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Weniger bekannt, aber trotzdem traurige
Tatsache: HIV-Infizierte und Aids-Kranke
haben nicht nur mit ihrer Krankheit zu
kämpfen. Auch soziale und politische
Restriktionen machen ihnen das Leben
schwer. Im Jahr 2012 existierten immer
noch Einreise- oder Aufenthaltsverbote
oder Einschränkungen für HIV-Infizierte
in weltweit 46 Ländern, u. a. in Ungarn,
Südkorea und Ägypten (z. B. Ausweisung
von HIV-positiven Ausländern).
Übrigens: Auch in Deutschland gibt es
noch solche Erlasse. Die Bundesländer
Bayern und Sachsen testen alle Asylbe-
werber systematisch auf HIV und andere
übertragbare Krankheiten. In Bayern
muss dabei weder über die Art der
Untersuchung informiert werden, noch
besteht die Pflicht, den Betroffenen die
Ergebnisse mitzuteilen – egal ob positiv
oder negativ. In Sachsen gibt es zwar eine
Informationspflicht, allerdings fehlt auch
hier die Möglichkeit, die Untersuchung
oder einzelne Tests zu verweigern.
Immerhin: Dank des Engagements von
Organisationen wie UNITAID, UNAIDS
(HIV-/Aids-Programm der Vereinten Na-
tionen), AIDS Action Europe und vieler
anderer haben bereits 62% aller Länder
weltweit konkrete Gesetze, die die Diskri-
minierung von HIV- und Aids-Kranken
verbieten.
HIV – so wird es übertragen:
Die gute Nachricht zuerst: In alltäglichen Situationen, z. B. auf der Arbeit, auf öffentlichen
Toiletten, im Schwimmbad, beim gemeinsamen Gebrauch von Geschirr oder Handtüchern
besteht KEINE GEFAHR, sich mit HIV zu infizieren. Auch durch Körperkontakt wie Hände-
schütteln, Küssen (auch mit Zunge), eine Umarmung oder wildes Spielen und Toben
sowie durch Insektenstiche kann man sich NICHT anstecken.
HAUPTÜBERTRAGUNGSWEGE für das Virus sind ungeschützter Sex (also in der Hauptsache
Anal- und Vaginalverkehr ohne Kondom) sowie der gemeinsame Gebrauch von Spritzen beim
Drogenkonsum.
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gesund sein
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