Patientenbefragung zur Kultursensibilität von Krankenhäusern in Nordrhein-Westfalen

12.04.2016

Kultursensible Versorgung ist wichtig für den Behandlungserfolg

Bochum: Wie zufrieden sind Patienten mit türkischem Migrationshintergrund mit der nicht medizinischen Versorgungsleistung in nordrhein-westfälischen Krankenhäusern und welche Faktoren beeinflussen die Patientenzufriedenheit? Antworten dazu liefert eine Untersuchung der VIACTIV Krankenkasse gemeinsam mit der Faize Berger Management Services. Rund 3000 Krankenhausfälle bei 1700 Patienten mit türkischem Migrationshintergrund verzeichnete die VIACTIV Krankenkasse 2014.


In rund 300 Interviews, die zu 70 Prozent in türkischer Sprache durchgeführt wurden, ermittelte die Untersuchung die Zufriedenheit der Patienten und deren Bedürfnisse. Dazu gehören vor allem eine den Ernährungsgewohnheiten entsprechende Verpflegung und die Möglichkeit zur Religionsausübung.

„Kultursensibilität ist ein Thema der Versorgungsqualität in der stationären Behandlung“, erläutert Manfred Richter, Leiter Politik und verantwortlich für das Projekt bei der VIACTIV Krankenkasse. „Wenn bei der Krankenhausbehandlung die Verunsicherung überwiegt, Organisation und Abläufe des Krankenhauses dem Patienten fremd sind, wegen sprachlicher Barrieren die Kommunikation nicht funktioniert, religiösen Bedürfnissen nicht Rechnung getragen wird, dann ist das schlecht für den Genesungsverlauf.“

Trotz einer hohen allgemeinen Zufriedenheit (84 %) unterscheiden sich Patienten, die in der Türkei geboren wurden zum Teil deutlich von denen, die in Deutschland geboren wurden. „Es ist die erste Generation, die jetzt zunehmend altersbedingt stationär behandelt wird“, erläutert Faise Berger, die die Untersuchung durchgeführt hat. „Sie haben eine deutlich konservativere Grundeinstellung. Einschränkung zum Beispiel bei der Verpflegung und der Möglichkeit zur Religionsausübung beurteilen sie erheblich kritischer als die Folgegenerationen.“

Zur Kultursensibilität hatte die VIACTIV Krankenkasse (damals BKK vor Ort) bereits 2012 gemeinsam mit dem Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter (MGEPA) des Landes Nordrhein-Westfalen ein Forschungsgutachten durch das Deutsche Krankenhaus Institut initiiert. Bildete dies die Bemühungen der Leistungserbringer um Kultursensibilität ab, dokumentiert die vorliegende Untersuchung die Erfahrungs- und Erlebnisebene der Patienten.

Über die VIACTIV Krankenkasse:
Die VIACTIV betreut mit etwa 1.500 Mitarbeitern bundesweit an über 60 Standorten ca. 770.000 Versicherte und 110.000 Firmenkunden, Vertragspartner und Leistungserbringer. Damit ist sie eine der größten Krankenkassen in Deutschland. Hauptsitz ist Bochum (NRW).

VIACTIV ist hervorgegangen aus Fusionen der Betriebskrankenkassen namhafter Betriebe: u.a. Krupp, Mannesmann, Opel, Dräger, Evonik, LWL, Werften in Rostock und Wismar.

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