Wie schaffen wir es, dass sich Menschen in Deutschland mehr bewegen? Nicht allein, indem wir an den persönlichen Willen appellieren. Entscheidend sind auch die Bedingungen, unter denen Menschen leben, lernen und arbeiten. Genau darum ging es beim parlamentarischen Frühstück „Bewegung als Systemfrage“, zu dem wir zum Abschluss der von uns unterstützten Kampagne gemeinsam mit der Apothekenumschau eingeladen haben. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Medizin, Medien und Sport kamen zusammen, um darüber zu diskutieren, wie Bewegung einen festen Platz in unserem Alltag bekommen kann. Das Frühstück war gut besucht und bot Raum für unterschiedliche Perspektiven und konkrete Impulse in Richtung Politik.
Bewegung muss im Alltag leichter werden
Eine zentrale Botschaft des Austauschs: Bewegung ist nicht nur eine individuelle Entscheidung. Auch die Rahmenbedingungen müssen stimmen. In Kommunen, Bildungseinrichtungen und der Gesundheitsversorgung braucht es Strukturen, die Bewegung erleichtern und selbstverständlich machen. Das wurde auch in den Gesprächen am Rande der Veranstaltung deutlich. Eine Teilnehmerin brachte es so auf den Punkt: Sport müsse für alle Menschen zugänglich sein. Noch immer gebe es Barrieren, die Menschen daran hinderten, selbstbestimmt passende Sport- und Bewegungsangebote zu nutzen.
Auch die Wissenschaft zeigt, dass es nicht immer das große Sportprogramm sein muss. Sportmedizinerin Christine Josten verwies auf die Wirkung alltäglicher Bewegung: Schon zusätzliche Schritte und wenige Minuten mehr Gehen am Tag können einen Unterschied machen. Gerade diese Niedrigschwelligkeit macht Bewegung im Alltag so wertvoll.
Ein weiterer Impuls lautete deshalb: Wir sollten weniger darüber sprechen, wie Einzelne zu mehr Bewegung motiviert werden können – und stärker darüber, wie wir den Alltag bewegungsfreundlicher gestalten. Ob in Kita, Schule oder im Alter: Bewegung sollte möglichst selbstverständlich dazugehören. Als VIACTIV verfolgen wir dieses Ziel unter anderem mit unseren Lebenswelten-Projekten, wie z.B. mit dem Projekt POWERPLAY.
Vom Austausch zum politischen Impuls
Drei Punkte standen am Ende besonders im Fokus: Bewegung braucht gute Bedingungen statt allein guten Willen. Sie braucht klare Zuständigkeiten und verlässliche Strukturen in Kommune, Bildung und Versorgung. Und wir müssen genauer hinschauen, welche Maßnahmen tatsächlich wirken und wie alle Menschen davon profitieren können.
Mit dem parlamentarischen Frühstück endet die von der VIACTIV unterstützte Kampagne "Kleine Bewegung - Große Wirkung". Die Diskussion über mehr Bewegung im Alltag geht weiter – und die Veranstaltung hat dafür wichtige Impulse gesetzt.