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Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)

Autoren/Herausgeber: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

Einleitung

Bei Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) entwickeln sich Tumoren am unteren Teil der Gebärmutter, dem sogenannten Gebärmutterhals (Zervix). Die Ursache für Gebärmutterhalskrebs ist fast immer eine Infektion mit Humanen Papillomviren (HP-Viren oder HPV). Die Viren werden beim Sex übertragen. Meist bekämpft der Körper sie erfolgreich und die HPV-Infektion bleibt folgenlos. Manchmal setzen sich aber Viren dauerhaft in der Schleimhaut des Gebärmutterhalses fest und führen dort zu Veränderungen des Gewebes. Daraus kann Krebs entstehen.

Eine HPV-Impfung verringert das Risiko einer Ansteckung mit krebsauslösenden HP-Viren. Die Impfung wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfohlen und von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

Ist es bereits zu einer Ansteckung gekommen, können mögliche Vorstufen bei Früherkennungs-Untersuchungen erkannt und dann entfernt werden. Dadurch lässt sich verhindern, dass es zu Krebs kommt. Hat sich schon ein Krebs entwickelt, kommen verschiedene Behandlungen infrage – auch abhängig davon, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist und ob die Frau noch Kinder bekommen möchte.

Auf einen Blick

  • Gebärmutterhalskrebs wird fast immer durch Humane Papillomviren (HPV) verursacht.
  • Die Viren können das Gewebe im Gebärmutterhals verändern, woraus selten Krebs entsteht.
  • Eine HPV-Impfung senkt das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken.
  • Zudem können bei Früherkennungs-Untersuchungen Krebsvorstufen erkannt und dann entfernt werden.
  • Gebärmutterhalskrebs wird mit einer Operation, Bestrahlung oder Chemotherapie behandelt.

Symptome

Gewebeveränderungen am Gebärmutterhals sind oft harmlos und verursachen meist keine Beschwerden. Wenn sich daraus Krebs bildet, kann dies Jahre bis Jahrzehnte dauern. Hat sich ein Krebs entwickelt, kann er sich durch folgende Beschwerden bemerkbar machen:

  • ungewöhnliche Blutungen, etwa nach dem Geschlechtsverkehr, außerhalb der Periode oder nach der letzten Menstruation in den Wechseljahren (Menopause)
  • ungewöhnlicher, manchmal übelriechender Ausfluss aus der Scheide
  • Müdigkeit und Gewichtsabnahme
  • Unterleibs- und Beckenschmerzen
  • Schmerzen beim Wasserlassen

Wenn ein Gebärmutterhalskrebs Beschwerden verursacht, ist er häufig schon fortgeschritten.

Ursachen

Der Gebärmutterhals (Zervix) ist ein kräftiger Muskelschlauch. Sein unteres Ende bildet den Muttermund, der sich leicht in die Vagina (Scheide) vorwölbt. Der Gebärmutterhals ist innen mit einer Schleimhaut ausgekleidet.

Die anatomische Grafik links zeigt die inneren weiblichen Geschlechtsorgane, die Grafik rechts den Gebärmutterhals und einen Tumor am Muttermund.

Die inneren weiblichen Geschlechtsorgane (links), Gebärmutterhals und Muttermund (rechts)

Ein Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) entwickelt sich aus Gewebeveränderungen (Dysplasien) am Muttermund. Diese werden fast immer durch eine Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV) verursacht, die Haut und Schleimhäute befallen. Häufig bilden sich die Gewebeveränderungen von selbst wieder zurück. Manchmal setzen sich bestimmte HPV-Typen aber für mehrere Jahre oder Jahrzehnte in der Schleimhaut fest. Dann kann sich langsam zuerst eine Krebsvorstufe und schließlich ein Gebärmutterhalskrebs entwickeln.

HP-Viren werden meist beim Geschlechtsverkehr oder durch Hautkontakt im Intimbereich übertragen. Sie können auch beim Oralverkehr weitergegeben werden, wenn die Mundschleimhaut mit HPV-infizierten Hautstellen in Berührung kommt. HP-Viren werden aber nicht durch Sperma, Blut oder Speichel übertragen. Viele sexuell aktive, nicht geimpfte Frauen und Männer infizieren sich irgendwann im Laufe ihres Lebens, häufig im Alter zwischen 20 und 30 Jahren. Männer können HP-Viren übertragen und selbst aufgrund einer HPV-Infektion an verschiedenen Krebsarten erkranken.

Risikofaktoren

Bestimmte Frauen erkranken häufiger an Gebärmutterhalskrebs als andere. Dies gilt zum Beispiel für Raucherinnen, möglicherweise weil das Immunsystem die Viren weniger wirksam bekämpft. Krankheiten wie AIDS oder Medikamente, die nach einer Organtransplantation eingenommen werden, schwächen die Immunabwehr und machen anfälliger für HPV-Infektionen.

Da HPV beim Sex übertragen wird, gelten alle Verhaltensweisen, die allgemein das Risiko für sexuell übertragbare Infektionen erhöhen, auch als Risikofaktoren für Gebärmutterhalskrebs. Das Risiko steigt also beispielsweise mit der Zahl der Sexualpartner oder -partnerinnen.

Häufigkeit

Seit der Einführung regelmäßiger Früherkennungs-Untersuchungen in den 1970er Jahren erkranken deutlich weniger Frauen an Gebärmutterhalskrebs als in den Jahrzehnten davor. In Deutschland erhalten jedes Jahr etwa 4600 Frauen die Diagnose Gebärmutterhalskrebs. Etwa 1600 Frauen sterben daran. Das Risiko für Gebärmutterhalskrebs hängt vor allem davon ab, ob eine Frau an der Früherkennung teilnimmt, ob sie gegen HPV geimpft wurde und wie alt sie ist.

Die folgende Tabelle zeigt Schätzwerte, wie viele Frauen in einem bestimmten Alter ohne Impfung oder Früherkennung an Gebärmutterhalskrebs erkranken würden.

Alter der Frau Von 1000 Frauen würden in den nächsten 10 Jahren erkranken (ohne HPV-Impfung oder Früherkennung)
20 Jahre weniger als 1
30 Jahre 1
40 Jahre 5
50 Jahre 9
60 Jahre 8
70 Jahre 6

Diagnose

Ein Verdacht auf Krebsvorstufen oder Gebärmutterhalskrebs kann sich durch eine Früherkennungs-Untersuchung ergeben. Auffälligkeiten können sich auch zeigen, wenn eine Frau sich aufgrund von Beschwerden wie ungewöhnlichen Blutungen, Ausfluss oder Schmerzen frauenärztlich untersuchen lässt.

Bei der gynäkologischen Untersuchung tastet die Frauenärztin oder der Frauenarzt den Bereich der Gebärmutter über die Bauchdecke und die Scheide ab. Zudem führt sie oder er ein Instrument (Spekulum) in die Vagina ein, um das Gewebe am Gebärmutterhals zu betrachten. Bei stärkeren Veränderungen kann das Gewebe am Muttermund mit einer Art Lupe untersucht werden (Kolposkopie). Es kann auch eine Gewebeprobe entnommen werden (Biopsie). Diese wird in einem Labor untersucht.

Bestätigt sich der Verdacht auf eine Vorstufe oder auf Krebs, hängt das weitere Vorgehen davon ab, wie fortgeschritten die Gewebeveränderungen sind. Kleine Veränderungen oder Tumoren können durch eine Konisation entfernt werden.

Hat sich der Krebs bereits in tiefere Gewebeschichten ausgebreitet, sind weitere Untersuchungen notwendig, um zu beurteilen, wie weit die Krebserkrankung fortgeschritten ist. Dazu kommen Ultraschall, Röntgen, Magnetresonanz- oder Computer-Tomografie sowie eine Bauchspiegelung infrage, bei der Lymphknoten entnommen werden.

Früherkennung

Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs können bei Früherkennungs-Untersuchungen erkannt werden. Die Gewebeveränderungen können dann entfernt werden, bevor sie sich möglicherweise zu Gebärmutterhalskrebs entwickeln.

Dazu wird ein sogenannter Pap-Test gemacht: Dabei wird ein Abstrich vom Gebärmutterhals entnommen und im Labor untersucht. Außerdem gibt es den HPV-Test: Dabei wird ein Schleimhautabstrich auf bestimmte Humane Papillomviren (HPV) getestet, die als Hauptverursacher von Gebärmutterhalskrebs gelten.

Frauen zwischen 20 und 34 Jahre können einmal jährlich einen Pap-Test machen lassen. Frauen ab 35 können alle drei Jahre eine Kombinationsuntersuchung aus Pap-Test und HPV-Test wahrnehmen. Die Früherkennungs-Untersuchungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

Je nach Ergebnis der Früherkennungs-Untersuchung können sich weitere Untersuchungen anschließen.

Vorbeugung

Gebärmutterhalskrebs entwickelt sich fast immer als seltene Spätfolge einer Ansteckung mit bestimmten HP-Viren. Deshalb sind vier Wege der Vorbeugung möglich:

  • Impfung gegen HP-Viren: Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt, sich im Alter zwischen 9 und 14 Jahren – also vor den ersten sexuellen Kontakten – impfen zu lassen. Auch Jungen und Männer können sich impfen lassen. Sie geben dann die HP-Viren nicht mehr weiter und sind zudem selbst besser vor bestimmten seltenen Krebsarten geschützt, wie Penis- oder Analkrebs.
  • Verwendung von Kondomen: Sie senken das Risiko, schützen aber nicht zuverlässig vor HPV. Denn sie decken nicht alle Hautstellen im Genitalbereich ab, die befallen sein können.
  • Früherkennung und Entfernung von Gewebeveränderungen, bevor sie sich zu Krebs entwickeln können
  • sexueller Kontakt nur mit Personen, die gegen HPV geimpft sind oder mit niemand anderem Sex haben oder hatten – oder kompletter Verzicht auf Sex

Behandlung

Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt vor allem davon ab, wie groß der Tumor ist und ob er sich bereits ausgebreitet hat. Bei Gebärmutterhalskrebs in sehr frühem Stadium kann ein kleinerer Eingriff (Konisation) ausreichen.

Hat sich der Tumor bereits in umliegendes Gewebe ausgebreitet, raten Ärztinnen und Ärzte gewöhnlich zu einer Operation, bei der die gesamte Gebärmutter entfernt wird (Hysterektomie). Zusätzlich werden Lymphknoten entfernt.

Auch eine Bestrahlung kommt infrage. Sie ist auch dann noch möglich, wenn ein Tumor nicht mehr durch eine Operation entfernt werden kann. Bei manchen Patientinnen kann sie mit einer Chemotherapie kombiniert werden. Nach einer Krebsbehandlung besteht in der Regel ein Anspruch auf eine Rehabilitation (Anschlussheilbehandlung).

Die Heilungschancen sind sehr unterschiedlich. Bei Vorstufen und kleinen Tumoren liegen sie bei annähernd 100 %. Hat der Krebs bereits Nachbarorgane befallen, leben fünf Jahre nach der Diagnose noch etwa 20 % der Frauen.

Weitere Informationen

Die Frauenarztpraxis ist meist die erste Anlaufstelle, wenn man bei gynäkologischen Fragen ärztlichen Rat braucht. Informationen zur Gesundheitsversorgung in Deutschland helfen dabei, sich im Gesundheitssystem zurechtzufinden und eine passende Arztpraxis zu finden. Mit einer Frageliste kann man sich auf den Arztbesuch vorbereiten.

Quellen

Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), Deutsche Krebsgesellschaft (DKG), Deutsche Krebshilfe (DKH). Gebärmutterhalskrebs: Eine Leitlinie für Patientinnen (S3-Leitlinie). AWMF-Registernr. 032-033 (Leitlinienprogramm Onkologie). 2015.

Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO). S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Patientin mit Zervixkarzinom. AWMF-Registernr.: 032-033OL (Leitlinienprogramm Onkologie). 2021.

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Einladungsschreiben und Entscheidungshilfen zum Zervixkarzinom-Screening; Abschlussbericht; Auftrag P15-02. 2017.

Krebsinformationsdienst (KID), Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ). Gebärmutterhalskrebs: Das Zervixkarzinom. 2016.

Robert Koch-Institut (RKI), Zentrum für Krebsregisterdaten (ZfKD). Krebs in Deutschland 2019/2020. 2023.

World Health Organization (WHO). Comprehensive cervical cancer control: a guide to essential practice. Second edition. Genf: WHO Press; 2014.

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.

Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

Aktualisiert am 05.02.2025

Nächste geplante Aktualisierung: 2028

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