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Denn genäht, das hat sie auch schon vor

Beginn ihrer Ausbildung: Sie ist „Cos-

playerin“ und fertigt in ihrer Freizeit mit

großer Liebe zum Detail Kostüme nach

dem Vorbild japanischer Manga-Comics

und Anime-Filme.

Mit diesen selbstgenähten Kreationen hat

sie sich auch vor zwei Jahren am Theater

beworben. Im Rahmen eines Probe-

Arbeitstags in der Abteilung gab es ein

„Vornähen“, wie Gewandmeisterin und

Ausbildungsleiterin Heike Nothers diesen

Teil des Auswahlverfahrens schmun-

zelnd umschreibt. Sie ist es auch, die

Marion morgens ihre Aufgaben für den

Tag zuteilt. Zu Beginn der Ausbildung

sind das eher Kleinigkeiten wie Knöpfe

annähen. Jetzt, im zweiten Lehrjahr, wird

Marion aber schon mit eigenen „Teilen“

beauftragt, die sie selbst anfertigen muss.

Neben Geschick an der Nähmaschine

gehört jede Menge Geduld dazu: „Gerade

am Anfang geht viel schief, da muss man

vieles wieder aufmachen und von vorne

beginnen“, lacht die gebürtige Gelsen-

kirchenerin. Denn, wie so oft im Leben:

Auch hier machen Übung und Erfah-

rung den Meister. Und so heißt es immer

wieder Nähte säubern und schließen,

bügeln, Bündchen zuschneiden, bis jeder

Handgriff sitzt.

Neben der Praxis gehört zur Ausbildung

natürlich auch die Theorie: Zweimal pro

Woche geht Marion zur Berufsschule

nach Düsseldorf. Auf dem Lehrplan

stehen dort neben den klassischen Fä-

chern wie Deutsch und Wirtschaft unter

anderem auch Faserkunde und Produkt-

technik. „Man braucht schon einiges an

Mathe, um zum Beispiel den Faltenfall

oder Stoffverbrauch für einen bestimmten

Schnitt auszurechnen“, findet sie. Für ihre

Zwischenprüfung im Mai des nächsten

Jahres sind aber auch ihre Fertigkeiten

an der Nähmaschine gefragt. Einen Rock

wird Marion dann in Eigenregie nähen

müssen – mit Reißverschluss, Schlitz,

Knopfloch, Bündchen, eben mit allem,

was dazu gehört. Mit dem Üben dafür

hat sie jetzt schon angefangen, wenn im

Betrieb zwischendurch mal etwas Luft ist.

Ihre Arbeitskolleginnen und Kollegen un-

terstützen sie dabei gern. Denn wenn man

jahrelang am Theater arbeitet und dabei

die verschiedensten Kostümentwürfe

Foto: Arnd Drifte

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leben