Pflegezeit für Berufstätige

Wird ein naher Verwandter zum Pflegefall, können Sie auch als Berufstätiger einspringen und die Pflege übernehmen. Bis zu sechs Monaten können Sie Ihrem Arbeitsplatz fern bleiben. Wir erläutern die gesetzlichen Rahmenbedingungen.

  • Pflegebedürftigkeit eines nahen Angehörigen
  • schriftliche Anmeldung der Pflegezeit beim Arbeitgeber
  • bei vorzeitiger Beendigung der Pflege müssen Sie Ihren Arbeitgeber umgehend informieren

Die für einen kürzeren Zeitraum in Anspruch genommene Pflegezeit kann bis zur Höchstdauer von sechs Monaten verlängert werden, wenn der Arbeitgeber zustimmt. Eine Verlängerung kann z. B. dann notwendig sein, wenn externes Pflegepersonal die Pflege zum vereinbarten Zeitpunkt nicht antreten kann.

Eine Sonderform ist die kurzzeitige Freistellung eines Arbeitnehmers für bis zu zehn Arbeitstage. Sie haben - unabhängig von der Betriebsgröße - einen Anspruch auf diese Freistellung. Diese sogenannte "kurzzeitige Arbeitsverhinderung" tritt bei einer unerwarteten Pflegesituation ein. In dieser Zeit kann z. B. die Pflege des Angehörigen organisiert werden. Die Dauer der Arbeitsverhinderung muss dem Arbeitgeber unverzüglich mitgeteilt werden. Er kann auch eine ärztliche Bescheinigung über die Notwendigkeit der Arbeitsverhinderung verlangen. Anspruch haben auch Personen, die einen sogenannten „Minijob“ – also eine Beschäftigung mit einem Entgelt von bis zu 450 Euro im Monat – ausüben.

Als Brutto-Leistung werden 90 % des ausgefallenen Nettoarbeitsentgeltes gezahlt. Das kalendertägliche Pflegeunterstützungsgeld darf 70 % der kalendertäglichen Beitragsbemessungsgrenze (2018 = 105,88 Euro) in der Krankenversicherung nicht übersteigen.

Vom Pflegeunterstützungsgeld werden Beiträge zur Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung gezahlt. Der Leistungsbezieher zahlt jeweils den halben Anteil, die Pflegekasse darüber hinaus aus 80 % des täglichen Bruttoentgeltes. Ausnahme ist der Minijob, hier zahlt die Pflegekasse die Beiträge allein.

Während der kurzzeitigen Arbeitsverhinderung und der Pflegezeit darf der Arbeitgeber in der Regel das Beschäftigungsverhältnis nicht kündigen.

Während der Pflegezeit sind Sie nicht automatisch krankenversichert. Besteht die Möglichkeit der Familienversicherung, müssen Sie diese wählen. Wenn kein Anspruch auf Familienversicherung besteht, müssen Sie sich während der Pflegezeit freiwillig oder privat versichern. Die Pflegekasse der zu pflegenden Person erstattet die Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung.

Während der Pflegezeit ist der Unfallversicherungsschutz automatisch sichergestellt.
Hierfür müssen Sie keinen separaten Vertrag abschließen. Der Versicherungsschutz ist beitragsfrei. Bei einem Unfall darf die Pflegeperson nicht vergessen anzugeben, dass sich der Unfall während der Pflegetätigkeit ereignet hat. Denn nur dann greift die Unfallversicherung.

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