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Laktoseintoleranz – was ist das genau?
Bei der Laktoseintoleranz handelt es sich
um eine Nahrungsmittelunverträglichkeit,
keine Allergie. Sie ist deshalb auch nicht
zu verwechseln mit einer Kuhmilchaller-
gie, die andere Ursachen hat und wesent-
lich schwerwiegender sein kann. Was bei
einer Laktoseintoleranz den Darm vieler
Menschen überfordert, ist nicht die Milch
an sich, sondern nur der Milchzucker, Lak-
tose genannt. (Laktose-Intoleranz meint
also Milchzucker-Unverträglichkeit.)
Manchen Menschen fehlt, angeboren
oder erworben, das sogenannte Laktat, ein
Enzym im Körper. Dieses Laktat sitzt in der
Schleimhaut des Dünndarms und baut die
Laktose normalerweise ab, es spaltet den
Milchzucker auf in zwei Einfachzucker,
Galaktose und Glukose. Geschieht dies
nicht, marschiert die Laktose unverdaut
weiter in den Dickdarm, wo sie ganz und
gar nicht hingehört. Hier wird der Milch-
zucker dann nicht gespalten, sondern
verdaut, und es entstehen unter anderem
die Gase Kohlendioxid, Methan und Was-
serstoff. Die möglichen Folgen sind für die
Betroffenen vielzählig und eher unlustig:
Blähungen, Durchfall, Bauchkrämpfe,
Übelkeit. Uneindeutigere Symptome wie
Kopfschmerz oder Schwindel können
auch vorkommen, ebenso Müdigkeit oder
Depression. Je mehr Laktose man zu sich
nimmt, desto stärker werden die Sympto-
me. (Es gibt noch einige Symptome mehr,
die auf den angegebenen Internetseiten
zu finden sind. Auch der Wikipedia-Artikel
zur Laktoseintoleranz ist verständlich
geschrieben und bietet einen guten Aus-
gangspunkt, um sich klug zu machen.)
Wie erkennt man Laktoseintoleranz?
Wenn es häufiger einmal rumort im
Gedärm und man wissen möchte, ob
das vielleicht an Laktoseintoleranz liegt,
gibt es verschiedene Möglichkeiten, das
zu testen. Für zuhause bietet sich zualler-
erst einmal eine laktosefreie Diät an. Es
sollte circa zwei Wochen lang auf jegliche
Laktose verzichtet werden. Fühlt man
sich dann besser, hat man einen ersten
Hinweis. Man kann zur Sicherheit dann
einen Expositionstest hinterherschieben:
Der Körper wird der Laktose jetzt bewusst
ausgesetzt. Ungefähr 50 – 100 g Milch-
zucker in Pulverform in ein Glas Wasser
rühren und runter damit. Fühlt man
sich danach schlechter, hat man einen
weiteren Hinweis.
Foto: ©istockphoto.c0m/esemelwe, ©photocase.de/kallejipp
Echt unkuhl!
Die Symptome der Laktoseintoleranz sind unschön. Aber mindestens
genauso unangenehm sind die Versuche einiger Nahrungsmittelher-
steller, mit der Verunsicherung von Verbrauchern Geld zu verdienen.
Dieser Artikel klärt auf – das wird auch Euer Portemonnaie freuen.
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