ORANGE 2-2013 - page 58

santer, absurder, charmanter –, als man je
gedacht hätte.
Wer sich auf InterRail-Reise begibt, lernt
„Dinge“ wie Übernachtungsmöglichkeiten
oder Weiterbeförderung an verschiedens-
te Ziele zu organisieren. Man übt seine
Sprachkenntnisse und kann später bei-
spielsweise schnell von Pseudo-Französisch
zu 5-Wort-Spanisch wechseln, weiß dann
aber natürlich nicht mehr ganz genau,
in welcher Sprache man gerade spricht
oder sprechen sollte. Man lernt tatsäch-
lich sehr unterschiedliche Leute aus allen
möglichen Ländern kennen – manche
wird man während der Reise leider kaum
wieder los, manche bleiben ein Leben
lang als Freunde. Man kann wirklich noch
ein wenig Abenteurerin oder Abenteurer
sein. Zurück daheim weiß man, dass man
vieles vom heimischen Komfort gar nicht
braucht. Und dass ein InterRail-Ticket und
der Inhalt eines Rucksacks ausreichen, um
einen Monat lang glücklich zu sein.
Zug gestiegen, der einen an dieses ganz
neue Ziel befördert. Das geht ganz wun-
derbar, der InterRail Global Pass bringt
einen, wohin auch immer man möchte.
Wer lernen möchte, spontan zu sein, und
Über­raschungen „erfahren“ möchte, dem
bietet sich ein weites, abwechslungsreiches
Übungsfeld.
Das geht natürlich auch anders. Man
kann sich im Voraus festlegen, lange
Zugwechselzeiten in Kauf nehmen, per
iPad im Zug Hotels für die nächsten Tage
vorreservieren. Auch das kann InterRail
sein. Insgesamt kostet es jedoch mehr,
unter anderem Roaminggebühren, und
ist deutlich unaufregender. Und das Beste
verpasst man: zum Beispiel andere Inter-
Railer oder Backpacker von überall her
kennenzulernen, im Hostel oder vielleicht
während der Spontanübernachtung am
Kleinstbahnhof. Oder an einem gar nicht
eingeplanten Ziel festzustellen: Hier ist
es viel schöner – wahlweise auch interes-
Fotos: ©photocase.de/gabs0110, Koosinger, Fräulein.Palindrom, Miss X
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weg sein
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