Lässt sich Intelligenz erlernen?

Was ist Intelligenz? Warum haben Schachweltmeister oft nur einen durchschnittlichen IQ? Und: Intelligenztests lassen sich mit den richtigen Übungen doch leichter lösen! 

Der Intelligenztest ist die klassische Methode um zu testen, wie gut ein Mensch bestimmte Aufgaben zum Beispiel in den Bereichen Kombinatorik, Mathematik, räumliches Denken und Sprache lösen kann. Doch der Begriff Intelligenz ist dehnbar und demnach auch kaum zu definieren – ist jemand, der laut Intelligenztest einen IQ von 132 hat, aber in der Schule nur Vierer und Fünfer schreibt, trotzdem hochbegabt? Und ist jemand mit einem IQ von 115, der in derselben Schule nur Einser und Zweier schreibt, nicht wesentlich intelligenter? 

Jein – denn das Gehirn lernt gerne. Das Gehirn des Schülers mit einem höheren IQ benötigt nur weniger Energie, um Aufgaben aus einem Intelligenztest zu verstehen und zu lösen. Allerdings weist ein Schüler mit durchschnittlicher Intelligenz, aber überdurchschnittlichen Schulleistungen ähnliche Gehirnaktivitäten auf wie „Experten“.  

Der Grund hierfür sind unsere Synapsen im Gehirn. Aus neurobiologischer Sicht verändert sich durch Lernen die Stärke der Verbindung zwischen den Nervenzellen. Häufig verwendete Synapsen werden gestärkt, nicht genutzte werden eliminiert.  

Man kann sich dieses adaptive Netzwerk auch als Trampelpfade in einem Park im Winter vorstellen: In diesem Park liegen circa 30 cm Schnee und ein stetiger Wind sorgt dafür, dass die Fußspuren der einzelnen Spaziergänger wieder verwehen. Steht nun zum Beispiel ein Glühweinstand in der einen Ecke des Parks und eine Toilette in der anderen Ecke, so gehen viele Menschen zwischen beiden Stationen hin und her und eine gebrauchsabhängige Spur wird im Schnee sichtbar. 
Genauso verhält es sich in unserem Gehirn: Hier laufen elektrische Impulse über eine Verbindung (Synapsen) der Nervenzellen. Je mehr Impulse über eine Synapse laufen, desto besser funktioniert sie. 

Gehirnjogging boomt – seien es die Gedächtnis- und Intelligenztrainer im Zeitschriftenladen, Online-Trainer oder Computerspiele. 

Für Menschen, die dem Rätselraten gerne nachgehen, gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die Schlechte: Kein Training kann Menschen intelligenter machen. Die Gute: Durch stetiges Training lassen sich bestimmte Gedächtnisfunktionen (wir erinnern uns an die Spuren im Schnee aus dem vorigen Beispiel) sehr gut trainieren. Somit kann jeder bestimmte Aufgaben und Muster seinem Gehirn antrainieren und bei Intelligenzaufgaben besser abschneiden. 

Dasselbe gilt für Sudoku: Durch ständiges Sudoku-Spielen merkt sich das Gehirn bestimmte Lösungsmuster und der Spieler kann die Rätsel immer schneller lösen. 

Auf das Vorwissen kommt es an!

Das heißt, dass in einem gewissen Ausmaß weniger günstige Voraussetzungen kompensiert werden können. Belegt ist, dass Intelligenz an Bedeutung verliert, sobald Vorwissen einbezogen wird. Dies lässt sich gut an Schachspielern verdeutlichen: Spielt ein intelligenter Anfänger gegen einen weniger intelligenten Experten Schach, zeigt sich, dass der Anfänger trotz seiner Intelligenz schlechter im Spiel abschneidet als der weniger intelligente Experte.  

Bei Schulnoten sieht es ähnlich aus: Den größten Einfluss auf den Lernfortschritt hatte das verfügbare Wissen zu Beginn eines Schuljahres – weitgehend unabhängig von der Intelligenz. So ergab eine Studie, dass die Mathematikleistungen in der Klasse 11 eng mit denen in der Grundschule zusammenhingen – noch mehr als mit dem Intelligenzquotienten. Demnach sprechen die Ergebnisse dafür, dass man sich über längere Zeit mit mathematischen Problemen auseinandersetzen muss, um ein guter Mathematiker zu werden.  

Der Vorteil von intelligenten Kindern liegt darin, dass sie leichter lernen. Lernen sie nicht, werden sie mit der Zeit von weniger intelligenten Kindern abgehängt.  

Demnach ist es möglich, dass wir bei Aufgaben in den Bereichen Kombinatorik, Mathematik, Sprache etc. besser abschneiden, wenn wir unser Gehirn trainieren.

Probieren Sie es aus!

Machen Sie den Test: Wie intelligent sind Sie?
Einen guten Intelligenztest (Dauer ca. 1 Stunde) finden Sie auf der Internetseite der Süddeutschen Zeitung

Werden Sie noch besser bei Tests mit dem Gehirntrainer. 
Gute Gehirn- und Intelligenztrainer gibt es von P.M. im Zeitschriftenhandel. Sie können einige Denkspiele auch online testen – dafür müssen Sie sich allerdings unverbindlich anmelden

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