ORANGE 3-2013 - page 12

Über die Kraft des Atems
Im Durchschnitt atmet der Mensch um
die 16 Mal pro Minute ein und aus. Bei
Aufregung, Stress oder Angst wird unsere
Atmung schneller und zumeist flacher,
damit sich auch die Herzfrequenz erhöht,
denn unser Atemzentrum schaltet auf
„Gefahr“ – und reagiert damit wie bereits
seit tausenden von Jahren. Dem Atem­
zentrum ist es egal, ob wir nun gerade
vor einem gefährlichen Tier flüchten
müssen oder auf einem Stuhl sitzen und
Angst vor der nächsten Klausur oder
Stress im Job haben. So gestresst erfolgen
bis zu 30 Atemzüge in der Minute. Die
Kraft des Atems liegt nun darin, dass
man diesen Vorgang auch umkehren
kann. Will sagen: Wer tief und ruhig
atmet, der kann sich gar nicht mehr
gestresst fühlen.
Von dieser Kraft zu profitieren ist relativ
einfach. Denn „richtig“ atmen können
wir eigentlich alle seit unserem ersten
Schrei nach der Geburt. Durch unser
stressiges „Hochleistungsleben“ haben
wir es jedoch meist schnell verlernt.
Ungesundes Atmen im Alltag
Wir sitzen viel, tragen enge Kleidung und
bewegen uns wenig. So werden Bauch
und Zwerchfell eingeschnürt, die Lunge
wird nicht ausreichend mit Luft gefüllt
und wir atmen zumeist nicht komplett
aus. Deutlich mehr als die Hälfte der
Menschen bei uns atmen falsch. Bei „Jetzt
einmal tief einatmen!“ nehmen die meis-
ten von uns die „Supermann-Haltung“
ein, also Brust raus, Bauch rein. Das ist die
für viele typische Atmung, die Brustat-
mung. So kann jedoch nur ein kleiner
Fotos: ©photocase.de/secretgarden/kallejipp
Wir tun es pausenlos. Ohne Unterlass. Ganz
von selbst. Daher kann man sich fast nicht vor-
stellen, dass man allein durch „richtiges“ Atmen
so viel erreichen kann: Ängste loswerden, tiefe
Entspannung finden oder sogar Energie tanken.
Wie das geht, erfahrt Ihr hier.
gelassen sein
Einatmen, ausatmen –
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gesund sein
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