ORANGE 2-2014
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Textilsiegel, die zer-

tifizierte Kleidung

kennzeichnen

Billige Jeans, mit dem Leben bezahlt!

Nicht nur Giftstoffe können uns die Lust

am Shopping verderben. Die Arbeitsbe-

dingungen in vielen Billiglohnfabriken

im Ausland sind oft menschenunwürdig.

Baumängel und fehlende Sicherheits-

maßnahmen fordern immer wieder

zahlreiche Opfer. Im April 2013 starben

bei dem Einsturz einer Textilfabrik in

Bangladesch über 1.100 Menschen.

Sowohl davor als auch danach gab es eine

Reihe schwerer Unfälle und Brände. Und

auch einige Herstellungsverfahren enden

nicht selten tödlich. Jeans im Used-Look

beispielsweise erhalten ihr Aussehen

durch Sandstrahlen. Das permanente

Einatmen des dabei herumschwirrenden

Sandes führt bei den Arbeitern häufig zur

tödlichen Quarzstaublunge.

Geht das nicht auch anders? Natürlich!

Bei den üblichen Textilhandelsketten fin-

det man ein Angebot von nachhaltig fairer

und „sauberer“ Öko-Kleidung eher selten.

Und doch gibt es eine Menge Firmen,

die, vor allem über das Internet, genau

diese Kleidung verkaufen, die durch ein

bestimmtes Siegel gekennzeichnet ist.

Zwar besteht bei allen Siegeln noch Verbes-

serungsbedarf, aber zertifizierte Kleidung

ist schon ein großer Schritt in die richtige

Richtung. Vergleichbar mit Biosiegeln für

Lebensmittel müssen Naturtextilien aus

mindestens 95% Naturfasern bestehen,

70% davon aus biologischem Anbau. Die

meisten schädlichen Chemikalien sind

hier verboten. „Fair Ware“ und „Global

Organic Textile Standard“ (GOTS) stellen

sicher, dass unter menschenwürdigen

Bedingungen, umweltfreundlich und mit

pestizidfreien Stoffen hergestellt wird. Das

GOTS-Siegel steht zudem für Herstellung

ohne Kinder- oder Zwangsarbeit, aber mit

Arbeitsschutz und Mindestlöhnen. Das

„IVN BEST“-Zertifikat garantiert zusätzlich

Sozialstandards und existenzsichernde

Löhne für Anbau und Verarbeitung.

Da es viele Unterschiede bei den jeweili-

gen Siegeln gibt, lohnt es sich, diese auf

der Greenpeace-Website nachzulesen.

www.fair-zieht-an.de

oder

www.utopia.de

geben ebenfalls detailliert Auskunft und

bieten Infos rund ums Thema. Vor allem

findest Du dort lange Listen mit Shops, in

Foto: ©photocase.de/kallejipp; © shutterstock.com/grafvision

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