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Geht denn da nicht auch mal etwas schief?
Und wenn schon. Jeder Mensch, der
auf dem Hof wohne, so Sonja, sei eine
Herausforderung. Und wenn dann doch
mal etwas nicht auf Anhieb so liefe, wie
es solle, habe man bisher immer wieder
alles richten können. Letztlich würden alle
hier viel voneinander lernen und es habe
bisher immer gepasst!
Ich bin doch kein Landei!
Na und? Es muss ja nicht die Öko-Num-
mer sein. Auch Städter brauchen Hilfe
und bieten Wohnraum.
Ob allein erziehende Mütter, die Unter-
stützung bei der Betreuung ihrer Kinder
brauchen, ob Menschen mit Behinderung,
die den Alltag selbständig nur schwer
bewältigen können, oder ältere Mitbürger,
die ein Zimmer zum Wohnen anbieten,
weil sie nicht gern allein im Haus sind –
sowohl für den Mieter als auch für den
Vermieter ist diese Form des Zusammen-
lebens weit mehr als nur ein anonymes,
rein zweckgebundenes Mietverhältnis.
Welche Dienstleistungen genau erbracht
werden können, hängt ganz von den
Bedürfnissen und Lebenssituationen der
Vermieter ab. Dies kann der wöchentliche
Einkauf sein, das Abholen von Kindern aus
der Kita oder Hilfe bei den Hausaufgaben,
das Begleiten alter oder behinderter Men-
schen zum Arzt, Haus-, Hof- oder Garten-
arbeit oder Gassigehen mit dem Hund –
die Liste lässt sich beliebig fortführen. Alle
abgesprochenen Tätigkeiten, ausgenom-
men Teilbereiche pflegerischer Maßnah-
men, sind als Mitwohnarbeit erlaubt. Und
je nach Job kann dieser sogar zu einem
bezahlten Minijob werden. Genügend
Zeit zum Studieren und für Freizeit sollte
jedoch bleiben, denn helfen darf nicht zur
Rundumbetreuung werden. Grundsätzlich
gilt: eine Stunde Hilfe im Monat für einen
Quadratmeter Wohnraum zuzüglich antei-
liger Nebenkosten.
Fotos: ©photocase.de/complize; ©istockphoto.com/dundanim, RapidEye
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engagiert sein
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