Arzneimittelpass – Sicherheit in acht Sprachen

20.03.2015

Den Arzneimittelpass gibt es in acht Sprachen.

Bochum: Kann man bedenkenlos verschiedene Medikamente einnehmen? Nein, sagen Pharmakologen. Aus unterschiedlichen Arzneimitteln wird schnell ein gefährlicher Cocktail. Experten gehen davon aus, dass in Deutschland bis zu 500.000 Notfalleinweisungen in Krankenhäuser durch unerwünschte Arzneimittelwechselwirkungen verursacht werden. Allein in Nordrhein-Westfalen sterben jährlich rund 4300 Menschen an einem unverträglichen Medikamenten-Mix.


Gerade ältere Menschen leiden oft gleichzeitig an mehreren Erkrankungen und gegen jede verordnet der Arzt Medikamente. Da kommen schnell drei, vier oder mehr Medikamente zusammen. Werden die Verordnungen allein durch den Hausarzt ausgestellt, hat er die Kontrolle über den Medikamenten-Mix. Doch in der Realität sind auch Fachärzte an der Behandlung eines Patienten beteiligt mit weiteren Arzneimittelverordnungen. Und am Ende ergänzt der Patient selbst die Liste der Medikamente durch frei verkäufliche Arznei- oder Nahrungsergänzungsmittel.

Aber nicht immer vertragen sich verordnete Blutdrucksenker, Rheumamittel, Insulin und Antidepressiva miteinander. Wer dauerhaft mehrere Medikamente einnehmen muss, sollte kritisch sein mit dem, was er schluckt. Mehr noch, er sollte es in einem Arzneimittelpass dokumentieren und fachkundigen Rat zu Neben- und Wechselwirkungen beim Arzt und Apotheker einholen. Der Überblick über alle angewendeten Medikamente erhöht die Sicherheit und kann überlebenswichtig sein.

Ein Arzneimittelpass hilft die Risiken eines solchen Medikamenten-Mix zu senken. Nicht zuletzt ist dies ein Grund für den Vorstoß des Gesetzgebers, im Entwurf zu einem Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendung im Gesundheitswesen - dem so genannten e-health-Gesetz - einen Arzneimittelpass für Patienten mit mindestens fünf verschiedenen Arzneimittelverordnungen als Anwendung für die elektronische Gesundheitskarte (eGK) verbindlich zu machen. Dies wird frühestens ab Oktober 2016 möglich sein.

Bevor es also einen gesetzlich vorgeschriebenen elektronischen Arzneimittelpass gibt, bietet die BKK vor Ort eine praktikable papiergestützte Lösung an. „Unser Arzneimittelpass ist zwar „nur“ aus Papier, dafür aber wirksam“, erklärt Lutz Muth, Apotheker bei der BKK vor Ort. „Hier kann der Versicherte seine persönlichen Daten, Angaben zum Arzt sowie alle aktuellen Arzneimittel – auch die ohne Verordnung eines Arztes gekauften – und eventuelle Nahrungsergänzungsmittel eintragen. Aktuell bieten wir den Arzneimittelpass außer in Deutsch in sieben weiteren Sprachen an.“

* Bulgarisch
* Englisch
* Griechisch
* Kroatisch
* Polnisch
* Rumänisch
* Türkisch

Man kann den Arzneimittelpass unter www.bkkvorort.de herunterladen und ausdrucken oder über die kostenlose Service-Nummer der BKK vor Ort 0800 1405 5412 2090 anfordern.

„Am besten legt man den Arzneimittelpass bei jedem Arztbesuch vor und bittet bereits bei der Verordnung auf Wechselwirkungen zu achten“, erklärt Lutz Muth. Weitere Sicherheit und erneute Kontrolle bietet der Apotheker bei der Abgabe von Arzneimitteln. Gleichzeitig gibt er ergänzende Hinweise zur richtigen Anwendung. Gebühren fallen hierfür nicht an. Auch bei der Versorgung im Krankenhaus sollte der Arzneimittelpass dabei sein, gibt er doch dem behandelnden Arzt schon bei der Aufnahme wichtige Hinweise.

„Der Arzneimittelpass gehört immer zu den persönlichen Dokumenten wie Personalausweis oder Führerschein“, ergänzt der Experte. „Bestehen Unklarheiten zu den eingenommenen Arzneimitteln, können Versicherte die medizinische Beratung der BKK vor Ort in Anspruch nehmen. Erreichbar ist der Service an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr unter Telefonnummer 0800 1405 5412 2090.“

Acht Tipps für eine sichere Arzneimitteltherapie:
1. Führen Sie eine Liste aller Arzneimittel, die Sie derzeit einnehmen bzw. anwenden.
2. Legen Sie die Liste bei jedem Arztbesuch vor.
3. Führen Sie die Liste Ihrer Arzneimittel auch mit, wenn Sie in der Apotheke Ihr Rezept einlösen oder ein Arzneimittel ohne Rezept kaufen.
4. Beachten Sie alle gegebenen Hinweise zur Einnahme bzw. Anwendung Ihrer Arzneimittel.
5. Achten Sie darauf, ob neue Beschwerden auftreten.
6. Beachten Sie neue akute Erkrankungen bei bereits bestehender Dauertherapie.
7. Beachten Sie auch: Arzt und Apotheker sind in vielen Fällen gesetzlich verpflichtet, Ihnen bei gleichem Wirkstoff ein preisgünstiges Arzneimittel zu verordnen bzw. abzugeben.
8. Vergewissern Sie sich, dass Sie alle Informationen richtig verstanden haben.

Weitere Infos unter http://www.akdae.de/AMTS/Massnahmen-2008-2009/docs/Informationsmerkblatt.pdf

Über die BKK vor Ort:
Die BKK vor Ort betreut mit etwa 1.500 Mitarbeitern bundesweit an über 70 Standorten rund 780.000 Versicherte und ca. 110.000 Firmenkunden, Vertragspartner und Leistungserbringer. Damit ist sie eine der größten Krankenkassen in Deutschland.
Sitz der BKK vor Ort ist Bochum in Nordrhein-Westfalen.

Für Pressekontakte:
BKK vor Ort
Dietrich Hilje
Universitätsstr. 43, 44789 Bochum
Telefon 0234 479-2717, Mobil 0172 3864318
Dietrich.Hilje@spam protectbkkvorort.de
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