Beim Ertasten von Brustkrebs helfen „Discovering hands“

05.02.2018

Vorsorge und Früherkennung können Erkrankungen verhindern. © 2/LWA / 42-25755004 / Corbis

Bochum: Mit über 70.000 Neuerkrankungen jährlich ist Brustkrebs bei Frauen in Deutschland die häufigste Krebserkrankung. Eine von acht Frauen erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs, über 17.000 Frauen sterben jährlich daran. Zwar erkranken auch jüngere Frauen, am häufigsten tritt Brustkrebs allerdings zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr auf. Rechtzeitig erkannt und behandelt, ist Brustkrebs in den meisten Fällen heilbar.


Wie bei nahezu allen Krebsarten gibt es auch beim Brustkrebs Risikofaktoren, die das Entstehen einer Erkrankung begünstigen. Dazu gehören unter anderem lebensstilbedingte Risiken: Rauchen, Alkoholkonsum, Übergewicht oder eine fettreiche Ernährung und geringe körperliche Aktivitäten. Experten der Deutschen Krebsgesellschaft weisen weiterhin darauf hin, dass für Frauen mit einer hohen sogenannten mammographischen Dichte – also mit weniger Fett- und mehr Drüsen- und Bindegewebe – ein deutlich erhöhtes Risiko besteht, an Brustkrebs zu erkranken. Rund fünf bis zehn Prozent aller Brustkrebsfälle sind erblich bedingt. Wenn in einer Familie gehäuft Brust- und Eierstockkrebs auftreten, kann eine genetische Beratung in einer Spezialsprechstunde für familiären Brust- und Eierstockkrebs Klarheit bringen. Wenn sich der Verdacht auf eine erbliche Belastung erhärtet, ist ein Gentest in Erwägung zu ziehen.

Vorsorge besonders wichtig
Auch beim Thema Brustkrebs gilt: je eher die Erkrankung erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Daher sollten Frauen ab 30 Jahren im Rahmen der gesetzlichen Vorsorgeuntersuchungen an der Früherkennung von Brustkrebs teilnehmen. Hierbei handelt es sich um eine Tastuntersuchung durch den behandelnden Frauenarzt. Außerdem soll der Arzt die Patientinnen zur Selbstuntersuchung der Brust anleiten.

Eine besondere Form der Tastuntersuchung setzt auf den hochsensiblen Tastsinn blinder und sehbehinderter Frauen. „Discovering hands“ – entdeckende Hände – heißt diese Methode. In einer theoretischen und praktischen Ausbildung qualifizieren sich blinde und sehbehinderte Frauen zur Medizinischen Tastuntersucherin (MTU). Sie können bereits kleinste Gewebeveränderungen und Anomalien ertasten. Damit unterstützen sie die Arbeit des Arztes. Die Untersuchung dauert meist etwa 30 Minuten. Ergibt sich ein Tastbefund, kann der behandelnde Arzt alle Möglichkeiten zur Klärung nach den Leitlinien einsetzen.

Informationen unter www.discovering-hands.de

Normale Kassenleistung ist „Discovering hands“ nicht. Die VIACTIV Krankenkasse erstattet allerdings die Untersuchung jährlich mit bis zu 46,50 Euro als Mehrleistung.

Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren haben aufgrund ihres höheren Erkrankungsrisikos zusätzlich alle 24 Monate Anspruch auf eine Röntgenuntersuchung der Brust – die Mammographie. Für Frauen unter 50 Jahren wird derzeit ein Mammographie-Screening nicht generell empfohlen. Selbstverständlich haben aber auch diese Frauen zum Beispiel bei Verdacht auf Brustkrebs Anspruch auf die Untersuchung.

Informationen zur Kostenübernahme von Gentests, Discovering hands sowie Vorsorge- und Früherkennungsangebote unter 0800 1405 5412 2090.

Über die VIACTIV Krankenkasse:
Die VIACTIV betreut mit etwa 1.500 Mitarbeitern bundesweit an nahezu 60 Standorten über 700.000 Versicherte und 110.000 Firmenkunden, Vertragspartner und Leistungserbringer. Damit ist sie eine der größten Krankenkassen in Deutschland. Hauptsitz ist Bochum (NRW).
VIACTIV ist hervorgegangen aus Fusionen der Betriebskrankenkassen namhafter Betriebe: u.a. Krupp, Mannesmann, Opel, Dräger, Evonik, LWL, Werften in Rostock und Wismar.

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