ohren

von Magnus Horn | 09.09.2020
4min Lesezeit

Morgens im Bad: Duschen, abtrocknen, Zähne putzen und dann nochmal schnell die Ohren mit dem Wattestäbchen reinigen. Routine. Doch auf den letzten Punkt sollte verzichtet werden. Denn das Ohr ist ein sensibles Organ. Und das Ohrenschmalz, medizinisch „Cerumen“, hat durchaus seinen Nutzen.

Gesundes Maß

Doch wie bei vielen anderen Dingen heißt es auch in Sachen Ohrenschmalz: Zu viel ist nicht gut – genau wie zu wenig. „Wenn es in einer normalen Menge vorhanden ist, ist alles gut“, sagt Dr. Dominic Posch, Hals-Nasen-Ohren-Arzt aus Osnabrück (HNO-Gemeinschaftspraxis Georgsmarienhütte/Melle). Ohrenschmalz an sich ist normal. Doch wie entsteht es? „Die Haut des Gehörgangs hat spezielle Drüsen, die das Cerumen, eine Art Schmierstoff, produzieren“, erklärt Posch. Dieser sei zum einen wichtig, damit die Haut des Gehörgangs nicht austrocknet und zum anderen besitze er antibakterielle Bestandteile, die Ohrenentzündungen vobeugen. Habe man zu wenig, so Posch, trockne der Gehörgang aus, es jucke und die dann eher rissige Haut biete „Bruch- und Einstiegsstellen für Bakterien, die Entzündungen hervorrufen können“.

Gehörgang hat Selbstreinigungsfunktion

Die Menge variiert von Person zu Person und auch teilweise von Ohr zu Ohr. „Die Ohrenschmalzdrüsen sind modifizierte Talg- und Schweißdrüsen“, erklärt Posch. So wie Menschen unterschiedlich stark schwitzen würden, bilden Menschen durch die Anzahl der Drüsen eben auch unterschiedlich viel Ohrenschmalz. Im Normalfall wandert dieser von alleine nach draußen, sagt Posch. „Der Abtransport läuft über die Haut. Die schilfert das ab.“ Man müsse sich das wie eine Art Strom, einen Fluss vorstellen, der im Normalfall zur Öffnung hinfließt. Bei manchen funktioniere dieser Selbstreinigungsprozess nicht so gut. „Der Strom fließt nicht so gezielt nach draußen oder kommt zum Versiegen, sodass die Haut mit dem Ohrenschmalz einfach liegen bleibt und sich ansammelt.“

Auch die Gehörgangsform und Größe des Gehörgangs können Ursachen für eine Ansammlung des Ohrenschmalzes sein. Durchaus möglich ist es, dass man am äußeren Ende des Gehörgangs eine kleine Mulde hat, in der sich etwas ansammelt – „eine Art Fallgrube, aus der er nicht allein herauskommt“. Und auch wenn der Gehörgang zu eng ist, könne es sein, dass der normale Abtransport nicht richtig funktioniert und es zu einem Stau kommt. Alle drei Faktoren – Abflussfähigkeit der Haut, Gehörgangsform und -weite – sind nicht nur von Person zu Person unterschiedlich. Auch beide Ohren einer Person können Unterschiede bei der Produktion von Ohrenschmalz haben. Nur: Je länger das Cerumen im Ohr herumliegt, desto mehr sammelt es sich an und kann den Gehörgang verstopfen. Produzieren die Drüsen zu wenig Ohrenschmalz und entsteht dadurch sehr trockene Haut, könne man mit Baby- oder auch Olivenöl nachhelfen. „Mit ein, zwei Tropfen kann man den Gehörgang anfeuchten, damit trockene Hautschuppen und Ohrenschmalz leichter abgeführt werden“, sagt Posch.

Wattestäbchen bergen Risiko

Die Konsistenz des Ohrenschmalzes kann unterschiedlich sein. „Von flüssig bis staubtrocken“, sagt Posch. Sammelt sich zu viel an, könne auch dies zu Entzündungen des Gehörgangs führen, inklusive einer Hörminderung. Die Ansammlung kann sich zu dicken Pfropfen ausbilden, die erbsengroß sein und dann eigentlich nur vom HNO-Arzt entfernt werden können. Und nicht mit einem Wattestäbchen, betont der Experte. „Vielleicht bekommt man einen kleinen Teil des Ohrenschmalzes weg, aber den Rest schiebt man nur weiter ins Ohr hinein. Wiederholt man das ständig, dann bildet sich auch so ein Pfropfen.“ Zudem bestehe die Gefahr, dass man mit dem Stäbchen Trommelfell und Gehörgang schädigt, wenn man zu tief rein geht. „Man kann allenfalls die Ohrmuschel etwas säubern.“

Ohr ausspülen eher dritte Wahl

Andere „Pflegeprodukte“ gibt es in der Apotheke eher in Form von Flüssigkeiten, die das Ohrenschmalz lösen sollen. „Das ist aber eigentlich nur interessant, wenn eine Verstopfung da ist, die sich nicht löst, sodass der Ohrenarzt das dann absaugen kann“, sagt Posch. Die Absaugung kann erfolgen, wenn das Schmalz flüssig oder etwas matschig ist. Sie ist eine von drei Möglichkeiten, das Ohr auf professionelle Art zu reinigen. Außerdem kann das mittels eines Ohrhäkchens erfolgen, das mit Hilfe eines Trichters in den Gehörgang geführt wird. Damit können größere Brocken entnommen werden. Bei beiden Varianten hat der Arzt den Gehörgang auch im Blick. Früher wurde das Ohr auch häufig mit leicht angewärmtem Wasser ausgespült. Posch: „Heutzutage ist es eher die dritte Wahl, und ist geeignet, wenn man so einen Brocken drin hat, den man auf die anderen Arten nicht herausbekommt.“

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