ORANGE 2-2014
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und Metallverarbeitung (die Werkzeuge

muss man als Forstwirt selbst schärfen)

sowie ein wenig Biologie (damit man

z. B. Nützlinge und Schädlinge erken-

nen, ein eventuelles Vorgehen gegen die

Schädlinge einleiten kann und zudem

ein wenig mit Tieren umzugehen lernt).

„Wenn man dann noch ein paar Schmet-

terlings- und Vogelarten kennt, kann das

auch nicht schaden“, ergänzt Sebastian

grinsend. Denn der Baumbestand in ei-

nem Wald nimmt ja auch Einfluss auf die

Insekten und damit auf die Vögel, die sich

von ihnen ernähren. Da ist es besonders

erfreulich, dass Sebastian Angestellter

in einem Revier der Stadt Duisburg ist –

denn hier hat man keinen allzu großen

Akkorddruck: „Wir müssen zwar auch auf

unsere Zahlen bei der Holzernte kom-

men, aber wir können uns den Luxus he-

rausnehmen und sagen: ‚Ah, hier brütet

ein Vogel. Den Baum lassen wir jetzt erst

mal stehen.‘“

Selbstverantwortung und Vielseitigkeit

Diese Art von Umsicht sollte man als Forst-

wirt schon mitbringen, genauso wie die

Lust darauf, eigenverantwortlich zu

arbeiten: „Toll an diesem Beruf ist einfach,

dass man auch selbst Entscheidungen

treffen muss – dafür hat man ja drei Jahre

gelernt. Der Revierleiter gibt zwar zum Bei-

spiel einen bestimmten Baum vor; wie der

gefällt wird, entscheide ich aber selbst, nach

bestimmten Parametern.“ So ganz allein ist

man dabei natürlich nicht: Fällarbeiten und

die Benutzung der Motorsäge erfordern

immer, dass man einen Kollegen dabei hat.

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leben