ORANGE 2-2013 - page 56

Was für ein Gefühl. Man steht auf dem
langweiligen Bahnhof seiner Heimatstadt,
neben sich ein Rucksack. Der Regional-
express kommt, man steigt ein, wuchtet
seinen Rucksack in die Sitzecke, der
„Express“ zuckelt los. Dann stellt sich
langsam die Frage ein: DAS ist jetzt also
der Anfang des angeblich so aufregen-
den Urlaubserlebnisses? Es gibt keine
beeindruckende Schalterhalle, kein Gate,
keinen Sicherheitscheck wie an großen
Flughäfen. Man muss sein Gepäck nicht
aufgeben. Alles, was auf den Urlaub
hindeutet, ist der Rucksack zwischen den
Knien. Der ist zwar höher, jedoch auch
nicht allzu viel größer als der, den man
vor ein paar Wochen zum mehrtägigen
Freundesbesuch in Berlin dabeihatte.
Und das ist jetzt alles?
Jein. Also: Ja.
Man hat für die nächsten 30 Tage nur
die Dinge, die man auch selber stemmen
und – je nach Route und Übernachtungs-
ort – einige tausend Meter weit tragen
kann. Wer Kosten sparen und sich bei Ver-
lust und Diebstahl die Urlaubsstimmung
nicht komplett verderben will, hat anstelle
des Smartphones ein einfaches (altes)
Fotos: ©photocase.de/currantbun, rolleyes, Rein Van Oyen
1 Monat, 1 Rucksack –
1 Ticket: InterRail
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weg sein
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