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in Impulse umgewandelten Töne ins
Gehirn leiten, verlaufen in direkter
Nähe zu den Nervenbahnen, die für
die Übermittlung von Schmerzsignalen
zuständig sind. Diese können von den
akustischen Signalen regelrecht „über-
deckt“ werden und senden weniger
Schmerzimpulse an das Hirn.
Auch bei der Behandlung von Sprach-
fehlern wie dem Stottern werden
Techniken aus dem musikalischen
Bereich mit Erfolg eingesetzt. Wie
King George IV in dem mehrfach
ausgezeichneten Film „The King‘s
Speech“ (2010) machen viele Stotterer
die Erfahrung, dass sie sich zwar nur
mit großen Schwierigkeiten verbal
ausdrücken können, beim Singen
aber keinerlei Probleme haben. Wo
genau die Ursachen des Stotterns
liegen, weiß die Wissenschaft noch
nicht sicher. Fest steht: Mit Übungsme-
thoden aus der Gesangs-, Atem- und
Stimmtechnik lassen sich hier bedeu-
tende Behandlungserfolge erzielen.
Musik kann aber noch ganz andere
Dinge in unserem Körper bewirken.
Zahlreiche Kliniken setzen Musik bei
unangenehmen Behandlungen wie
Darmspiegelungen oder bei Operatio-
nen mit örtlicher Betäubung ein, denn
die betroffenen Patienten brauchen
dadurch weniger, wenn nicht sogar gar
keine Beruhigungs- oder Schmerzmit-
tel. Neben der schon erwähnten ent-
spannenden Wirkung verringert sich
das Schmerzempfinden nämlich auch
noch durch einen „Überlagerungsef-
fekt“: Die akustischen Bahnen, die die
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leben
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