Muskel-Skelett-Erkrankungen weiter Nummer eins bei Krankschreibungen

28.11.2014

Einseitige Belastung am Arbeitsplatz ist Risikofaktor für Muskel-Skelett-Erkrankungen

Bochum: Muskel-Skelett-Erkrankungen bleiben weiterhin Spitzenreiter als Ursache für Arbeitsunfähigkeiten (AU). Während die Zahl der Atemwegserkrankungen besonders in den Wintermonaten dominiert, liegen durch Muskel-Skelett-Erkrankungen verursachte Arbeitsunfähigkeitsfälle und Arbeitsunfähigkeitstage ganzjährig im Dauerhoch.

Beschäftigte, die 2013 in der BKK vor Ort versichert waren, haben sich innerhalb des Jahres in rund 490.000 Fälle krank gemeldet, davon 17,3% wegen Muskel-Skelett-Erkrankungen. Das führte zu einem Arbeitsausfall von rund 1,8 Millionen Tagen – 26 % der AU-Tage insgesamt. Jeder einzelne wegen Muskel-Skelett-Erkrankungen entstandene Fall dauerte im Durchschnitt 21,3 Tage – das sind 7 Tage mehr als die durchschnittliche Ausfalldauer für einen Arbeitsunfähigkeitsfall über alle Diagnosegruppen. Muskel-Skelett-Erkrankungen verursachen sowohl bei Männern als auch Frauen die meisten Fehlzeiten.

In der Liste der Einzeldiagnosen mit den meisten Fehlzeiten stehen Rückenschmerzen mit 7 Prozent aller AU-Tage auf Platz eins. Andere Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems – Erkrankungen der Gelenke, des Weichteilgewebes (Muskeln, Sehnen, Bänder etc.) sowie sonstige Muskel-Skelett-Erkrankungen – belegen die Plätze fünf bis sieben.

Mit steigendem Alter nehmen Häufigkeit und vor allem Dauer der Arbeitsunfähigkeiten zu. Die durchschnittliche Falldauer über alle Diagnosen liegt bei den 25jährigen bei 7,4 Tagen und steigt bei den über 56jährigen auf 21,7 Tage. Bei Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems liegen die Zahlen mit 11 Tagen bei den 25jährigen und 28,9 Tagen bei den über 56jährigen noch weiter auseinander.

Zu den bekannten Risiken, die Muskel-Skelett-Erkrankungen begünstigen, gehören physische Belastungen – z. B. Fehl- und Zwangshaltungen, das Bewegen großer Gewichte, hohe Wiederholungsfrequenzen und kurze Erholungszeiten sowie Vibrationen. Auch andauerndes Sitzen (im Büro, im Auto und zuhause) ohne Ausgleichsbewegungen ist für den Körper eine belastende Fehlhaltung. Daher sind Muskel-Skelett-Erkrankungen auch an Arbeitsplätzen weit verbreitet, die nicht von körperlicher Anstrengung geprägt sind – etwa in der Verwaltung.

Darüber hinaus rücken zunehmend psychosoziale Risiken in den Fokus der Ursachenforschung. Diese ergeben sich aus der Arbeitsumgebung oder Arbeitsorganisation, betreffen die Aufgaben und Arbeitsmittel. Auch ein schlechtes Betriebsklima oder Probleme mit dem Chef lasten Beschäftigten nicht nur buchstäblich auf der Seele sondern auch auf den Schultern.

„Mit unserer Erfahrung in den verschiedensten Branchen sind wir ein wichtiger Partner für Unternehmen, die sich für die Gesunderhaltung ihrer Beschäftigten einsetzen“, erklärt Jürgen Clemens vom betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) der BKK vor Ort. „Gemeinsam mit dem Arbeitgeber analysieren wir die verschiedenen Risikofaktoren am Arbeitsplatz, die Erkrankungen begünstigen können - genauso wie die gesundheitsförderlichen Bedingungen, die Arbeit mit sich bringt - und entwickeln daraus passgenaue Präventionsansätze.“

Diese Maßnahmen helfen:

  • Individuelle Bewegungsprogramme bieten dem Einzelnen die Möglichkeit zu mehr Ausgleichsbewegung und rückenschonende Verhaltensweisen zu erlernen. Als wirksam haben sich funktionelle Gymnastik und leichte Fitnessübungen zur Steigerung von Kraft, Beweglichkeit und Kondition erwiesen.
  • Im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements versprechen multidimensionale Programme den größten Erfolg. Dabei werden zusätzlich zum individuellen Gesundheitsverhalten auch die Arbeitsbedingungen einbezogen. So können schon kleine Veränderungen große Wirkungen erzeugen: ein Gummibelag auf dem harten Betonboden kann zum Beispiel langes Stehen am Band für die Wirbelsäule erträglicher machen.
  • Ein Erfolgsfaktor für betriebliche Maßnahmen sind partizipatorische Ansätze. Hierbei werden Beschäftigte aktiv in die Gestaltung von Arbeitsplatz und –aufgaben einbezogen. Die Mitarbeiter sind schließlich die besten Experten, weil sie ihre Arbeitsbelastungen täglich erleben. So können sie ihre gesundheitsfördernden Ideen unmittelbar einbringen.
  • Die Fachberater der BKK vor Ort empfehlen Organisatorische Ansätze für eine erfolgreiche Gesundheitsförderung. Sie drücken sich aus in abwechslungsreichen Tätigkeiten, Vermeidung von ständigen Unterbrechungen, Förderung von sozialem Austausch, Gewährleistung einer ausreichenden Beschäftigungssicherheit, Anerkennung von Leistungen und einem positiven Betriebsklima. Besonders Führungskräfte gilt es hierbei zu unterstützen.

Über die BKK vor Ort:
Die BKK vor Ort betreut mit etwa 1.500 Mitarbeitern bundesweit an über 70 Standorten rund 780.000 Versicherte und ca. 110.000 Firmenkunden, Vertragspartner und Leistungserbringer. Damit ist sie eine der größten Krankenkassen in Deutschland.
Sitz der BKK vor Ort ist Bochum in Nordrhein-Westfalen.

Für Pressekontakte:
BKK vor Ort
Dietrich Hilje
Universitätsstr. 43, 44789 Bochum
Telefon 0234 479-2717, Mobil 0172 3864318
Dietrich.Hilje@spam protectbkkvorort.de
www.bkkvorort.de/presse/

Jetzt Mitglied werden

zum Online-Beitritt

Service-Center Suche

Für Pressekontakte

Monika Hille
Telefon: 0234 4792709
Mobil: 0171 8605975
monika.hille@viactiv.de

Georg Stamelos
Telefon: 0234 4792158
Mobil: 0152 22577157
georg.stamelos@viactiv.de

VIACTIV Krankenkasse
Universitätsstraße 43
44789 Bochum