ORANGE 1-2015
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Hier macht Einkaufen Spaß: „original unverpackt“ in Berlin

Plastik zu vermeiden. Das dachten wir von

der ORANGE-Redaktion auch und sind

losgezogen, um Lebensmittel ohne Verpa-

ckung zu kaufen.

Lebensmittel ohne Verpackung?

Nach kurzer Überlegung schieden die

Discounter aus: Dort gibt es außer Gemü-

se, Obst und Pflanzen so gut wie nichts zu

erwerben, das ohne mehr oder minder

aufwändige Verpackung daherkommt.

Also – ausgestattet mit wiederverwertbaren

Plastikboxen – ab in einen Supermarkt,

einen Biosupermarkt, jeweils mit Frische-

theke, und zu einem Metzger.

„Könnten Sie mir das direkt in meine Box

packen?“, lautete jeweils die Frage, nach-

dem die Wurst- oder Käsebestellung aufge-

geben war. Und ab diesem Punkt variierte

der Fortgang, je nach Geschäft: a) „Nein,

das geht nicht. Ihre Verpackung darf

aus hygienischen Gründen nicht in den

Thekenbereich“. b) Gleiche Begründung

wie bei a, aber die Ware (hier Fleischwurst)

wurde über die Theke gereicht, sodass wir

sie direkt in unsere Box packen konnten.

Zuvor war sie jedoch auf einer Folie, die

danach direkt in den Müll wanderte,

gewogen worden. c) Die eigene Verpa-

ckung wurde entgegengenommen und –

mit einer Plastikfolie als Unterlage – zum

Wiegen direkt auf der Waage platziert.

So weit unsere gar nicht so schlechte

Erfahrung – die natürlich nicht repräsen-

tativ ist. Plastikfolien fielen in unserem

Beispiel aber trotzdem immer an.

Lebensmittel ohne Verpackung!

Probiert es doch einmal selbst! Die

Verkäuferinnen in unserem kleinen Feld­

versuch waren nicht genervt, sondern eher

ein wenig zerknirscht darüber, dass sie

ratsam

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