Krankenstand im Ruhrgebiet höher als im Bund

24.02.2016

Arbeitsbelastungen können Krankenstand erhöhen

Bochum: „Wir sind das Ruhrgebiet“ das klingt selbstbewusst. Aber es gibt an Rhein und Ruhr nicht nur besondere Menschen, sondern offenbar auch hohe gesundheitliche Belastungen für Beschäftigte. Dies legt jedenfalls eine Untersuchung der Arbeitsunfähigkeitsfälle von rund 92.000 Mitgliedern der VIACTIV Krankenkasse nahe.


Beschäftigte, die im Ruhrgebiet (zugrunde liegen die Städte und Kreise, die den Regionalverband Ruhr bilden) wohnen und 2014 bei der VIACTIV Krankenkasse versichert waren, blieben in 124.000 Fällen aufgrund einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ihres Arztes der Arbeit fern. Damit war jeder „Ruhrgebietler“ im Durchschnitt 1,3mal arbeitsunfähig (AU) mit durchschnittlich 21,9 Arbeitsunfähigkeitstagen. Insgesamt verursachte dies über zwei Millionen Fehltage.

Belastungen im Ruhrgebiet höher als im Bund
Vergleicht man die Daten zur Arbeitsunfähigkeit der im Ruhrgebiet lebenden Beschäftigten mit denen aller beschäftigten Mitglieder der VIACTIV Krankenkasse, schneiden diese durchaus schlechter ab. Der Krankenstand lag im Ruhrgebiet mit 6,6 Prozent um fast einen Prozentpunkt über dem Bundesdurchschnitt (5,7 Prozent). Insgesamt fehlte jeder „Ruhrgebietler“ im Jahr drei Tage mehr wegen Krankheit. Dauerte ein Arbeitsunfähigkeitsfall im Ruhrgebiet durchschnittlich 16,3 Tage, waren es im Bundesdurchschnitt nur 14,2 Tage.

Atemwegserkrankungen oft aber kurz
Die häufigste Ursache für Krankmeldungen waren Atemwegserkrankungen - 23 Prozent aller Fälle im Ruhrgebiet. In der Regel verlaufen diese nur kurz. Nach durchschnittlich 7,6 Tagen ist man im Ruhrgebiet wieder am Arbeitsplatz, im Bundesdurchschnitt allerdings schon 0,8 Tage eher.

Kreislauf-Erkrankungen sind Männersache
Insgesamt verursachten Kreislauf-Erkrankungen 3 Prozent aller AU-Fälle und 5 Prozent aller AU-Tage. Im Durchschnitt dauerte ein Fall 28,5 Tage. Dabei dominieren die Männer das Geschehen in Dauer und damit Schwere der Erkrankung. Zusätzlich ist die Ausprägung in dieser Diagnosegruppe stark altersabhängig. So verdoppelten sich die AU-Tage je 100 Personenjahre im Vergleich der Altersgruppen 46–55 Jahre und 56–65 Jahre.

Rückenschmerzen sind die häufigste Einzeldiagnose
Fast jeder dritte AU-Tag der VIACTIV-Versicherten im Ruhrgebiet war 2014 Folge von Muskel-Skelett-Erkrankungen (im gesamten Bundesgebiet nur 27 Prozent). Auf über 600.000 Ausfalltage summieren sie sich. Muskel-Skelett- Erkrankungen verursachten damit den größten Anteil an AU-Tagen nach Krankheitsklassen. Ein AU-Fall dauerte im Ruhrgebiet im Durchschnitt 23,5 Tage – das waren fast drei Tage mehr als im Bundesdurchschnitt.

Die Häufigkeit von Muskel-Skelett-Erkrankungen nimmt mit dem Alter der Beschäftigten zu. Das gilt sowohl für die Zahl der Fälle als auch für Dauer und Schwere der Erkrankungen. Männer sind deutlich häufiger betroffen als Frauen. Von den bis 25jährigen männlichen Arbeitnehmern stieg die Zahl der AU-Tage pro 100 Personenjahre von 261 auf 1244 bei den ab 56jährigen – also um das 4,8fache.

Dominierendes Leiden und häufigste Einzeldiagnose sind „Rückenschmerzen“. Allein sie sorgten bei den Mitgliedern der VIACTIV für rund 33.000 Krankschreibungen mit insgesamt mehr als 484.000 AU-Tagen – das sind 7,3 Prozent aller AU-Tage.

Psychische Erkrankungen dauern am längsten
Die Bedeutung psychischer Erkrankungen für das Gesundheitsgeschehen im Betrieb steigt stetig. Sie verursachten bei der VIACTIV im Ruhrgebiet zwar nur 6 Prozent der Krankschreibungen, aber 15 Prozent aller Krankheitstage. Mit 41,2 Tagen je Fall dauern Krankschreibungen wegen psychischer Erkrankungen am längsten.

Betroffen sind in erster Linie Frauen. Die Anzahl der AU-Tage je 100 weiblicher Mitglieder war 2014 mehr als 1,5mal höher als bei den Männern. Der Anteil an allen AU-Tagen betrug bei den Frauen 20 Prozent, bei den Männern waren es 12 Prozent. Die Fallzahlen bleiben über die Zeit relativ konstant, die AU-Tage steigen mit dem Alter kontinuierlich an.

Prävention hilft
„Versichertenstruktur und häufig industrielle Arbeitsplätze prägen die Ergebnisse im Ruhrgebiet“, erläutert Reinhard Brücker, Vorstandsvorsitzender der VIACTIV Krankenkasse. „Aus unserer Tradition als Betriebskrankenkasse vieler namhafter Unternehmen innerhalb und außerhalb des Ruhrgebiets haben wir einen großen Erfahrungsschatz bei der Gestaltung und Umsetzung betrieblicher Gesundheitsförderung. Das Präventionsgesetz verpflichtet jetzt alle Krankenkassen zu Maßnahmen, die die Gesundheit von Beschäftigten im Betrieb fördern. Das begrüßen wir ausdrücklich.“ Das Präventionsgesetz sieht vor, dass die Krankenkassen ab 2016 pro Versichertem mindestens zwei Euro für betriebliche Gesundheitsförderung aufwenden.

Die VIACTIV Krankenkasse bietet Arbeitgebern Informationen rund um das Thema Gesundheit im Betrieb unter www.viactiv.de/geschaeftskunden/ oder per E-Mail an: service@spam protectviactiv.de

Über die VIACTIV Krankenkasse:
Die VIACTIV betreut mit etwa 1.500 Mitarbeitern bundesweit an rund 70 Standorten ca. 780.000 Versicherte und 110.000 Firmenkunden, Vertragspartner und Leistungserbringer. Damit ist sie eine der größten Krankenkassen in Deutschland. Hauptsitz ist Bochum (NRW).
VIACTIV ist hervorgegangen aus Fusionen der Betriebskrankenkassen namhafter Betriebe: u.a. Krupp, Mannesmann, Opel, Dräger, Evonik, LWL, Werften in Rostock und Wismar.

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