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von uns ist bewusst, dass beispielsweise

ein Smartphone spätestens nach 2 – 3

Jahren veraltet ist. Technische Neue­

rungen kommen immer nur in kleinen

Schritten heraus (Salami-Taktik). Hinzu

kommt das Problem der „geplanten

Obsoleszenz“. Hinter diesem sperrigen

Begriff verbirgt sich die provokative

Annahme, die Hersteller würden ein

vorzeitiges Verfallsdatum in ihre Geräte

einbauen. Schließlich passiert es oft,

dass Kaffeemaschine oder Spielkonsole

schon kurz nach Ablauf der Garantiezeit

ihren Geist aufgeben. (Wer hat es nicht

selbst schon einmal erlebt?) Ob diese

Annahme zutrifft, lassen wir einmal

dahingestellt. Fest steht lediglich, dass

immer mehr Menschen quer durch

die Gesellschaft ein Interesse an alter­

nativen Lebensstilen entwickeln. Dem

Konsumkreislauf zu entkommen ist

dabei zumindest ein Anfang.

Globaldenken – lokalhandeln!

Dass die Hersteller von sich aus nun

Geräte mit längerer Halbwertszeit

entwickeln, die von interessierten Laien

leicht zu reparieren sind, ist wohl nicht

zu erwarten. Es liegt an den Verbrau­

chern selbst, qualitativ hochwertigere

und somit langlebigere Produkte einzu­

fordern. Damit ließe sich das Hamster­

rad der immer schnelleren Entsorgung

entschleunigen. In diesem Szenario

spielt der mündige Verbraucher die

Hauptrolle. Durch seine Kaufentschei­

dungen kann er Produktionsprozesse

erfolgreich beeinflussen. So kann man

täglich in seinem lokalen Umfeld auf glo­

bale Herausforderungen reagieren. Und

mal ehrlich: Anstatt auf Retro gestylte

Dinge zu erstehen, könnte man unser

Verlangen nach Nostalgie und schönem

Design am besten mit alten Dingen

befriedigen. Wenn sich dann auch noch

herumspricht, dass eine MP3 niemals die

Klangqualität einer Schallplatte errei­

chen wird … wer weiß? Vielleicht findet

der ein oder andere ja doch noch einen

alten, leicht lädierten Plattenspieler im

Keller, und bringt ihn wohin … genau,

ins nächste Repaircafé.

Fotos: ©photocase.de/suze; ©Repair Café Essen

Eine Hand hilft deranderen.

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ratsam