Welche Sportart passt zu mir?

„Ich hatte vom Feeling her ein gutes Gefühl“, sprach der jetzige Fußballexperte Andy Möller schon in seiner Zeit als Fußballprofi. Zugegeben, voluminöse Aussagekraft hatte dieser Ausspruch noch nie. Trifft aber dennoch den wichtigsten Punkt für den Sport, der zu einem passt. Aber was nur gibt einem persönlich dieses gute Gefühl?

Grundsatzfragen
Motivation ist alles. Wer auf längere Distanz Sport treiben möchte, ist gut beraten, nicht sofort in Aktion zu treten, sondern erst einmal in sich zu kehren. Und sich einige Fragen zu beantworten.

1. Frage: Warum will ich überhaupt Sport treiben?

Gute Gründe für das Warum sind die folgenden: das rein körperliche Gesundsein. Denn: Ohne Bewegung handeln sich die meisten von uns Übergewicht oder Herzprobleme ein. Zweiter Grund: das psychische Wohlbefinden – denn ohne Bewegung leidet man eher unter Depressionen.
Kurz gesagt: Wer sich für Bewegung keine Zeit nimmt, wird sich noch mehr Zeit für seine Krankheiten nehmen müssen. Die Grundmotivation wäre somit also geklärt: Sport zur eindeutigen Steigerung des Wohlbefindens.

Aber, die meisten kennen Dialoge wie diesen: Verstand: „Es wird mir nach der Anstrengung sehr gut gehen, ... ganz bestimmt!“, kontra Schweinehund: „Die Couch ist der einzig wahre Platz für unser Wohlbefinden. Lass uns hierbleiben ...“  Wie also schafft man es, dass die rein rationale Überlegung sich gegenüber dem inneren Schweinhund behaupten kann? Da gibt‘s nur eines: Spaß und Befriedigung.

Das führt zur 2. Frage, die schwieriger zu beantworten ist:

Was macht mir so viel Spaß, welcher Sport passt so gut zu mir, dass ich dabei bleiben werde? Welcher Sport-Typ bin ich?

Die Spur zur Antwort führt über zwei ganz grundsätzliche Zwischenfragen, beziehungsweise deren persönliche Beantwortung:

a) Freistil oder Gruppe?

Ein erster Hinweis auf die richtige Sportwahl ist, ob Ansagen wie: „Jeden Dienstag dann um 18:30 Uhr ...“ einen sofort in Schockstarre versetzen. Wem die Lust auf Sport vergeht, sobald er sich in ein zeitliches Korsett pressen muss – vielleicht auch, weil der Job es gar nicht zulässt – der sollte Sportarten wählen, die man spontan und allein ausüben kann: Training im Studio (wie Laufband oder Stepper), Nordic Walking, Joggen, Schwimmen etc. Für andere wiederum ist die Gruppe oder der Termin die einzige Möglichkeit sich aufzuraffen. Und eine wunderbare Motivation. Am liebsten, wenn es danach mit den Co-Sportlern und Co-Sportlerinnen noch auf ein Getränk in die nächste Bar geht.

b) Powerplay oder Fun?

„Freude“ im weitesten Sinne haben beide Typen, die hier gemeint sind. Der Unterschied ist folgender: „Powerplayer“, ob männlich oder weiblich, wollen sich regelmäßig wirklich auspowern, oft bis an die Belastungsgrenze. Sie brauchen genau das, um Stress abzubauen und nicht krank zu werden.
„Fun“-Typen hingegen empfinden die Idee des Auspowerns als viel zu ehrgeizig – und Ehrgeiz mag für sie in ihrer Tagesbeschäftigung (Ausbildung, Studium, Job etc.) wichtig sein, in der Freizeit ist er für sie aber völlig überflüssig.

Sind diese Grundsatzfragen einmal geklärt, kann man sich an die konkrete Auswahl begeben, um die eigene Ideal-Sportart zu ermitteln. Wir haben 4 Sportart-Typen ausgemacht. Wer sich darin wiederfindet – was mehr als wahrscheinlich ist – ist schon ganz nah dran.

Also: 3. Frage:
Welcher dieser Typen bin ich?

I. Teamplayer

Für sie bringt Sport mit anderen den nötigen Kick: sich gegenseitig anspornen, gemeinsam durchhalten.

Ideale Sportarten:
Fitnesstraining in der Gruppe, wie sämtliche Aerobic-Variationen. Für diejenigen, die zusätzlich noch gegen andere „kämpfen“ wollen: Ballsportarten wie Fußball, Tennis, Volleyball, Basketball, Squash. Wer hingegen zwar in der Gruppe sportiv sein will, aber mehr Wert auf den „Fun“-Aspekt und weniger auf Leistung legt, für den empfehlen sich alle Varianten von Tanz: Modern-, Jazz- oder Latin-Dance, Standardtanz oder auch „Disco“ bis in den frühen Morgen – oder die Mischung aus Fitness und Tanzen: Zumba.

 II. Body-Shaper

Das Größte für sie ist, wenn der eigene Körper Freude macht. Darum geht man mit ihm auch gern los und betreibt folgende ideale Sportarten:
Muskelstraffung und -aufbau durch Kraftgeräte, Hanteln oder Theraband. Und/oder Ausdauer für den Fettstoffwechsel: Joggen, Radfahren, Schwimmen, Walking. Ideal für Freistil-Typen.

III. Balance-Typ

Körper und Geist sind eine Einheit. Balance-Typen wissen das nicht nur, sie möchten es auch beim Sport erleben, oder können auf diese Weise sehr gut Stress abbauen.

Ideale Sportarten:
Yoga, Tai-Chi, Qigong, Tai-Chi-Aerobic oder auch Bogenschießen, Golf und im Winter Curling. Tanzen, siehe „Teamplayer“, ist auch für diesen harmoniebedürftigen Typ eine sehr gute Wahl.

IV. Naturliebhaber

Den meisten Spaß und die größte Befriedigung haben Naturfreunde und -Freundinnen bei allen Sportarten, die draußen stattfinden. Diese haben überdies den Vorteil, dass man Licht tankt, was die Produktion von Vitamin D anregt.

Ideale Sportarten:
Rudern, Joggen, (Berg-)Wandern, Nordic Walking, Radfahren.

Und wenn‘s nicht läuft ...
... zwischen der Sportart und Dir?

Zunächst einmal überlegen, was für Bewegungsarten man als Kind gern gemocht und gemacht hat. Wenn es beispielweise Seilspringen war, dann flugs ein Seil gekauft und losgehüpft – hier aber erst einmal langsam: gerade Hüpfen belastet die Gelenke. Die andere Variante: ganz viel ausprobieren. Bei einigen Anbietern gibt es Schnupperstunden. Und für viele Sportarten braucht man zunächst gar kein besonders umfangreiches Equipment.

Also: mal einfach loslaufen ...

 

Auszug aus dem Kundenmagazin ORANGE, Ausgabe Herbst 2012

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