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Dicke Kinder wachsen zu dicken Erwachsenen

heran, die dann oft wieder dicke Kinder haben. Dabei

spielen die Gene nur teilweise eine Rolle. Übergewicht

entsteht sehr oft durch familiäres Fehlverhalten – in der

Ernährung und in der Freizeitgestaltung (Bewegungs-

mangel). So kommt es, dass immer mehr Kinder an

Krankheiten leiden, die wir eigentlich nur von unseren

Großeltern kennen: Alterszucker, Bluthochdruck, Herz-

Kreislauf-Erkrankungen und Fettstoffwechselstörun-

gen sowie eine schlechte Körperhaltung: Der Rücken

schmerzt, die Beine bilden ein X, Gelenkerkrankungen

sind vorprogrammiert.

Dicksein ist ein Teufelskreis

Neben den verbreiteten Ernährungsfehlern mangelt

es an körperlicher Aktivität: Die Welt der Kinder wird

immer mehr zur Sitzwelt. Ein Teufelskreis, denn je län-

ger die Kids vor Smartphone und Tablet sitzen, desto

dicker werden sie, die Inaktivität lässt die körperliche

Leistungsfähigkeit verkümmern. Die effektivste Waffe

im Kampf gegen die Kilos ist Bewegung: Die körperliche

Leistungsfähigkeit steigt, das Fett verbrennt und das Er-

krankungsrisiko sinkt. Darüber hinaus steigert der Sport

die Körperwahrnehmung und das Selbstbewusstsein.

MEHR BEWEGUNG FÜR ÜBERGEWICHTIGE KIDS:

TÄGLICHE ÜBUNGEN

(3- bis 5-mal, je 5 Minuten)

Sie und Ihr Kind gehen zur Musik

im Kreis und wechseln dabei

zwischen verschiedenen Geh- und

Laufformen. BEISPIELE:

1.

Abwechselnd auf

den Zehenspitzen und Fersen gehen.

2.

Mit

»Riesenschritten« vorwärts- und rückwärts-

gehen.

3.

»Flugzeug« spielen: mit ausge-

breiteten Armen Schlangenlinie laufen.

4.

Mit den Armen nach vorn und zur Seite

schwingen.

5.

Auf Händen und Füßen krab-

beln.

6.

Hopserlauf und Sprunglauf.

WÖCHENTLICHE ÜBUNGEN

(2- bis 3-mal, je 15 bis 20 Minuten)

Eine Auswahl an Lauf- und Bewegungs-

spielen, die Sie mit Ihrem Kind machen kön-

nen. Der Fantasie sind hier keine Grenzen

gesetzt. Versuchen Sie dabei möglichst, das

Kind rund 15 bis 20 Minuten kontinuier-

lich in Bewegung zu halten.

—FUSSBALL

Laufen Sie mit ein paar Meter Abstand ne-

beneinander her und kicken Sie sich einen

Ball zu. Alternativ können Sie den Ball auch

werfen.

—WÄSCHEKORB-BALL

Stellen

Sie einen Wäschekorb auf und werfen Sie

Ihrem Kind einen Ball zu. Lassen Sie das

Kind aus einer bestimmten Entfernung zum

Korb laufen, den Ball hineinlegen und zu-

rücklaufen.

—SLALOMLAUFEN

Bauen Sie

mit Ihrem Kind einen Slalomparcours auf,

indem Sie verschiedene Gegenstände wie

zum Beispiel Flaschen, Schuhe, Bälle und

Taschen auf den Boden legen. Variieren Sie

die Abstände und bauen Sie Kurven ein.

Machen Sie die Strecke so lang, wie Sie

möchten. Jetzt können Sie und Ihr Kind sich

auf verschiedene Art und Weise durch den

Slalomkurs bewegen: laufend, hüpfend, auf

einem Bein, rückwärts, in der Hocke, auf al-

len vieren.

—FANGSPIELE

Auch hier ist die

Auswahl groß: Fangen Sie sich gegenseitig

durch Berühren oder benutzen Sie einen

Softball, mit dem der Gejagte getroffen

werden muss. Wechseln Sie dabei immer

wieder die Rollen.

—LUFTBALLONS

Lassen

Sie Ihr Kind zwei oder drei Luftballons auf-

blasen. Ziel ist es, die Ballons so lange wie

möglich in der Luft zu halten. Man kann

mit den Händen danach schlagen oder

Tischtennisschläger benutzen.

—FITNESS-

STATIONEN

Gehen Sie mit Ihrem Kind in

den Garten, Park oder Wald. Möglicherwei-

se gibt es dort sogar einen Trimm-dich-Pfad.

Ansonsten machen Sie sich Ihren eigenen:

Laufen oder gehen Sie von einer »Station«

zur anderen. An den verschiedenen Sta-

tionen können unterschiedliche Übungen

ausgeführt werden: Liegestütze, Hampel-

männer, Sit-ups, Seilspringen, Ausfallschrit-

te, Knieheben. Die Übungen können nach

Belieben verändert oder ausgetauscht und

das Tempo kann frei variiert werden.

Bis zu eine Million Heranwachsende

sind zu schwer für ihre Größe,

so aktuelle Schätzungen.

Die Lust auf Bewegung zu wecken

ist die beste Gegenstrategie.

TEXT: MARTIN GRÜNING,

REDAKTION: RUNNER’S WORLD