Ab nach draußen! Outdoor- Sport im Winter

2 von 5 Befragten in Deutschland legen ihre sportlichen Aktivitäten im Winter auf Eis. Keine gute Idee. Denn Sport im Winter kann was:
Winter-Blues ade!

Hallo, gute Laune! Die Deutschen an sich betätigen sich gern sportlich. Auch draußen. Die Deutschen an sich sind aber auch wetterfühlig- diesen Schluss legen Umfrageergebnisse nahe, nach denen 2 von 5 Befragten im Winter die Sportschuhe an den Nagel hängen.

Dabei bringt gerade Outdoor-Sport im Winter neben den offensichtlichen positiven Effekten für Figur und Fitness weitere Vorteile mit sich: Durch den Wechsel von warmer und kalter Umgebungsluft wird das Immunsystem stärker gefordert -ähnlich wie in der Sauna oder bei einer Kneipp-Anwendung. Die Abwehrkräfte werden mobilisiert und aufgebaut. Sport an der frischen, kalten Luft hat praktisch einen "Impfeffekt" für den Organismus, der dadurch Erkältungskrankheiten und Infekte besser abwehren kann.

Darüber hinaus kann Sport in der freien Natur für gute Laune sorgen - vorausgesetzt, man verlegt seine Aktivitäten auf eine der wenigen Stunden am Tag, an denen es hell ist. Denn gerade in der dunklen Jahreszeit drohen "saisonalaffektive Störungen", besser bekannt als die gemeine Winterdepression, die sich gern durch Abgeschlagenheit, vermehrten Hunger auf Kohlenhydrate, Gewichtszunahme und gedrückte Stimmung bemerkbar macht. Körperliche Bewegung an Licht und Luft hat hier denselben Effekt wie die Lichttherapie oder die Einnahme von Vitamin-D Präparaten: Gute Laune, hallo! - Winter-Blues, ade!

Also, Sportschuhe anziehen und ab nach draußen! Wichtig dabei, egal ob sommers oder winters: das Aufwärmen. Bei Ausdauersportarten wie Jogging, Radfahren oder Skilanglauf reicht es aus, die ersten 10 Minuten in gemäßigtem Tempo anzugehen. Betreibt man allerdings eine Sportart bei der Koordination gefragt ist, wie z. B. Snowboardfahren, Fußballspielen oder Ski-Abfahrt, müssen zuvor unbedingt die Gelenke durch vorsichtige Dreh- und Rotationsbewegungen sowie leichte Dehnübungen mobilisiert werden.

Reichen im Sommer ein einfaches T-Shirt und Shorts aus, um Sport zu treiben, erfordert die Winterzeit ein etwas sorgfältigeres Vorgehen bei der Bekleidungswahl. Denn diese muss zur kalten Jahreszeit den Schweiß von der Haut abtransportieren, dabei gleichzeitig aber Wind, Kälte und Nässe abhalten. Diesen Anforderungen begegnet man am besten mit dem guten alten "Zwiebelprinzip": mehrere übereinander getragene Kleidungsschichten übernehmen verschiedene Funktionen. Dementsprechend müssen natürlich auch die Materialien ausgewählt werden: Als erste Schicht empfiehlt sich Funktions(unter)wäsche, wie sie z. B.Skifahrer schon seit langem tragen. Diese speziellen Fasern nehmen den Schweiß auf und leiten ihn weg von der Haut -im Gegensatz zu Baumwolle, die den Schweiß zwar absorbiert, aber danach nicht weitergibt.

Darüber folgt dann eine wärmende Kleidungsschicht, die das Auskühlen des Körpers verhindern soll. Dünne Fleecepullover können da sinnvoll sein. Als natürliche Alternative zu Fleece ist seit einiger Zeit Merinowolle wieder gefragt. Auch sie punktet durch geringes Gewicht und guten Tragekomfort, hat darüber hinaus aber noch den Vorteil, dass sie von Natur aus antibakteriell wirkt und somit lästigem Schweißgeruch entgegenwirkt.
Die oberste Kleidungsschicht hat die Aufgabe, Wind und Wetter abzuhalten, die Haut aber trotzdem noch atmen zu lassen. Auch hier empfehlen sich wieder Funktionsmaterialien, die speziell für eine solche "Mehrfachbelastung" entwickelt wurden -z. B. aus GORE-TEX oder SYMPATEX. Ganz wichtig bei niedrigen Temperaturen: Extremitäten warm halten! Fröstelt es um uns herum, will der Körper in erster Linie die inneren Organe warm und "überlebensfähig" halten. Das hat zur Folge, dass Kopf, Hände und Füße schnell kalt werden. Eine dünne Mütze oder ein Stirnband verhindern ein zu starkes Auskühlen des Kopfes und beugen so einer möglichen Erkältung vor. Denn kalte, schlecht durchblutete Schleimhäute sind für Infekte anfälliger. Gute Dienste kann hier auch ein Loopschal leisten, der je nach Bedarf sowohl um den Hals und über den Mund gezogen, aber auch auf dem Kopf getragen werden kann. Dünne Handschuhe sind im Winter ebenfalls Pflicht, gerade bei Sportarten wie Rad- oder Skifahren.
Besondere Aufmerksamkeit sollte man auch seiner Fußbekleidung widmen: Neben gut sitzenden, wärmenden Socken, ist ausreichend Profil an den Schuhen wichtig, denn auf nassen, rutschigen Oberflächen - im Winter eher die Regel als die Ausnahme - drohen sonst schnell schwere Stürze.

Schwarz macht schlank, sieht gut aus und liegt voll im Trend. In den Wintermonaten kommt schwarze Kleidung aber leider auch einer Tarnkappe gleich: Wer morgens vor oder abends nach der Arbeit, Schule oder Uni schnell noch ein paar Runden laufen oder fahren will, wird für andere Verkehrsteilnehmer mit einem solchen Outfit praktisch unsichtbar -egal, ob auf Straßen, Bürgersteigen oder Waldwegen. Manche Sportbekleidungshersteller haben hier schon mitgedacht und in ihr Wintersortiment reflektierende Materialien eingearbeitet. Doch auch hier zählt: Mehr kann auch mehr; jedes zusätzliche Reflektorenarmband, jeder weitere aufgenähte Leuchtstreifen dient augenblicklich der eigenen Sicherheit. Und das muss gar nicht viel kosten. Reflektierende Armbänder zum Beispiel sind im Handel bereits ab ca. 2 Euro zu haben, Sicherheitskragen für Erwachsene ab ca. 8 Euro. Und zur Not tut es auch die Warnweste aus dem eigenen Auto.

Der Kopf drückt, die Nase läuft und im Hals macht sich ein unangenehmes Kitzeln bemerkbar. Zeit, die Sportschuhe für ein paar Tage nicht an die Füße zu lassen.
Zwar schafft unser Körper es, in gesundem Zustand noch bei bis zu -15 °C die Atemluft ausreichend zu erwärmen. Doch sind die Atemwege bereits angeschlagen, wird bei erhöhter Pulsfrequenz oft nur noch durch den Mund eingeatmet. Die Luft kommt so zu schnell und unerwärmt in die Bronchien und Lungen - das Infektrisiko steigt weiter an, ein unangenehmer Reizhusten oder Schlimmeres können die Folge sein.

Auszug aus dem Kundenmagazin ORANGE, Ausgabe Winter 2012

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