Chronisch krank im Betrieb

03.06.2015

Diabetes und Co. sind längst in den Unternehmen angekommen.

Bochum: Chronische Erkrankungen nehmen zu und die Betroffenen werden immer jünger. Daher kommt das Problem zunehmend auch in den Betrieben an. Diabetes und Co. stellen ein Risiko für die Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiter dar und können die Wirtschaftlichkeit von Unternehmen beeinflussen. Verhaltens- und Verhältnisprävention sowie die Integration erkrankter Mitarbeiter fordern Unternehmen und Krankenkassen zunehmend.


Ein Beispiel guter Zusammenarbeit zur Schaffung alternsgerechter Arbeitsbedingungen bieten die Hüttenwerke Krupp Mannesmann HKM in Duisburg und die BKK vor Ort. Im Rahmen der Initiative „Diabetes@work“ stellten Experten das betriebliche Gesundheitsmanagement von HKM vor und diskutierten mit Medizinern und der Politik über Prävention und Versorgung.

Gesundheit im Betrieb ist eine Netzwerkaufgabe interner und externer Stellen. Natürlich kommt dem Betrieb dabei eine federführende Rolle zu. „Seit mehreren Jahrzehnten arbeiten wir kontinuierlich an der Verbesserung der Arbeitsschutzmaßnahmen für unsere rund 3.000 Mitarbeiter und an der Einbindung von Menschen mit Diabetes in den alltäglichen Betriebsablauf“, führte  Peter Gasse, Arbeitsdirektor von HKM aus. „Schichtarbeit und körperlich belastende Tätigkeiten, wie sie bei uns an der Tagesordnung sind, erfordern frühzeitige Interventionen und Präventionsmaßnahmen, die auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter zugeschnitten sind“, ergänzte Dr. Wolfgang Panter, leitender Betriebsarzt bei HKM.

Aber auch die Krankenkasse, ist ein wichtiger Akteur im betrieblichen Gesundheitsmanagement. Die Gesundheitsberichte der BKK vor Ort bilden das Gesundheitsgeschehen im Betrieb oder in Betriebsteilen ab. Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen liefern die Datenbasis für Aussagen über Krankheitsschwerpunkte, die es dann näher zu untersuchen gilt. Betriebliche Stellen und der Betriebsarzt kennen die Verhältnisse vor Ort. Sie wissen welcher Handlungsbedarf wo besteht und welchen Hilfe- und Beratungsbedarf ein erkrankter Mitarbeiter hat.

„Hier kann die BKK vor Ort kompetent unterstützen zum Beispiel bei der schnellen Terminabsprache mit Fachärzten“, erläutert Reinhard Brücker, Vorstandsvorsitzender der BKK vor Ort. „Der Betriebsarzt kann aber im Einzelfall auch eigenständig Verordnungen ausstellen etwa für Rehasport, damit ein Beschäftigter nach einer Akutbehandlung den Therapieerfolg langfristig sichern kann.“

„Wir müssen uns frühzeitig für die Gesundheit der Mitarbeiter engagieren, nicht erst wenn es zu spät ist – das ist der Sinn von Prävention. Dazu brauchen Betriebe und Krankenkassen politische Rahmenbedingungen“, ergänzt Reinhard Brücker. Mit dem anstehenden Präventionsgesetz werden diese gegeben, so auch die Meinung der anwesenden Landes und Bundespolitiker, auch wenn an der einen oder anderen Stelle noch Diskussionsbedarf bestünde.

„Das Präventionsgesetz und die Stärkung der betrieblichen Gesundheitsförderung sind grundsätzlich zu begrüßen“, erklärte Reinhard Brücker. „Die Ausweitung der Mittel darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein Paradigmenwechsel im Gesundheitswesen notwendig ist. Zurzeit versteht sich das Gesundheitswesen doch im Wesentlichen als Reparaturbetrieb. Nur ein geringer Bruchteil der Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung fließt in Präventionsmaßnahmen. Das ist eindeutig zu wenig. Andererseits muss eine Steigerung der Ausgaben in diesem Bereich gegenfinanziert werden – sei es durch Einsparungen im kurativen Bereich oder durch Zusatzbeiträge, die durch die Entscheidung der großen Koalition allerdings allein die Versicherten zu zahlen haben.“

Ziel der Initiative „Diabetes@Work“ und ihrer Partner ist es, aufzuzeigen, wie Unternehmen zum Ausgangspunkt für Prävention und Früherkennung bei Diabetes werden können und welche politischen Rahmenbedingungen dafür nötig sind. Dabei soll auch erkundet werden, wie sich bestehende Leuchtturmbeispiele flächendeckend umsetzen und auf alle Unternehmensgröße anpassen lassen. Mit den Erkenntnissen der einzelnen Länderstationen will die Initiative auf Bundesebene Impulse für eine Nationale Diabetesstrategie setzen.
Weitere Informationen unter:
www.Diabetesatwork.de


Über die BKK vor Ort:
Die BKK vor Ort betreut mit etwa 1.500 Mitarbeitern bundesweit an über 70 Standorten rund 780.000 Versicherte und ca. 110.000 Firmenkunden, Vertragspartner und Leistungserbringer. Damit ist sie eine der größten Krankenkassen in Deutschland.
Sitz der BKK vor Ort ist Bochum in Nordrhein-Westfalen.

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