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VIACTIV Krankenkasse

Das Lipödem und seine Probleme

von Magnus Horn | 02.03.2020
4min Lesezeit

Für Frauen ist es eine Qual, für viele Ärzte eine Herausforderung. Das Lipödem. Bis 2024 soll eine Studie darlegen, ob eine Liposuktion (Fettabsaugung) eine geeignete Therapie ist. Die Krankenkassen tragen die Kosten, sofern die medizinisch relevanten Kriterien erfüllt sind.

Lipödem – was ist das eigentlich?

„Beim Lipödem handelt es sich um eine Fettverteilungsstörung, die mit einer starken Schmerzhaftigkeit des vermehrten Fettgewebes einhergeht“, erklärt Prof. Dr. Markus Stücker, leitender Arzt des Venenzentrums in Bochum. Was sich erst einmal abstrakt anhört, äußert sich bei Frauen insbesondere in voluminösen Beinen, die einem schlanken Oberkörper entgegenstehen und wodurch es zu einem disproportionalen Körperbild kommt. Arme sind eher selten betroffen. Hände und Füße bleiben schlank. Die Silhouette sei ein wichtiger Punkt bei der Identifizierung eines Lipödems, ebenso wie eine „enorme Druckschmerzhaftigkeit an den Beinen, schon bei leichten Berührungen“, sagt Stücker. Gerade im fortgeschrittenen Stadium III sind die Schmerzen und die Bewegungseinschränkung der Betroffenen stark. Auch die Ausbildung sogenannter Wammen sind dann signifikant: lappenartige Fettvorwölbungen gerade an der Innenseite der Oberschenkel, wie Stücker erklärt. „Die Patientinnen laufen dann nicht mehr richtig, weil sie das eine um das andere Bein herumsetzen müssen.“

Adipositas nicht gleich Lipödem

Bei der Ursachenforschung tut sich auch der Experte schwer: „Nach den bisherigen Erkenntnissen spielt die Veranlagung und das Geschlecht eine Rolle. Es tritt praktisch nur bei Frauen auf und ausschließlich nach der Pubertät, was auf etwas Hormonelles deutet.“ Bislang gibt es kaum aussagekräftige Studien. Auch Ernährung könne eine Rolle spielen, so Stücker. Sprich, mit zunehmendem Gewicht komme es zu einer stärkeren Ausbildung eines Lipödems.

Doch genau da fällt es so schwer, eine Abgrenzung zur Adipositas (Fettleibigkeit) zu finden. „Der Unterschied ist außerordentlich schwer festzustellen“, sagt auch Stücker. Vom Aussehen lasse sich ein Lipödem-Bein kaum von einem Adipositas-Bein unterscheiden. Ob Ernährung und auch Sport das Fettgewebe bei einem Lipödem positiv beeinflussen können, bei dieser Frage scheiden sich laut dem Arzt die Geister. „Anders als vielfach gesagt, geht man heute davon aus, dass Ernährung doch eine große Rolle beim Management und der Behandlung eines Lipödems spielt“, sagt er.

Wann die Liposuktion eine Kassenleistung wird

Oder ist doch die Liposuktion (Fettabsaugung) der letzte hilfreiche Schritt? Die Wirkungen einer solchen Operation sollen mittels einer Studie bis Ende 2024 besser ergründet werden, weshalb die Kosten von den Krankenkassen übernommen werden. Das gab der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) im September 2019 bekannt. Dies soll „die zwingend nötigen Informationen für eine zuverlässige Abwägung von Nutzen und Schaden der Methode liefern“, erklärte Dr. Monika Lelgemann, unparteiisches Mitglied und Vorsitzende des Unterausschusses Methodenbewertung des G-BA. Voraussetzung für die Kassenleistung ist, dass Patientinnen ein Lipödem im Stadium III diagnostiziert worden ist, mit all den beschriebenen körperlichen Symptomen, sowie dass eine sechsmonatige konservative Therapie keine Linderung der Schmerzen gebracht hat.

Konservative Behandlung des Lipödems

Die konservative Therapie beinhaltet zum Beispiel Lymphdrainage, Kompression und Bewegungstherapie. Auch hat das Gesundheitsministerium festgelegt, dass Patientinnen mit einem Body Mass Index über 40 keine Liposuktion bekommen sollen. „Wenn man ein Lipödem hat mit einem Body Mass Index zwischen 35 und 40, dann muss auch eine Adipositas-Therapie durchgeführt werden, ehe man über eine Fettabsaugung nachdenkt“, sagt Stücker. Der Body Mass Index beschreibt das Verhältnis von Körpergewicht in Kilogramm zur Körpergröße in Metern zum Quadrat.

Laut Stücker helfen Kompressionsstrümpfe oft, die Schmerzen in den Beinen zu reduzieren. Durch die dann gesteigerte Beweglichkeit erhoffe man sich, dass das Gewicht zumindest nicht steigt. Eine Lymphdrainage könne dann sinnvoll sein, wenn die Kompression allein nicht wirksam ist und Wassereinlagerungen nicht allein dadurch beseitigt werden können. „Ob eine Lymphdrainage ohne solche Wassereinlagerung Sinn ergibt, ist sehr umstritten“, sagt Stücker.

Schönheitsideal hat sich verändert

Das Argument von Ärzten, die eine Liposuktion durchführen, sei, dass sie den Patientinnen lebenslang hilft, während konservative Methoden ständig gemacht werden müssten. „Noch belegen das aber keine Studien.“ Daher hofft auch der Gefäß-Experte darauf, dass die nun angelaufene Studie nähere Erkenntnisse bringt, um zu entscheiden, wann und wie eine erfolgreiche Therapie aussehen soll.

Eine genaue Diagnose ist auf jeden Fall entscheidend. Voluminöse und schmerzende Beine müssen nicht immer ein Lipödem sein. Fehlernährung, eine Fehlfunktionen der Schilddrüse oder ein Krampfaderleiden können auch ähnliche Symptome verursachen. „Hier stehen in der wissenschaftlichen Welt viel mehr Fragezeichen, als man denkt“, sagt Stücker.

Neben den körperlichen Symptomen sei ein Lipödem für Frauen häufig auch eine psychische Belastung, glaubt Stücker. Er kritisiert auch den Wandel in der Gesellschaft. Das Schönheitsideal, wie heutzutage ein Frauenbein auszusehen hat, habe sich „dramatisch geändert. Diesen gesellschaftlichen Druck, der auf den Frauen lastet, sollte man mal überdenken.“

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