Hightech- Innovationen und Trends im Bereich Sportbekleidung

Mobiles Internet, MP3-Spieler, Computer so flach wie eine Tageszeitung - was vor 15 Jahren noch reine Zukunftsmusik war, gehört heute zur technologischen Grundausstattung. Auch im Spitzensport wird unermüdlich entwickelt und geforscht. Doch welche Neuerungen haben auch im Breitensport eine Chance? Die Reise geht dabei nicht nur nach vorn: Gerade im Bereich der Materialtechnik scheint sich die Branche auf "alte Werte" zu besinnen und entdeckt zum Beispiel Merinowolle wieder als wertvolles Ausgangsmaterial. Speziell für Freiluftsportarten kann Unterwäsche aus Merinowolle eine echte Alternative zur Kunstfaser sein. Sie nimmt Feuchtigkeit gut auf und leitet sie weiter. Dabei punktet sie gleichzeitig durch hervorragende Wärmeeigenschaften. Wolle wirkt außerdem von Natur aus antibakteriell und unterbindet so lästigen Schweißgeruch, der sich bei Funktionswäsche aus Kunstfasern gern einstellt. Allerdings, auch Merinowolle ist und bleibt Wolle, und bringt somit je nach Verarbeitungsart eben das Tragegefühl von Wolle mit sich. Empfindlichen Gemütern mag das zu kratzig ausfallen. Eine Verbesserung des Tragekomforts versprechen neue Verarbeitungstechniken: Dank "Bonding", einem speziellen Schweißverfahren für Nähte, entstehen fast ebene Oberflächen - nichts ziept, nichts reibt, nichts juckt. Weniger aufwändig, dafür aber längst Standard, sind Flachnähte, die ebenfalls für ein angenehmes Tragegefühl sorgen. Oder Nähte werden durch neuartige Strickverfahren komplett vermieden - das Kleidungsstück ist "aus einem Guss" und weist an strategisch wichtigen Stellen zusätzlich eingewebte Verstärkungen oder durch Webtechnik optimierte Dehnbarkeit auf.

Smart Textiles

Innovative Materialien dienen nicht nur der Bequemlichkeit des Sportlers, sie sollen außerdem leistungssteigernd wirken, Stichwort "Smart Textiles". Dass sich so etwas nicht immer durchsetzt, wird am Beispiel Schwimmsport deutlich. Vor wenigen Jahren sorgten neue Ganzkörperanzüge für Furore. Durch die Verwendung von Kunstharz bei der Herstellung wurden die Gleitfähigkeit sowie der Auftrieb der Schwimmer im Wasser verbessert. Seit 2010 gelten für den Internationalen Wettbewerb hier jedoch strenge Auflagen. Diese zuerst so gefeierte Innovation konnte sich weder im Leistungs- noch im Breitensport etablieren.

Compression Sportswear

Anders könnte es da der "Compression Sportswear" ergehen. Erinnert der deutsche Begriff "Kompressionswäsche" noch an Omis hautfarbene Stützstrümpfe, versprechen die Hersteller "physische und psychische Unterstützung", eine "bessere Haltung" und insgesamt eine Leistungssteigerung. Die Kompression des Gewebes soll für bessere Blutzirkulation, schnelleren Laktat-Abbau und größere Entfaltung der Muskelkraft sorgen. Ob dies tatsächlich zutrifft, ist durch unabhängige wissenschaftliche Studien noch nicht nachgewiesen.

Digitale Sportprodukte

Vielversprechend sind die Aussichten für Sportprodukte aus dem IT- und Entertainmentbereich. Der Handel bietet bereits Sportuhren mit GPS-Ausstattung an, die Zeit, Geschwindigkeit und Distanz aufzeichnen. Diese Daten können dann per USB-Anschluss auf den Rechner übertragen werden. Ein noch größeres Leistungsspektrum weisen sogenannte "autonome, tragbare Aktivitätssensoren" auf, die zusätzlich Art und Intensität der Bewegung messen und speichern und den daraus resultierenden Kalorienverbrauch berechnen. Über die Vernetzung mit dem eigenen Computer können dann auch noch Gewicht, Blutdruck- und Zuckerwerte in die Datenbank eingegeben werden, um dem Sportler so einen umfassenden Überblick über seinen aktuellen Fitnessstand zu geben. Eine schöne Spielerei für Musikfans: tragbare Mini-Lautsprechersysteme für Rad und Snowboardhelme mit iPod-Anschluss, die neben qualitativ hochwertigem Musikgenuss immer noch die Wahrnehmung der Umgebungsgeräusche ermöglichen. Keine Spielerei, sondern Technologie, die Leben retten kann: Skijacken mit RECCOSystem. Lawinenverschüttete Sportler können so schneller geortet werden. Da die eingearbeiteten Reflektoren keine Energieversorgung benötigen und somit relativ kostengünstig sind, sind sie mittelweile in Skioberbekleidung aller Preiskategorien eingearbeitet. Wichtige Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz allerdings ist, dass die örtlichen Rettungskräfte auch mit einem RECCO-Suchgerät ausgestattet sind. Im Alpengebiet ist dies bereits überwiegend der Fall.

 

Auszug aus dem Kundenmagazin ORANGE, Ausgabe Herbst 2012http://www.viactiv.de/e-paper/inform-1-2015/

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