Typische Urlaubsleiden: Tipps und guter Rat

Sonnenallergie, Sonnenbrand und Sonnenstich

Lesen Sie hierzu im Reisemagazin den umfassenden Artikel Licht- und Schattenseiten der Sonne.


Magen-Darmprobleme

Eine der häufigsten Krankheiten auf Reisen sind Magen- und Darmprobleme. Oft machen sie sich durch Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Sodbrennen oder Schwindel bemerkbar.

Gründe für die Beschwerden können zu viel Sonne oder die ungewohnte Ernährung sein. Der Konsum von Alkohol kann diese noch weiter verschlimmern.

Meist leiden Menschen, die schon eine Vorerkrankung haben, zum Beispiel eine chronische Entzündung der Magenschleimhaut oder Diabetes, vermehrt unter diesen Symptomen. Auch Übergewichtige und Schwangere sind oft betroffen.

  • Verzichten Sie weitestgehend auf Alkohol und Koffein.
  • Nehmen Sie nur kleine und leichte Mahlzeiten zu sich.
  • Versuchen Sie, den Stress zu reduzieren.
  • Beachten Sie die Regeln zur Nahrungsmittelhygiene: Essen Sie in Regionen mit mangelhaften hygienischen Bedingungen nur gekochte oder geschälte Lebensmittel. Trinken Sie kein Leitungswasser.

Gehen Sie zum Arzt, wenn Sie ständig erbrechen müssen, Blut im Erbrochenen oder im Stuhl haben, bei heftigen Magenschmerzen oder wenn die Übelkeit von einem Sonnenstich verursacht wurde.

Sollte Ihr Kind an Durchfall leiden, suchen Sie bitte umgehend einen Arzt auf. Auch bei Diabetikern, deren Blutzucker entgleist ist, können sich die Beschwerden verschlimmern. Sie sollten dann einen Arzt hinzuziehen.


Fieber

Krankheitserscheinungen mit hohem Fieber treten insbesondere in Tropengebieten häufig auf, meist auf Grund von Infektionskrankheiten.

Einige dieser Erkrankungen, zum Beispiel Malaria, können jedoch lebensbedrohlich sein, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt werden. 

Dann am besten direkt zum Arzt!

Treten bei Ihnen Krankheitssymptome mit hohem Fieber während oder nach einem Aufenthalt in Malariagebieten auf, besteht immer der Verdacht auf Malaria – auch bei Einnahme vorbeugender Medikamente. Die Beschwerden können dabei einer gewöhnlichen Grippe oder fieberhaften Durchfällen ähneln.

Nehmen Sie rasch ärztliche Hilfe in Anspruch, um eine Malariadiagnostik und gegebenenfalls die notwendige Behandlung durchführen zu lassen. Nach der Rückkehr von der Reise empfiehlt sich die Untersuchung in einem Tropeninstitut.

Konsultieren Sie, auch wenn Sie nicht in einem Malariagebiet Urlaub gemacht haben, bei Fieber, das nach dem Urlaub anhält immer einen Arzt. Oft können Sie sich auch mit anderen Infektionskrankheiten angesteckt haben, weshalb Sie Ihrem behandelnden Arzt direkt mitteilen sollten, wann und wohin Sie eine Reise unternommen haben, damit er gegebenenfalls entsprechende Untersuchungen und die Behandlung einleiten kann.

Da bei Fieber auf Grund des Schwitzens viel Flüssigkeit verloren wird, sollten Sie immer genug Trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Am besten häufig und in kleinen Mengen. Zum Beispiel Tee, Hühnerbrühe oder eine Zucker-Salz-Lösung, die orale Rehydrationslösung. Diese können Sie in der Apotheke kaufen.


Husten

dient dem Auswurf hindernder Stoffe aus Lunge und Atemwegen. Ursachen sind meist Entzündungen oder Erkrankungen der Lunge und Atemwege, Fremdkörperreizung oder Krämpfe der Bronchialmuskulatur.

Bei akutem Husten sollten Sie sofort zum Arzt gehen, wenn Sie 

  • Blut im Auswurf feststellen,
  • starke Atemnot, Brustschmerzen oder hohes Fieber haben,
  • starker Raucher sind,
  • sich kürzlich in Ländern, in denen Tuberkulose häufig vorkommt, aufgehalten haben oder Kontakt zu Tuberkulose-Patienten hatten.

Wichtig: Hat sich der Husten nach spätestens 14 Tagen nicht gebessert, sollten Sie den Arzt aufsuchen, um mögliche Komplikationen oder die Entwicklung einer chronischen Bronchitis zu verhindern. Das Gleiche gilt bei Husten in Verbindung mit Fieber, starken Schmerzen beim Abhusten, farbigem Auswurf oder Rasselgeräuschen beim Atmen. Bei Husten in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Husten von Säuglingen und Kleinkindern sollte grundsätzlich der Arzt aufgesucht werden.

  • Trinken Sie pro Tag mind. 2 Liter Flüssigkeit, um das Abhusten des Schleims zu unterstützen und den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.
  • Erleichterung bringen auch Hustenbonbons mit Kräuterzusätzen (am besten zuckerfrei). Durch das Lutschen wird sowohl der Speichelfluss als auch der Schluckreflex angeregt. Das lenkt zudem vom Husten ab.
  • Wenn Sie sich überwiegend in geschlossenen Räumen aufhalten: Sorgen Sie für ausreichende Luftfeuchtigkeit (zwischen 50 und 60 Prozent). Notfalls Luftbefeuchter oder Wassergefäße aufstellen.
  • Abhusten ist wichtig. Meiden Sie jedoch ständiges Räuspern und Hüsteln - das reizt die Schleimhäute zusätzlich.
  • Sorgen Sie für eine freie Nasenatmung (z. B. durch Inhalationen, abschwellende Nasentropfen). Dadurch gelangen weniger Keime in die unteren Atemwege, die den Husten verlängern und verschlimmern.

Reisekrankheit

Ob im Auto, Zug, Flugzeug oder auf dem Schiff: Die Reisekrankheit ist der Albtraum jedes Reisenden. Woher sie kommt und was gegen Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und andere Symptome hilft.

Die Reisekrankheit ist ein weit verbreitetes, aber ungefährliches Phänomen, das allerdings für Betroffene eine starke Belastung bedeuten kann. Es ist der Bewegungsreiz, der Menschen mit Reisekrankheit zu schaffen macht. Er kann zum Beispiel durch einen rüttelnden und schwingenden Reisebus ausgelöst werden oder in einem Auto auf einer kurvigen Bergstrecke. Das Hauptproblem ist hierbei, dass die Bewegung den Gleichgewichtssinn durcheinander bringt.

  • Während der Fahrt nicht lesen oder viel nach unten sehen, sondern in Fahrtrichtung einen festen Punkt am Horizont oder die Straße fixieren.
  • Im Auto neben dem Fahrer sitzen, im Bus vor der Vorderachse, im Flugzeug am Fenster über den Tragflächen. Auf dem Schiff möglichst in der Mitte aufhalten.
  • Auf See an der frischen Luft aufhalten und den Bewegungen des Schiffes folgen - am besten auf der windabgewandten Leeseite, falls Sie sich doch übergeben müssen.
  • Nur leichte, fettarme Mahlzeiten vor und während der Reise zu sich nehmen.
  • Kaubewegungen scheinen die Überreaktion des Magens zu mildern: Nicht nur Kaugummi oder Äpfel, sondern auch Möhren sollen wirkungsvoll sein.
  • Alkoholische Getränke meiden und nicht rauchen.
  • Ingwer scheint den Brechreiz zu reduzieren und gegen kalte Schweißausbrüche zu wirken.
  • Ablenkung hilft! Hören Sie und Ihre Kinder zum Beispiel während der Fahrt Musik, Hörspiele oder Märchen. Diese Ablenkung schwächt die Reiseübelkeit ab, da die auslösenden Reize durch starke akustische Signale überlagert werden.
  • Auf Autofahrten für ausreichend frische Luft und regelmäßige Pausen sorgen. Suchen Sie dafür einen Ort, der frei ist von penetranten Gerüchen wie beispielsweise Essens-, Benzin- oder Toilettengerüchen. Diese können die Übelkeit beschleunigen.

Als Trost für Leidende auf Reisen gilt folgendes: Das Gleichgewichtsorgan gewöhnt sich an Reize. Eine Seekrankheit wird meist nach einigen Tagen besser. Man sollte daher Reisen nicht meiden, sondern den Gleichgewichtssinn trainieren, um die Reisekrankheit dauerhaft in den Griff zu bekommen.


Hautveränderungen

Hauterkrankungen gehören zu den Mitbringseln aus dem Urlaub, auf die man gern verzichten möchte. Doch die Zahl der Urlauber, die mit Pocken, Pusteln oder juckenden Hautausschlägen zurückkehren, wächst. Insbesondere extreme Hitze, oder auch Kälte lassen die Haut unterschiedlich reagieren. Meist äußert sich diese „Entzündung“ der Haut in Pusteln oder kleinen Bläschen, welche sich aber recht schnell zurückbilden.

Doch es gibt auch Hautkrankheiten, die eine andere Ursache haben und nicht so schnell abklingen.

Infektionen der Haut mit Eiterkokken (Pyodermien) gehören zu den häufigsten unfreiwilligen Urlaubssouvenirs.

Je nach Erreger breiten sich die Infektionen entweder eher horizontal, also oberflächlich, oder entlang von Haarfollikeln und Schweißdrüsen vertikal in die Tiefe der Haut aus. Die Folge sind entzündliche Rötungen, kleine Bläschen und Pusteln oder auch in tiefere Hautschichten reichende, schmerzhafte Abszesse.

Typisches Symptom der Hautmaulwurfkrankheit (auch Hakenwurm genannt) sind juckende Hautreaktionen, insbesondere an der Eintrittsstelle der Wurmlarven. Sobald die Würmer im Darm angelangt sind und anfangen, Blut zu saugen, kann es auf Grund des Blutverlustes zu Blutarmut kommen.

Weitere mögliche Beschwerden können Bauchschmerzen, Übelkeit bis hin zu Erbrechen, Appetitlosigkeit, Durchfall und Reizhusten sein.

Beim so genannten Hautmaulwurf bildet sich nach einigen Stunden eine juckende, rote Erhöhung an der Eintrittsstelle der Hakenwurmlarven.

Durch das Wandern der Larve entstehen unregelmäßig gewundene, rote Gänge, die mehrere Zentimeter lang werden können. Meist ist dies mit einem schmerzenden Juckreiz verbunden.

Ohne Behandlung kann die Wanderung der Larven über Wochen andauern. Dann verschwinden die Beschwerden von selbst, weil die Larven in der Haut des Menschen nicht überleben können und absterben.

Eine besonders massive Hakenwurmkrankheit kann in seltenen Fällen jedoch auch tödlich enden.

Unter Leishmaniose versteht man eine tropische Infektionskrankheit, die durch den Stich infizierter Mücken entsteht. Kleine Parasiten werden durch die Insektenbisse auf den Menschen übertragen. Sie verbreiten sich über die Zellen des Immunsystems im Körper des Menschen, vor allem in Haut, Milz, Leber und Knochenmark. 

Wie wird die Leishmaniose behandelt?
Bei rechtzeitiger Erkennung der Erkrankung ist eine Behandlung mit Medikamenten möglich. Diese sollte mindestens über zehn Tage erfolgen, eventuell sind auch Behandlungen über längere Zeit oder Wiederholungsbehandlungen notwendig.

Wie kann ich mich am besten vor der Erkrankung schützen?
Leider existiert keine Schutzimpfung. Die einzige Vorsorgemöglichkeit ist ein Schutz vor Insektenstichen.


Insektenstiche

Der beste Schutz gegen Insekten sind insektenabweisende Mittel. Abends und nachts empfiehlt es sich, helle Kleidung zu tragen, die Beine und Arme bedeckt. Kleine Kinder niemals unbeobachtet essen und trinken lassen!

Wer eine Wespe oder Biene versehentlich verschluckt, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit in den Rachen gestochen. Der Gestochene bekommt Panik, läuft Blau an und hat Luftnot, die durch das Anschwellen der Schleimhaut und die Verengung der Luftwege ausgelöst wird.

Beruhigen Sie den Betroffenen und kühlen Sie den Stich durch Lutschen von Eiswürfeln – nur bei ansprechbaren Personen und nicht bei kleinen Kindern. Bei zunehmender Atemnot: sofortiger Notruf!

Massenstiche

Darunter fallen Schwarmangriffe von Insekten, die 30 bis 40 Stiche hinterlassen. Eine allergische Reaktion geht mit Atemnot, Schwindel, Kopfschmerzen, Fieber und Schüttelfrost, Juckreiz, Übelkeit, Durchfall sowie einem roten Kopf einher. Hier gilt es, sofort den Notarzt zu rufen, da es sonst zu einem allergischen Schock kommen kann, der innerhalb von Minuten tödlich verlaufen könnte.


Quallen

Im Badeurlaub kommt es immer wieder zu schmerzhaften Begegnungen mit Feuerquallen. Die gefürchteten Tentakel der Quallen sind mit giftigen Nesselzellen besetzt, um sich so vor Angreifern zu schützen und ihre Beute zu betäuben.

Waschen Sie die betroffene Hautstelle auf keinen Fall mit Süßwasser ab. Denn dabei kann eventuell noch weiteres Gift freigesetzt werden! Beträufeln Sie den wunden Bereich mit Essig oder Zitronensaft oder Sie streuen Sand darauf und schaben die giftigen Partikel mit einem Messerrücken bzw. einer Plastikkarte ab. Auch Rasierschaum, der kurz einwirkt, bindet die Giftstoffe. Kälte-Packs oder ein antihistaminisches Gel lindern anschließend die Schmerzen. Bei Kopfschmerzen oder Schüttelfrost suchen Sie einen Arzt auf.