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VIACTIV Krankenkasse

Pressemitteilung

Mein Nierenkompass: Krankenkassen müssen Versorgung stärker mitgestalten

06.11.2026

Rund 2,38 Milliarden Euro hat die gesetzliche Krankenversicherung im Jahr 2025 für Dialysebehandlungen ausgegeben. Das geht aus einer aktuellen Antwort der Bundesregierung hervor. Die Zahl macht deutlich, welche finanzielle Bedeutung schwere Nierenerkrankungen für das Gesundheitssystem haben. Umso wichtiger ist es, gesundheitliche Risiken frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig zu handeln. Genau hier setzt das Projekt „Mein Nierenkompass“ an, das von einem Netzwerk aus Betriebskrankenkassen gemeinsam entwickelt wurde und jetzt in die Pilotphase gestartet ist. Die VIACTIV Krankenkasse hat die Entwicklung aktiv begleitet. Für VIACTIV-Vorstand Markus Müller, steht „Mein Nierenkompass“ beispielhaft für eine stärkere Rolle der Krankenkassen in der Gesundheitsversorgung.

„Viele Menschen erfahren erst von ihrer Nierenerkrankung, wenn diese bereits weit fortgeschritten ist. Dabei liegt gerade im frühen Erkennen eine große Chance“, erklärt Müller, der selbst Arzt ist. „Mit ‚Mein Nierenkompass‘ zeigen wir, wie Krankenkassen ihre Möglichkeiten nutzen können, um Menschen frühzeitig zu erreichen und gemeinsam mit den behandelnden Praxen gezielt zu unterstützen.“

Gesundheitsrisiken erkennen und gezielt handeln

Im Mittelpunkt des Projekts steht ein neuer Versorgungsansatz, der vorhandene Gesundheitsdaten nutzt, um Versicherte mit einem erhöhten Risiko für eine chronische Nierenkrankheit zu identifizieren und gezielt anzusprechen.

Ein einfacher Test zu Hause kann erste Hinweise auf eine mögliche Erkrankung liefern. Auffällige Ergebnisse werden anschließend in der Hausarztpraxis medizinisch abgeklärt. Die Krankenkassen begleiten ihre Versicherten auf diesem Weg.

Für Müller liegt darin ein wichtiger Perspektivwechsel: „Wir sollten nicht erst aktiv werden, wenn Menschen bereits schwer erkrankt sind. Krankenkassen und ärztliche Praxen können gemeinsam dazu beitragen, gesundheitliche Risiken früher zu erkennen. So setzen wir unsere begrenzten Ressourcen gezielter dort ein, wo sie den größten gesundheitlichen Nutzen versprechen.“

Von der gemeinsamen Idee in die Versorgungspraxis

Rund ein Dutzend Betriebskrankenkassen haben über zwei Jahre gemeinsam die Grundlagen für „Mein Nierenkompass“ erarbeitet. Die strategische Steuerung lag bei einem Projektlenkungsausschuss, dem neben Markus Müller auch Gertrud Demmler angehörte. Der BKK Dachverband koordinierte und förderte die Projektarbeit.

„Gute Ideen für eine bessere Gesundheitsversorgung gibt es viele. Entscheidend ist aber, dass daraus konkrete Angebote werden, die bei den Versicherten ankommen“, sagt Müller. „Jetzt wollen wir herausfinden, wie gut wir die Menschen erreichen, wie die Zusammenarbeit zwischen Krankenkassen und Behandelnden funktioniert und welche Erkenntnisse wir für die weitere Versorgung gewinnen können.“

Die Pilotphase soll auch zeigen, inwieweit sich der Ansatz auf andere Erkrankungen übertragen lässt. Damit reicht die Bedeutung des Projekts über die Früherkennung chronischer Nierenkrankheiten hinaus.

Mehr gesunde Lebensjahre als gemeinsames Ziel

Aus Sicht der VIACTIV braucht eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung Krankenkassen, die über ihre bisherigen Aufgaben hinaus Verantwortung übernehmen und die Versorgung gemeinsam mit den Gesundheitsberufen weiterentwickeln.

„Wir müssen Versorgung stärker von den Menschen her denken. Dafür sollten wir die Möglichkeiten der Krankenkassen und die medizinische Kompetenz der Gesundheitsberufe viel enger miteinander verbinden“, betont Markus Müller.

Entscheidend sei dabei nicht allein, welche Leistungen das Gesundheitssystem erbringt, sondern vor allem, was diese für die Menschen bewirken.

„Unser gemeinsamer Maßstab müssen möglichst viele gesunde und selbstbestimmte Lebensjahre sein. Daran sollten wir den Erfolg solcher Projekte und unseres Gesundheitssystems viel stärker messen“, so Markus Müller weiter.

Über „Mein Nierenkompass

„Mein Nierenkompass“ ist ein gemeinsames Projekt aus dem Netzwerk der Betriebskrankenkassen. Es verfolgt das Ziel, chronische Nierenkrankheiten früher zu erkennen und betroffene Versicherte gezielt durch die Versorgung zu begleiten. Das Projekt wurde über zwei Jahre von rund einem Dutzend Betriebskrankenkassen entwickelt und wird vom BKK Dachverband koordiniert. Die Pilotphase wird von der BAHN-BKK, der novitas BKK und der SBK Siemens-Betriebskrankenkasse umgesetzt.

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