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Was ist Faszien-Yoga?

Der Begriff Faszien-Yoga tourt gerade durch Zeitschriften und Blogs und wird als neu und innovativ beworben. Aber wie innovativ und neu ist das wirklich? Und bringt es überhaupt etwas?

Im weißen Yoga-Outfit und mit einem duftenden Tee in der Hand öffnet Sabina Meyer die Tür zum Sivaraja Yoga Zentrum in Bielefeld. Der Raum ist hell und der Holzfußboden warm. Eine gute Voraussetzung, um die Faszien zu bearbeiten, oder? Ich habe keine Ahnung, was darunter zu verstehen ist, aber überall wird über Faszien-Yoga gesprochen. Im Trainingskontext kenne ich nur die Faszienrolle.

„Genau! Damit kann man sich zum Beispiel super erwärmen“, sagt Sabina mit einem Lächeln und erklärt mir, dass Faszien ein anderer Begriff für verschiedene Bindegewebsstrukturen ist. Eine einzigartige, dreidimensionale Struktur, die unseren gesamten Körper durchspannt, ihm Struktur und Halt sowie geschmeidige Beweglichkeit zugleich gibt. „Faszien bestehen aus Zuckereiweiß, Wasser und Collagen.“ Bei meiner Recherche im Vorfeld las ich: „Ohne Faszien würde der Körper bei Bewegung auseinanderbrechen.“ Ich wollte meine Faszien also lieber trainieren. So kam ich zu Sabina.

Faszienyoga | VIACTIV Krankenkasse

Ein Stuhl reicht als einfaches Hilfsmittel zum Faszien-Yoga

Statt zur Rolle zu greifen, nutzen wir zum Aufwärmen nur den eigenen Körper. Nach ein paar federnden Bewegungen geht es nun um eine komplexe Mobilisierung der Fußfaszien, dem „Fußflow“, wie Sabina sagt. Fließend sollen die Bewegungen sein, zugleich wird der gesamte Körper kraftvoll dynamisch aufgespannt, die Arme gehen mit, die Füße schieben in ihrer Gänze auf den Ballen, den Zehen, dem Außenrist oder dem Fußgewölbe geschmeidig in den Boden. Die Bewegung soll vielfältige Bewegungswinkel abdecken.  Meine Bewegungen fühlen sich zunehmend fließender an und ich habe das Gefühl, dass ich meine Füße, meinen Körper intensiver und bewusster spüre.

Sabina grinst. „Das ist gut, denn es geht tatsächlich auch ums sinnliche Erspüren der feineren Microbewegungen und kleinen Winkelverschiebungen.“ Das brauchen die Wahrnehmungsfühler der Faszien genauso wie elastische Rückfederungen. Dadurch können sich die Faszien unterschiedlichen Belastungsanforderungen im Alltag immer wieder neu anpassen und bleiben fit. Auch das Aufspannen des gesamten Körpers ist wichtig. Wie das aussieht, spüre ich in der nächsten Übung, für die Sabina einen Stuhl holt. Mit den Händen auf der Lehne beuge ich mich tief mit dem Rücken, anschließend rekele und strecke ich mich, angeleitet von Sabina, gestützt auf die Lehne. Wie eine Katze nach dem Schlaf strecke ich von der Fingerspitze bis zum Zeh meinen Körper, den unteren Rücken dabei immer wieder aufgespannt. „Das ist zum Beispiel eine wunderbare Übung für morgens direkt nach dem Aufstehen. Sie belebt und erweckt das gesamte Fasziennetzwerk unseres Körpers“, empfiehlt die Expertin und bestätigt meine Katzenassoziation.

Faszien-Training sorgt für eine bessere Beweglichkeit

Während sie mir die nächste Übung zeigt, spricht sie über den Vorteil der Bewegungsvielfalt mit unterschiedlichen Impulsen für die Faszien. Das hält sie feucht und sorgt für eine dynamische Geschmeidigkeit im Körper, für eine fließende Durchlässigkeit und Neubildung des Bindegewebes. Ebenso wird eine gesunde, haltgebende Spannkraft entwickelt, ohne dabei eine Überbelastung des Kollagens mit zu hohem Tonus zu entwickeln. Als Faszien-Yoga werden oft passive Dehnungen und ineinander übergehende Flow-Übungen verstanden. Bei einem wirksamen Faszientraining stehen jedoch die aktiv geladenen Dehnungen unter Aufspannung des gesamten Körpers im Vordergrund. Es geht um Dehnungen unter Spannung entsprechender Körperbereiche. Hinzukommen die elastischen Rückfederungen und Katapultbewegungen, die auch Gazellen für ihre federnd leichten und kraftvollen Sprünge nutzen.
Genau das spüre ich in der nächsten Übung, den elastischen Federungen an der Wand: Vor der Wand stehend lege ich meine Hände auf und drücke mich immer wieder federnd und leicht von der Wand ab, schwinge zurück und lande wieder auf meinen Händen, den unteren Rücken aufgespannt. Dabei wechsle ich die Winkel, lande mal nur auf den Fingern, mal auf dem Handballen.

Das unterscheidet Faszien-Yoga von klassischen Yoga-Übungen

Nun geht es auf die Matte. Die Startübung erinnert an eine klassische Yogahaltung. Auf der Seite liegend stelle ich das obere Bein vor dem unteren ausgestreckten Bein auf. Doch nun wird es wieder aktiver. In feinen Impulsen wippt das untere Bein auf und ab. Ist das schon der entscheidende Unterschied zu klassischen Yoga-Übungen? „Faszien-Yoga ist eigentlich nur ein neuer Begriff. Denn jede traditionelle Hatha-Yoga-Form arbeitet mit einem bestimmten Aspekt der Faszien. Es lässt sich praktisch in jede Sportart und Yogapraxis integrieren. Ohne viel Zeitaufwand können einige Übungen leicht abgewandelt werden und schon werden wir den Bedürfnissen dieses fantastischen Netzwerks gerecht“, sagt Sabina.

Yogalehrerin erklärt Übungen | VIACTIV Krankenkasse

Yogalehrerin Sabina Meyer erklärt Friderike die Übungen.

Faszienyoga und verschiedene Übungen | VIACTIV Krankenkasse

Die aktive Dehnung steht beim Faszienyoga im Vordergrund.

So macht sie es kurz darauf mit dem berühmten herabschauenden Hund. Aus der statischen Übung wird durch abfersen und das lautlose Laufen auf der Stelle eine dynamischere Bewegung. Als wir die Beine abwechselnd überkreuz kicken, ist die Übung superaktiv für Rücken und Beckenboden.

Aber eine Frage beschäftigt mich. Wenn die Faszien als eines der größten Sinnesorgane so wichtig für den Körper sind, warum ist dann Faszien-Yoga erst jetzt so im Trend. „Natürlich gehören die Faszien schon seit jeher zu unserem Körper. Ihre Bedeutung für unsere Gesundheit findet allerdings erst seit 2007 wissenschaftlich international Beachtung. Da fand der erste internationale Faszienkongress renommierter Wissenschaftler und Bewegungsexperten statt“, sagt Sabina. „Die ganze Forschung befindet sich jedoch immer noch in den Kinderschuhen, es gibt immer wieder interessante Updates. Zurzeit spielt die Bedeutung der Faszien für das Immunsystem eine beachtliche Rolle und es gibt nur wenig Experten.“ Sich selbst bezeichnet sie nicht als solche, bevorzugt das Wort fachkundig. Dabei hat sie bei Dr. Robert Schleip, dem Direktor des Fascia Research Project der Uni Ulm, einem der führenden deutschen Faszienforscher, gelernt und besucht dort regelmäßig Weiterbildungen, um auf dem neuesten Stand zu bleiben. Die Übungen, von Schleips Frau entwickelt, baut sie in ihr eigenes Training ein.

Faszienyoga miz Dehnübungen | VIACTIV Krankenkasse

Bewegungsvielfalt hält die Faszien geschmeidig

Durch die Bewegungsvielfalt insgesamt und die Komplexität der einzelnen Übung kümmert man sich gut um die Faszien. In jeder Übung ermutigt Sabina zum neugierigen Erforschen des gesamten Bewegungsspielraumes. Sie spricht dabei immer wieder von der dynamischen Geschmeidigkeit, der fließenden Durchlässigkeit, die so wichtig ist für die Neubildung der Faszien-Matrix. Aber was passiert, wenn wir uns nicht um unsere Faszien kümmern? Passiert überhaupt was?

Während ich mit einem Ball zwischen meinen Knien das Becken hebe und das Schambein nach vorn spanne, damit mein unterer Rücken kraftvoll verlängert ist, erzählt Sabina von Bewegungsarmut oder Überlastung des Bindegewebes, von verklebten, spröden Faszien, die wie ein verfilzter Pullover wirken. „Die Folge: Bewegungsradius und Geschmeidigkeit nehmen ab. Ebenso geht die haltgebende elastische Spannkraft verloren.“

Achtung beim Faszientraining mit frischem Narbengewebe

Als wir uns mit gestreckten Beinen und Armen gegenübersitzen und die Arme immer wieder leicht federnd aus der Streckung neben die Waden führen, frage ich Sabina, ob es überhaupt Einschränkungen für das Training gibt. „Ja, bei frischen Narben sollte einige Zeit pausiert werden. Denn die Collagenstruktur muss erst wieder gut aufgebaut sein, bevor man die Faszien trainiert. Danach sind die Übungen eine Wohltat, um die Geschmeidigkeit von Narben anzuregen“, so Sabina. Am besten hilft es dabei, die Rücksprache mit einer fachkundigen Person zu suchen.

Während ich in die für Yoga typische Endentspannung gehe und mich von Sabina noch einmal in das bewusste Hineinfühlen in meinen Körper anleiten lassen, denke ich über die Faszien nach, die ich künftig sicher besser behandeln werde, damit der Flüssigkeitsfluss in meinem Körper gut funktioniert und ich meine dynamische Geschmeidigkeit erhalte.

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