Move & Memory

Diagnose: Demenz. Es gibt rund 50 Formen einer Demenzerkrankung, von denen Alzheimer die bekannteste ist. Heilbar ist zurzeit keine davon. Aber es gibt Angebote und Maßnahmen, die positiven Einfluss auf den Demenzkranken haben und Angehörigen Hilfe und Entlastung bringen.

Das Fortschreiten der Demenz hinauszögern, Kraft und Gleichgewicht des Erkrankten erhalten und Angehörige im Pflegealltag stärken: Das sind die Ziele des ambulanten Präventionskurses "Move & Memory", den die VIACTIV flankierend zur Behandlung durch den Arzt erkrankten Versicherten anbietet. Kooperationspartner dieses Angebotes ist die Klinik am Stein in Olsberg im Hochsauerlandkreis. Das dortige Demenz-Therapie-Zentrum hat das erfolgreiche Konzept entwickelt. Es richtet sich an Erkrankte mit diagnostizierter Demenz im frühen bis mittleren Stadium und ihre pflegenden Angehörigen. "Wir sehen, dass Erkrankte und Angehörige sich nach der Diagnose und bei Fortschreiten der Erkrankung immer mehr zurückziehen. Wir können ihnen nur raten, weiter aktiv zu bleiben und sich am gesellschaftlichen Leben zu beteiligen", erklärt Friedrich-Wilhelm Becker, Leiter Kundenservice, unter anderem in Dortmund. "Unser Angebot soll Betroffenen helfen, so lange wie möglich ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben zu führen. Gleichzeitig unterstützen und schulen wir ihre Angehörigen."

"Move & Memory", Bewegung und Gedächtnis, heißt der Kurs, der in Olsberg bereits seit drei Jahren erfolgreich läuft und nun auch im ambulanten Reha-Zentrum Dortmund der Klinik am Stein angeboten wird. "Bei demenziellen Erkrankungen kommt es zu einer Abnahme der geistigen Leistungsfähigkeit", erläutert Sonja Göddecke, Sozialpädagogin im Demenz-Therapie-Zentrum. "Weniger bekannt ist, dass sich parallel auch motorische Störungen entwickeln. Kraft und Gleichgewicht lassen nach. Stürze sind oft die Folge, die zu weiteren Komplikationen führen. Dem wirkt "Move & Memory" entgegen."

In mehreren Untersuchungen der letzten Jahre hat sich der positive Effekt von Bewegung in der Demenztherapie gezeigt. Außer der Mobilität verbessern sich auch die Bewegungssicherheit, die geistige Leistungsfähigkeit und die Stimmung des Patienten. Durch spezielle Übungen werden Kraft, Gleichgewicht, Koordination und zweigeteilte Aufmerksamkeit geschult - also die Fähigkeit, unterschiedliche Dinge gleichzeitig zu tun, zum Beispiel Gehen und Sprechen.

"Move & Memory" ist speziell für Paare konzipiert. Um das gezielte Training zu Hause fortführen zu können, wirken die Angehörigen in jeder zweiten Kursstunde als Co-Therapeuten mit. "In den verbleibenden Stunden - zeitgleich zum Training der Erkrankten - bekommen die Angehörigen Informationen zu medizinischen, pflegerischen und sozialrechtlichen Fragen", ergänzt Sonja Göddecke. "Letztlich erhält das körperliche Trainingsprogramm nicht nur die Fitness des Demenzkranken, sondern auch die des Angehörigen."

Positive Effekte körperlicher Aktivität bei demenziellen Erkrankungen:

  • Verbesserung von Kraft, Gleichgewicht und Koordination
  • Verbesserung von Kognition und Alltagsbewältigung
  • Förderung der Aktivität
  • Erhaltung der Lebensfreude
  • Verbesserung des Selbstwertgefühls
  • Vorbeugung von Krankheiten


" Die Prognosen für die kommenden Jahre sind alarmierend", weiß Friedrich-Wilhelm Becker. " Demenz wird immer mehr zur Volkskrankheit. In puncto Prävention und Behandlung müssen wir daher noch aktiver werden. Das Präventionsangebot 'Move & Memory' ist der erste Schritt in diese Richtung."

 

Auszug aus dem Kundenmagazin Inform, Ausgabe NRW 1/2014

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