Warum ist es gut, draußen zu trainieren?
Es ist also alles gut durchdacht. Ich frage mich, ob das bei den ersten Trimm-dich-Pfaden mit Sportgeräten, die vor fast einem halben Jahrhundert schon angesagt waren, auch der Fall war. Damals schwappte eine große Fitness-Welle aus den USA zu uns herüber, Sport an der frischen Luft war absolut angesagt. Joggen hieß allerdings noch Dauerlauf, Fitness hieß Sport, viele trugen dazu einen Walkman mit Kassette – während man heute mit seinem Smartphone eine komplette Musikbibliothek beim Sport bei sich haben und so zu jedem Workout den passenden Titel hören kann. Egal, ob man sich aufwärmt, einen Sprint hinlegt, Krafttraining absolviert oder am Ende zum Cool Down kommt: Die Motivation im Ohr ist immer dabei. Ab Mitte der 1990er Jahre wurde es allerdings weniger mit den Trimm-dich-Pfaden und Fitness-Parcours draußen. Fitnessstudios erlebten ihren großen Boom. Auch das war wieder eine Welle aus den USA. Sehen und Gesehen-Werden in stylischer Sportkleidung war jetzt wichtig. Die Pfade verschwanden nach und nach aus den Parks, Grünzügen und Städten. Doch jetzt, gut 30 Jahre später, sind sie wieder da. Und sie treffen vielleicht nicht zuletzt wegen der Pandemie den Nerv der Zeit: Viele Menschen möchten aktuell einfach nicht in Studios oder Hallen gemeinsam mit vielen anderen schwitzen und vor allen Dingen nicht intensiv atmen. Da ist der kostenlose Sport im Freien eine gute Lösung.
Muss man sich vor dem Sport aufwärmen?
Der Parcours im Gütersloher Stadtpark war im Herbst 2021 ein Geschenk der Bürgerstiftung an die Bürger und Bürgerinnen der Stadt Gütersloh. Die sechs Geräte ermöglichen eine ausgewogene Mischung aus Krafttraining, Dehnen und Entspannen und sind für eine Körpergröße ab 1,40 Meter – also auch für Kinder – geeignet. Ein Rudergerät, eine Beinpresse, ein Gerät zum Oberkörperziehen und eins zum -pressen laden zum Training ein, danach stehen noch eine Rückenmassage- und eine Massage-Dehn-Station parat. Trainiert wird mit dem eigenen Körpergewicht, „ein vorheriges Aufwärmen ist nicht zwingend erforderlich, aber wie immer im Sport durchaus empfohlen“, sagt Jennifer Jones. „Man kann die Geräte sogar zum Aufwärmen benutzen, hier bietet sich zum Beispiel das Rudergerät an“, sagt sie.