VIACTIV Krankenkasse

Mit Unterdruck gegen den Schmerz

von sgutsche | 12.01.2019
2min Lesezeit

Ob beim akuten Hexenschuss oder ständigen Kopfschmerzen - haben Sie es schon mal mit Schröpfen probiert? Das ist eine uralte Reiztherapie, bei der mit kleinen kugelförmigen Gläsern Unterdruck auf der Haut der schmerzenden Körperstelle erzeugt wird. Dabei entstehen zwar jede Menge blaue Flecken - es lindert aber den Schmerz.

Jahrtausende alt

Schröpfen fällt in den Bereich der Naturheilkunde und gilt als eines der ältesten Therapieverfahren der Welt; in Sachen Therapieformen mit Apparaten ist es sogar die älteste überhaupt. Schon vor Jahrtausenden wurde es in fast jeder alten Medizinkultur unabhängig voneinander praktiziert - das Prinzip ist immer dasselbe: Nach einem Tastbefund werden die sogenannten Schröpfköpfe an der entsprechenden Körperstelle angesetzt. Durch verschiedene Methoden (früher ein brennender Wattebausch, heute meist Pumpvorrichtungen) wird ein Vakuum erzeugt und durch den Unterdruck die Haut angesaugt.

Verspannungen lösen

Das Ziel beim Schröpfen ist unter anderem die bessere Durchblutung des Gewebes. Die Oberhaut hebt sich von den tiefer gelegenen Schichten ab, so zirkuliert das Blut mehr. Dadurch wird der Stoffwechselprozess angeheizt und Entzündungsreaktionen werden bekämpft. Durch das Schröpfen kommt alles wieder besser in Fluss, Verspannungen und Blockaden lösen sich. Die dabei entstehenden Hämatome, also blaue Flecken, können ein paar Stunden oder auch Tage anhalten.

Trocken oder blutig?

Es klingt gruseliger als es ist, aber tatsächlich - neben dem trockenen Schröpfen, das vor allem bei chronischen Erkrankungen und tiefsitzendem Schmerz angewendet wird, gibt es auch eine blutige Variante. Hier wird die Haut vor der Behandlung mit einer dünnen Nadel eingeritzt. Deshalb tritt beim Schröpfen Blut aus, welches in den Gefäßen aufgefangen wird. Neben den Effekten beim trockenen Schröpfen sollen so zusätzlich die Fließeigenschaften von Blut und Lymphe verbessert werden. Die blutige Variante wird vor allem bei akuten Schmerzen angewandt, die sich bei Wärmeanwendungen noch verschlimmern.

Anwendungsgebiete und Vorteile

Die Wirkungsweise des Schröpfens kann bei den verschiedensten Krankheitsbildern helfen. Ob bei der Behandlung von Schmerzen des Bewegungsapparates mit muskulären Verspannungen, bei Durchblutungsstörungen oder Problemen mit den inneren Organen - die Reiztherapie kann in den verschiedensten Körperregionen Abhilfe schaffen. Dabei ist es eine sehr nebenwirkungsarme Therapie - die allerdings schmerzhaft sein kann. Angeboten werden Schröpftherapien von Heilpraktikern und Ärzten, die auf Naturheilverfahren spezialisiert sind.

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