ORANGE 2-2013 - page 57

Vielleicht fährt der nächste Zug zum an-
gedachten Ziel erst in fünf Stunden, man
käme dann mitten in der Nacht am Ziel
an und könnte dort weder Hostel noch
Hotel aufsuchen. Vielleicht ist auch noch
das Wetter vor den Türen des Bahnhofs,
auf dem man steht, miserabel. Man möch-
te weder warten noch im Regen herum-
laufen und überlegt: Sollen wir (oder:
ich) einfach woanders hinfahren? In einer
halben Stunde fährt ein Zug, zwar deutlich
weiter nach Südenwesten als der zunächst
ausgesuchte, aber in diese Zielstadt wollte
man auch immer schon einmal. Über-
legt – entschieden! Und: einfach in den
Handy dabei. Statt online organisiert man
seine Route mithilfe eines Buchs – ja,
das geht; tatsächlich sogar besser als per
Internet oder App.
Jein. Also: Nein.
Das Gefühl der „Langeweile“ des Regio-
nalexpress-Zuckelns ändert sich bereits
mit dem ersten Wechsel in einen ausländi-
schen Zug, mit dem Wechsel der vorüber-
ziehenden Umgebung. Spätestens, wenn
der erste Zug unter „Fahrzeitverzögerung“
leidet und der ausgesuchte Anschlusszug
schon weg ist, versteht man dann, was
„abenteuerlich“ ist an InterRail-Urlauben.
weg sein
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