I want to ride - Lieblingssport Radfahren

In dieser komplizierten Welt fällt es immer schwerer zu einer Sache bedingungslos Ja zu sagen. Eine erfreuliche Ausnahme: das Fahrrad. Eine Liebeserklärung!

Will man die Vorteile des Radfahrens auflisten, muss man über eine gute Kondition verfügen. Denn es gibt eine ganze Menge! Egal ob Mountainbike oder Hollandrad, egal ob Retrolook oder Singlespeed-Minimalismus - das gute alte Velo fährt weiterhin an der Spitze der Trendsports.

Gesund - schlank – entstresst

Als eure Krankenkasse sind wir natürlich besonders an gesundheitlichen Aspekten interessiert und da ist das Fahrrad für den Menschen ein unschätzbar wertvoller Verbündeter. Denn die positiven Effekte des Radfahrens für die Gesundheit sind so zahlreich wie der sprichwörtliche Sand am Meer: Beim Tritt in die Pedale wirft man unweigerlich seine "Pumpe" an. Bei jeder noch so kurzen Strecke werden die Lunge und die Atemwege sowie das Herz-Kreislauf- System trainiert. Der Blutdruck wird gesenkt und der Körper baut Cholesterin ab. Außerdem wird der Stoffwechsel angeregt, und die Gefahr für Rückenleiden verringert sich. In vielen Studien wurde bereits bewiesen, dass regelmäßige Bewegung das Krebsrisiko deutlich senkt. Die Liste ließe sich noch weiter fortführen. Die muskulösen Beine und eine gewisse Grundfitness sind weitere überzeugende Argumente für die Bewegung auf Zwei- Rädern. Fröhlich strampelnd schmelzen Fettpölsterchen, und der Alltagsstress löst sich in Wohlgefallen auf. Denn Radfahren macht Spaß! Die erlebte Geschwindigkeit löst ein ungeheures Freiheitsgefühl aus. Und gegenüber anderen Ausdauersportarten werden die Gelenke beim Radfahren entlastet, da das Rad das Körpergewicht trägt. All diese Gründe würden schon reichen, sich regelmäßiger aufs Rad zu schwingen. Doch es kommt noch besser.

Es gibt kein nachhaltigeres Fortbewegungsmittel

Neben den vielen Möglichkeiten das Fahrrad als Freizeit- und Sportgerät zu begreifen, bietet es sich besonders im Alltag an. Immer mehr Menschen legen innerstädtische Kurzstrecken mit dem Rad zurück. Das Auto stehen zu lassen, wirkt sich ungemein positiv auf die Ökobilanz aus. So trägt das Fahrrad dazu bei, den Herausforderungen des Klimawandels im 21. Jahrhundert zu begegnen. Sofern eine Stadt über gut ausgebaute Radwege verfügt, radelt man gut gelaunt am sich stauenden Berufsverkehr vorbei. Und selbst bei rollendem Verkehr ist man in der Stadt paradoxerweise oft schneller am Ziel. Dort angekommen ist ein Parkplatz im Nu gefunden. Und um einen Strafzettel zu bekommen, müsste man schon besonders kreativ werden. Um der Forderung nach einer besseren Infrastruktur für Fahrradfahrer Nachdruck zu verleihen, hat sich eine neue Bewegung formiert. In vielen deutschen Städten treffen sich neuerdings Anhänger der sogenannten Critical Mass. In einem Konvoi fahren sie dann durch die Stadt. In Hamburg waren es im Juni mindestens 3600 Fahrrad-Enthusiasten. Ihnen kommt beim Fahren im Konvoi ein Paragraph in der Straßenverkehrsordnung zugute: Durch diesen kann der ganze Fahrradschwarm selbst rote Ampeln passieren, vorausgesetzt der Kopf der Gruppe ist bei grün losgefahren. Auch wenn es nicht allen Verkehrsteilnehmern gefällt: Die geteilte Freude des gemeinsamen Radelns ist dabei eine phantastische und verbindende Erfahrung.

Sicherheit geht vor

Als Radfahrer muss man besonderen Wert auf seine Sicherheit legen. Schließlich sind Fahrradfahrer einem erhöhten Unfallrisiko ausgesetzt, und im Falle eines Unfalles ist die Knautschzone leider die eigene Kniescheibe. Neben einer rücksichtsvollen und vorausschauenden Fahrweise ist ein verkehrstüchtiges Fahrrad ein absolutes Muss. Dazu gehören in jedem Falle diverse Reflektoren, eine funktionierende Fahrradbeleuchtung und eine helltönende Klingel. Auch zwei voneinander unabhängige Bremsen können in Gefahrensituationen Leben retten. Wer selbst technisch nicht begabt ist, sollte einmal im Jahr die Verkehrssicherheit seines Rades in einer Fachwerkstatt überprüfen lassen.

Oben ohne?

Die Frage, ob man einen Helm tragen sollte, muss jeder Radler für sich selbst beantworten - denn in Deutschland besteht generell keine Helmpflicht für Radfahrer. Zwar ist es unstrittig, dass ein Helm vor schweren Kopfverletzungen schützen kann. Allerdings gibt es auch andere Stimmen: Bei unglücklichen Stürzen, so der Verkehrsforscher Gernot Sieg von der Universität Münster, kann ein Helm auch schaden, weil der Kopf in Einzelfällen noch stärker belastet wird. Doch gegen eine generelle Helmpflicht führt der Wissenschaftler vor allem wirtschaftliche Argumente ins Feld. Das Kernargument: eine gesetzliche Helmpflicht würde dazu führen, dass deutschlandweit 4,5 Prozent weniger geradelt würde. Dies hätte Umwelt- und Gesundheitskosten in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro pro Jahr zur Folge. Generell gilt: eine entspannte Radtour um den See birgt sicherlich ein anderes Risiko als ein Mountainbike-Downhill im Gebirge. Im Stadtverkehr ist ein Helm aus Sicht der meisten Experten aber durchaus ratsam. Die ruinierte Frisur ist in diesem Zusammenhang auf jeden Fall das kleinste Problem!

Quintessenz

Alles in allem lässt sich festhalten, dass das Fahrrad eine der genialsten Erfindungen der Menschheit schlechthin darstellt. Wem das etwas zu dick aufgetragen erscheint, der bedenke bitte Folgendes: das Fahrrad war das erste massentaugliche Verkehrsmittel für Individuen. In ärmeren Ländern erleichtert es das Leben der Menschen ungemein, z.B. um Wasser zu holen oder schlicht von A nach B zu kommen. In Indien gibt es die Fahrrad-Rikscha und in Ostafrika dominiert das Lastenfahrrad. In den entwickelteren Ländern hilft es lebenswertere Städte zu verwirklichen, ohne Smog und Feinstaubbelastung. Und in deinem ganz persönlichen Leben gelten die oben genannten Argumente. Es ist gesund, macht Spaß und schont die Umwelt. Um einen modernen Begriff zu verwenden: Ganzheitlicher geht nicht!

Unsere Tipps

Das richtige Sitzen ist natürlich die Grundvoraussetzung für unbeschwerten Fahrgenuss. Besonders wichtig: die perfekte Höhe des Sattels. Doch wie kann diese ermittelt werden?

Wir stellen euch drei bewährte Methoden vor:

• Die Hügi-Methode: Hierzu muss man barfuß seine normale Schrittlänge messen. Multipliziert man diesen Wert mit dem Faktor 0,885 erhält man die Sattelhöhe (gemessen von der Mitte des Tretlagers bis zur Oberkante des Sattels).

• Auch mit einem Winkelmesser, einem Goniometer, kann die richtige Sattelhöhe bestimmt werden. Der Fahrer sollte in der tiefsten Pedalstellung einen Kniewinkel zwischen 27 und 37 Grad haben.

• Am einfachsten ist wohl die sogenannte Fersen-Methode. Hierbei stellt der Fahrer im Sitzen seine Ferse auf das Pedal, welches sich am tiefsten Punkt befindet. Das Knie sollte dabei nun durchgedrückt sein.

Neben der richtigen Höhe des Sattels gibt es noch weitere Möglichkeiten, das Rad ideal an den eigenen Körper anzupassen. Das beginnt bei der Wahl der richtigen Rahmengröße, und endet bei der Sitzposition. So sitzen nach sportwissenschaftlichen Schätzungen die Hälfte aller Radfahrer zu aufrecht auf dem Drahtesel. Außerdem drücken die meisten ihre Arme zu sehr durch, was dazu führt, dass Stöße und Vibrationen direkt in den Körper weitergeleitet werden. Wer auf Nummer sicher gehen will, dem sei der Fahrradhändler seines Vertrauens ans Herz gelegt. Denn fachmännischer Rat ist in diesem Falle sicherlich alles andere als teuer!

Bei Unfällen kommt es oft vor, dass die Verletzten nicht bei Bewusstsein sind. In solchen Fällen können individuelle Informationen über die Opfer oft Leben retten! Das kann ganz klassisch geschehen, beispielsweise mit einem Anhänger, der einen Zettel mit den relevanten Daten beinhaltet. Oder man entscheidet sich für die moderneren, allerdings nicht völlig kostenlosen Varianten: wie Armbänder und Ringe aus Silikon, die mittels Laser beschriftet werden oder Smartphone-Apps, die Gesundheitsdaten speichern.

• Fahrradhelm-Ring oder Armband: z. B. von RSQ-ID

• Apps: je nach Geschmack und Modell sucht man im entsprechenden App-Store nach Schlagwort I.C.E. (in case of emergency) 

Auszug aus dem Kundenmagazin Orange, Ausgabe 2/2015

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