Inform 1 / 2016
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Hilfebedürftigkeit kann in ganz unterschiedlichen Aus-

prägungen auftreten. Auf diesen Aspekt geht die Pflege-

versicherung besonders ein. Was bedeutet das für Pfle-

gebedürftige und ihre Angehörigen?

Im Zuge des Pflegestärkungsgesetzes wird seit Januar

2015 die Tages- und Nachtpflege als Zusatzleistung an-

geboten, durch die weder das Pflegegeld gekürzt noch

der Anspruch auf Sachleistungen verringert wird. Die

Tages- und Nachtpflege ist das richtige Angebot, wenn

die ambulante Pflege zu Hause nicht mehr ausreicht,

aber die stationäre Pflege im Pflegeheim noch nicht

notwendig ist. Die teilstationäre Pflege ermöglicht dem

Pflegebedürftigen, die eigene Wohnung und die vertrau-

te Umgebung so lange wie möglich zu erhalten. Insbe-

sondere sind ältere Menschen betroffen, die von ihren

Angehörigen nicht ausreichend betreut werden können,

tagsüber allein sind und eine Beaufsichtigung benötigen.

Neben der Versorgung und Pflege können durch die

Betreuung die praktischen Fähigkeiten gefördert und

aktiviert werden. Gleichzeitig werden eine Abwechslung,

Geselligkeit und soziale Kontakte geboten. Beispiele für

solche Maßnahmen sind Gedächtnistraining, Spazier-

gänge, kreatives Arbeiten, Gesellschaftsspiele, Bewe-

gungstherapie oder Seniorengymnastik. Die Hin- und

Rückfahrt wird generell von der Einrichtung organisiert.

Die Tages- und Nachtpflege stellt somit nicht nur ein

Angebot für die Pflegebedürftigen dar, sondern entlastet

auch die pflegenden Angehörigen. Die außerhäusliche

Versorgung des Pflegebedürftigen soll somit auch einer

Überforderung der Pflegepersonen entgegenwirken.

HINWEIS

n

Voraussetzung ist zumindest eine eingeschränkte All-

tagskompetenz, die durch den Medizinischen Dienst

der Krankenversicherung im Rahmen einer Begutach-

tung festgestellt wird, und die Stellung eines Antrags

auf diese Leistung.

n

Pflegebedürftige können teilstationäre Tages- und

Nachtpflege zusätzlich zu ambulanten Pflegesachleis-

tungen, Pflegegeld oder der Kombinationsleistung in

Anspruch nehmen, ohne dass eine Anrechnung auf

diese Ansprüche erfolgt.

n

Kostenaufteilung: Pflegebedürftige haben Anspruch

auf teilstationäre Pflege einschließlich der Beförde-

rungskosten. Fahrkosten werden nicht gesondert

erstattet. Die Kosten der Unterbringung und Verpfle-

gung tragen die Tagespflegegäste selbst.

Eine Kombination aus

Versorgung in einer teil-

stationären Einrichtung

und Wohnen zu Hause

WICHTIGE TIPPS

— Erkundigen Sie sich nach den Betreuungsangeboten in der

potenziellen Einrichtung und lassen Sie sich einen Wochenplan

zeigen.

— Bevor Sie sich vertraglich binden, besuchen Sie die Einrich-

tung vorher und verschaffen Sie sich einen Eindruck von den

Räumlichkeiten und der Atmosphäre.

— Fragen Sie nach der Möglichkeit eines Probetages.

Tages-

pflege

ein cleverer Zug

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