Ziel verfehlt – Masern sind nicht totzukriegen

06.02.2015

Masern gelten fälschlicherweise als harmlose Kinderkrankheit

Bochum: Immer wieder kommt es zu Masernausbrüchen – aktuell in Berlin. Im Januar gab es dort 254 neue Masernfälle. Allein in der vierten Kalenderwoche des neuen Jahres waren es laut Robert Koch-Institut mit 82 neuen Fällen so viele wie noch nie seit 2001. Masern sind eine gefährliche Infektionserkrankung und gelten zu Unrecht als harmlose Kinderkrankheit. Zu oft kommt es zu schweren Verläufen mit Hirnschäden und auch tödlichen Folgen.


Masern sind eine der ansteckendsten Infektionskrankheiten überhaupt. Weltweit verbreitet ist ihre Bedeutung in Afrika und Asien am größten. Hier gehören sie zu den zehn häufigsten Infektionskrankheiten. Der Anteil tödlicher Verläufe ist in sogenannten Entwicklungsländern besonders hoch. Touristen- und Flüchtlingsströme sorgen für eine weltweite Verbreitung. Zwar sind in Deutschland Masernerkrankungen selten, dennoch kommt es immer wieder zu regionalen Masernausbrüchen – wie jetzt in Berlin. Das Risiko eines schweren Verlaufes ist hoch und wird mit 1 pro 1000 Masern-Erkrankungsfällen angegeben. Das Ziel, Masern in Deutschland und Europa bis 2015 auszurotten, scheint trotz aller Mühen verfehlt.

Seit Einführung der Meldepflicht 2001 ging die Zahl der jährlich gemeldeten Masernfälle zwar beständig zurück, doch ist eine Ausrottung der Maserninfektionen in Deutschland längst nicht erreicht. Allein 2013 wurden dem Robert Koch-Institut nahezu 1800 Fälle gemeldet. An Masern erkranken zunehmend Jugendliche und Erwachsene – 2013 waren rund 44 Prozent der Erkrankten mindestens 18 Jahre alt, 29 Prozent der Erkrankten mussten im Krankenhaus behandelt werden. Rund drei Viertel aller Erkrankten waren nicht vollständig oder gar nicht gegen Masern geimpft.

„Leider werden nicht alle Kinder im vorgesehenen Alter geimpft“, bedauern die Gesundheitsexperten der BKK vor Ort und ergänzen, „gleichzeitig haben wir Impflücken bei den Erwachsenen. Das erhöht das Erkrankungsrisiko des Einzelnen und begünstigt die Ausbreitung.“

Um einen ausreichenden dauerhaften Impfschutz aufzubauen, ist die zeitgerechte Impfung von Kindern notwendig. Nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) soll die erste Impfung zwischen dem 11. bis 14. Lebensmonat, die zweite Impfung ab dem 15. bis 23. Monat erfolgen. Die BKK vor Ort appelliert an alle Eltern, die von der STIKO empfohlenen Impftermine beim Kinderarzt einzuhalten.

„Darüber hinaus bieten wir für Kinder und Jugendliche weitere Vorsorgeuntersuchungen, bei denen ein Nachholen des Impfschutzes möglich ist“, so die Experten. Grundsätzlich sollten sich alle Versicherten, die nach 1970 geboren wurden, in der Kindheit aber gar nicht oder nur einmal geimpft wurden, oder deren Impfstatus unklar ist, impfen lassen – so die Empfehlung der STIKO. Das schützt nicht nur den Geimpften selbst, sondern mindert auch die Ansteckungsgefahr derjenigen, die keinen ausreichenden Impfschutz haben.

Urlaubsreisende sollten die Informationen über Maserngebiete und Ausbrüche der Erkrankung im Ausland beachten.

Typische Symptome der Maserninfektion
Masern beginnen meist mit grippeähnlichen Symptomen – hohes Fieber, Husten, Schnupfen. Erst einige Tage später entwickelt sich der typische Masern-Ausschlag. Als häufige Komplikation sind Bronchitis, Mittelohr- und Lungenentzündung bekannt. Bei etwa einem von 1000 Erkrankten kommt es zu lebensbedrohlichen Gehirnentzündungen.

Die Erreger von Masern werden durch Tröpfchen übertragen, zum Beispiel beim Sprechen, Husten oder Niesen.

Über die BKK vor Ort:
Die BKK vor Ort betreut mit etwa 1.500 Mitarbeitern bundesweit an über 70 Standorten rund 780.000 Versicherte und ca. 110.000 Firmenkunden, Vertragspartner und Leistungserbringer. Damit ist sie eine der größten Krankenkassen in Deutschland.
Sitz der BKK vor Ort ist Bochum in Nordrhein-Westfalen.

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