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Diabetes mellitus: Diabetes-Typen, Symptome und Leben mit der Erkrankung

Group 11 6 min Lesezeit   |   29.05.2026

Bitte beachten Sie, dass sich die Aktualität der Inhalte immer auf das Veröffentlichungsdatum bezieht.

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Diabetes mellitus: Diabetes-Typen, Symptome und Leben mit der Erkrankung

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Diabetes mellitus gehört zu den häufigsten Stoffwechselerkrankungen weltweit. Allein in Deutschland leben Millionen Menschen mit der sogenannten „Zuckerkrankheit“ – viele davon zunächst ohne Beschwerden. Genau das macht Diabetes so gefährlich: Der dauerhaft erhöhte Blutzucker und die regulierte oder eingestellte Insulinproduktion können über Jahre unbemerkt Schäden an Blutgefäßen, Organen und Nerven verursachen.

Doch Diabetes ist nicht gleich Diabetes. Mediziner unterscheiden die verschiedenen Diabetes-Typen mit unterschiedlichen Ursachen, Verläufen und Behandlungsmöglichkeiten. Gleichzeitig zeigen moderne Therapien und technische Entwicklungen, dass Betroffene heute ein deutlich selbstbestimmteres Leben führen können.

Wir erklären, welche Formen es gibt, und haben mit einer Betroffenen gesprochen.

Was ist Diabetes mellitus?

Der Begriff Diabetes mellitus bedeutet übersetzt „honigsüßer Durchfluss“ und beschreibt Stoffwechselerkrankungen, bei denen der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht ist. Ursache dafür ist eine gestörte Produktion oder Wirkung des Hormons Insulin.

Das Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse gebildet und sorgt dafür, dass Zucker aus dem Blut in die Körperzellen gelangt. Fehlt Insulin oder reagiert der Körper nicht mehr ausreichend darauf, steigt der Blutzucker.

Das Problem: Diabetes verursacht oft lange Zeit keine eindeutigen Symptome. Dennoch können bereits schwerwiegende Folgeerkrankungen entstehen.

Diabetes-Symptome früh erkennen

Die ersten Anzeichen von Diabetes entwickeln sich häufig schleichend. Typische Symptome sind:

  • starker Durst
  • häufiges Wasserlassen
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Konzentrationsprobleme
  • ungewollter Gewichtsverlust
  • Heißhunger oder Appetitlosigkeit
  • trockene Haut
  • schlecht heilende Wunden

Wer solche Beschwerden bei sich bemerkt, sollte ärztlich abklären lassen, ob ein erhöhter Blutzucker vorliegt.

Welche Diabetes-Typen gibt es?

Typ-1-Diabetes: Autoimmunerkrankung mit Insulinmangel

In diesem Fall werden die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse durch fälschlich gebildete Antikörper zerstört. Dadurch wird kein oder kaum noch Insulin produziert – das Hormon, das den Blutzuckerspiegel kontrolliert, beziehungsweise senkt. Die Folge: Der Blutzuckerspiegel steigt unbemerkt an, was zu Gefäß- und Gewebeschäden führen kann. Um das zu verhindern, müssen Diabetiker regelmäßig Insulin spritzen. Dabei muss aber beachtet werden, dass der Blutzuckerspiegel nicht zu tief sinkt – sonst drohen Schwächeanfälle bis hin zum Koma.
Von dieser Form sind rund vier Prozent der Diabetiker betroffen. In den meisten Fällen entsteht sie schon im Kindes- oder Jugendalter, in seltenen Fällen noch bei Erwachsenen. Für die Entstehung eines Typ-1-Diabetes werden unter anderem erbliche Veranlagungen vermutet, die Wahrscheinlichkeit, liegt bei rund vier Prozent. Sind beide Eltern betroffen, liegt sie bei rund 20 Prozent. Betroffene müssen ihren Blutzuckerspiegel ihr Leben lang kontrollieren und Insulin spritzen. Eine häufige Begleiterkrankung ist Zöliakie – Glutenunverträglichkeit. Somit müssen viele Typ-1-Erkrankte sehr auf ihre Ernährung achten.

Typ-2-Diabetes: Die häufigste Diabetesform

Mit etwa 90 Prozent ist dies die häufigste Form und tritt überwiegend bei Erwachsenen auf. Früher wurde sie auch als Altersdiabetes bezeichnet, weil häufig ältere Menschen an ihr erkrankten. Mittlerweile ist das Alter der Betroffenen aber gesunken, was vermutlich mit Risikofaktoren wie Übergewicht und Bewegungsmangel zusammenhängt. Beides führt nach und nach zu einem zu hohen Blutzuckerspiegel durch eine sogenannte Insulinresistenz. Das bedeutet, dass die verarbeitenden Zellen nicht mehr in vollem Umfang auf das Insulin reagieren können. Um den nötigen blutzuckerregulierenden Effekt zu erzielen, wird dann immer mehr Insulin gebraucht. Dieses muss – genau wie beim Typ 1 – von außen zugeführt werden. Zusätzlich zu den äußeren Faktoren spielt aber auch hier die Vererbung eine große Rolle. Im Unterschied zu Diabetes Typ 1 kann Typ 2 aber wieder reguliert werden. Wichtig hierfür ist, dass Betroffene ihre Ernährung konsequent umstellen und kontrollieren. Laut einer britischen Studie (DiRECT-Studie) von 2017 kann die Erkrankung durch eine Gewichtsreduktion von mindestens 15 Kilo bei vielen Betroffenen zurückgedrängt werden.

Schwangerschaftsdiabetes: Risiko für Mutter und Kind

Schwangerschaftsdiabetes tritt entweder erstmals während der Schwangerschaft, etwa zwischen der 24. und 28. Woche, auf – oder wird erst während einer Schwangerschaft entdeckt. Betroffen sind rund vier Prozent aller werdenden Mütter – es ist die häufigste Stoffwechselerkrankung während einer Schwangerschaft. Bleibt sie unentdeckt, kann das große gesundheitliche Folgen für Mutter und Kind haben. Der Entstehungszeitpunkt der Schwangerschaftsdiabetes in der 24. bis 28. Woche hängt mit den hormonellen Veränderungen während dieser Zeit zusammen. In diesem Abschnitt nimmt die Insulinempfindlichkeit der Zellen wegen hormoneller Turbulenzen bei fast jeder Schwangeren ab, wodurch der Blutzuckerspiegel leicht ansteigt. Liegt aber eine echte Schwangerschaftsdiabetes vor, steigt er deutlich an – was behandelt werden muss. Bestimmte Risikofaktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit. Dazu gehören zum Beispiel Diabetes in der Familie, Bluthochdruck oder Stoffwechselstörungen. Außerdem erhöht ein Alter von über 30 Jahren bei der ersten Geburt die Wahrscheinlichkeit. Nach der Entbindung normalisiert sich der Blutzuckerspiegel in fast allen Fällen wieder. Allerdings können Frauen, die eine Schwangerschaftsdiabetes hatten, später an Diabetes mellitus Typ 1 oder 2 erkranken. Die Wahrscheinlichkeit liegt bei etwa 30 bis 50 Prozent.

Diabetes Typ 3: Unter dieser Bezeichnung sind sonstige, seltene Diabetesformen zusammengefasst, die durch äußere Faktoren ausgelöst werden können. Dazu gehören unter anderem genetische oder hormonelle Störungen, Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse wie zum Beispiel Bauchspeicheldrüsenentzündungen oder eine regelmäßige und langfristige Kortisoneinnahme. Liegt eine bestimmte genetische Störung vor, wird die Diabetesform MODY genannt.

 

Leben mit Diabetes: „Spontanität kostet die Krankheit oft“

Wie sehr Diabetes den Alltag beeinflussen kann, schildert Sarah, die seit 23 Jahren mit Typ-1-Diabetes lebt.

Schon Monate vor der Diagnose bemerkte sie erste Symptome wie extremen Durst, Gewichtsverlust und Müdigkeit. Heute hat sie gelernt, mit der Erkrankung zu leben – dennoch bedeutet Diabetes tägliche Planung und Disziplin.

„Grundsätzlich kann ich alles machen und essen, solange ich meinen Blutzucker im Blick habe“, erzählt Sarah. Gleichzeitig schränke die Krankheit spontane Aktivitäten manchmal ein. Vor Autofahrten kontrolliere sie ihren Blutzucker, sportliche Aktivitäten müssten vorbereitet werden und Mahlzeiten exakt geplant sein.

Moderne Diabetes-Technik verbessert die Lebensqualität

Die medizinisch-technische Entwicklung hat den Alltag vieler Betroffener deutlich erleichtert. Während früher Insulin per Spritze aufgezogen werden musste und Blutzuckerwerte nur punktuell gemessen werden konnten, stehen heute moderne Hilfsmittel zur Verfügung:

  • Insulinpens
  • Insulinpumpen
  • kontinuierliche Glukosemessung (CGM)

Besonders die kontinuierliche Blutzuckermessung bedeutet für viele Menschen mit Diabetes mehr Sicherheit und Lebensqualität. Sensoren messen den Gewebezucker dauerhaft und liefern aktuelle Werte direkt auf das Smartphone oder Lesegerät.

Warum Aufklärung über Diabetes wichtig ist

Noch immer werden die verschiedenen Diabetesformen häufig verwechselt. Besonders Menschen mit Typ-1-Diabetes erleben oft Vorurteile, obwohl die Erkrankung nichts mit zu viel Zucker oder mangelnder Bewegung zu tun hat.

Umso wichtiger sind Aufklärung, Früherkennung und ein bewusster Umgang mit den Risikofaktoren. Denn je früher Diabetes erkannt wird, desto besser lässt sich dieser behandeln und Folgeerkrankungen vermeiden.

Diabetes früh erkennen und vorbeugen

Nicht jede Diabetesform lässt sich verhindern. Dennoch kann ein gesunder Lebensstil das Risiko für Typ-2-Diabetes deutlich senken. Dazu gehören:

  • ausgewogene Ernährung
  • regelmäßige Bewegung
  • Normalgewicht
  • Verzicht auf Rauchen
  • regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen

Wer Warnsignale ernst nimmt und frühzeitig handelt, kann langfristige Schäden an Herz, Gefäßen, Nieren oder Augen vermeiden.

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