Codein ist nichts für Kinder

19.05.2015

Codein ist nichts für Kinder

Bochum: Codein zur Behandlung von Husten darf bei Kindern unter 12 Jahren nicht mehr angewendet werden. Dies ist ein Ergebnis des Risikobewertungsverfahrens, das durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) für codeinhaltige Arzneimittel zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen angestoßen wurde.


Die Anwendung codeinhaltiger Arzneimittel zur Schmerzbehandlung bei Kindern wurde bereits 2013 deutlich eingeschränkt. Zuvor waren mehrere tödliche oder lebensbedrohliche Fälle einer Atemdepression (Abflachung bzw. Herabsetzung der Atmung) bei Kindern bekannt geworden. Mit dem im April 2014 auf europäischer Ebene eingeleiteten neuen Risikobewertungsverfahren wollte das BfArM auch eine Risikominimierung bei der Behandlung von Husten erreichen.

Codein wirkt, indem es durch ein körpereigenes Enzym zu Morphin umgesetzt wird. Patienten mit einer bestimmten genetischen Ausprägung ("ultra-schnell Metabolisierer") wandeln Codein sehr schnell zu Morphin um. Dies kann zu einer Opioidvergiftung führen, heißt es in der BfArM-Mitteilung.

Als Ergebnis der Risikobewertung teilt das Bundesinstitut Patienten mit:

  • Codein zur Behandlung des Hustens darf bei Kindern unter 12 Jahren wegen des Risikos schwerwiegender Nebenwirkungen (z.B. Atemprobleme) nicht mehr angewendet werden.
  • Für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren mit Atemwegsbeeinträchtigungen wird Codein wegen der erhöhten Anfälligkeit für Atemstörungen nicht mehr empfohlen.
  • Patienten jeglichen Alters, die Codein sehr schnell verstoffwechseln, dürfen Codein wegen des Risikos schwerwiegender Nebenwirkungen (z.B. Atemprobleme) nicht mehr anwenden.
  • Stillende Mütter dürfen Codein wegen des Risikos für den Säugling nicht mehr anwenden.
  • Eltern und Pflegepersonal, die eines der folgenden Symptome bei Patienten beobachten, die Codein anwenden, sollten die Medizin absetzen und unverzüglich ärztlichen Rat einholen: Verlangsamte oder flache Atmung; Verwirrung, Müdigkeit, enge Pupillen, Übelkeit, Verstopfung oder Appetitverlust.

Die beschlossenen Maßnahmen sollen jetzt umgesetzt werden.

Bei Fragen zur Behandlung oder Nebenwirkungen von Codein sollten Patienten den Rat ihres Arztes oder Apothekers einholen.

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