ORANGE 1-2015
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Ein paar Zahlen gefällig?

Unser Müll ist ein Problem. 492 kg Abfall

fielen durchschnittlich pro EU-Bürger im

Jahr 2012 an, wie das Statistische Bundes-

amt (Deutschland) und Eurostat (Statistik­

amt der Europäischen Union) mitteilen.

Der Durchschnitt pro Einwohner in

Deutschland liegt höher, nämlich bei

611 kg pro Kopf. Noch höhere Werte gab

es nur in Luxemburg (662 kg), Zypern

(663 kg)und Dänemark (668 kg). Viel

weniger hingegen ist es in den östlichen

Staaten der EU: auf lediglich 310 kg Abfall

pro Jahr kommt zum Beispiel der durch-

schnittliche Bewohner Estlands. Man muss

gar nicht gut rechnen können – Estlän-

der und Estländerinnen verursachen im

Durchschnitt beinahe nur die Hälfte an

Müll im Vergleich zu uns Deutschen.

Sag mir, wo der Müll hin ist

In Deutschland landet lobenswerter-

weise kein (0 Prozent!) Müll mehr auf

Deponien. Immerhin 35 Prozent unseres

Abfalls – also um die 210 kg pro Kopf und

Jahr – müssen jedoch verbrannt werden,

da sie nicht recycelt werden (können).

Dass beim Verbrennen potentiell gesund-

heitsschädliche Abgase entstehen, ist klar.

Auch die Aschen und Schlacken, die beim

Verbrennungsprozess übrig bleiben, müs-

sen irgendwohin, ebenso die Stäube aus

den Filtern der Verbrennungsanlagen –

einiges davon wird, wie „atomarer Müll“,

in Salzbergwerken eingelagert.

Aber, wir recyceln doch!?

Ja, das ist gut: Deutschland ist europäischer

Recycling-Meister und recycelte im Jahr

2012 ganze 47 Prozent seines Abfalls und

kompostierte sogar 18 Prozent.

Aber irgendwie ist es dann doch nur

halbgut: Denn dass etwas in der gelben

Tonne landet, bedeutet noch lange nicht,

dass daraus neue Gegenstände, zum

Beispiel Blumentöpfe oder Parkbänke,

entstehen. Entweder macht das ökologisch

keinen Sinn (weil in puncto Parkbank

zum Beispiel Holz viel klimafreundlicher

wäre) oder der jeweilige Inhalt aus dem

gelben Sack ist für die Neuherstellung von

Plastik gar nicht geeignet. Und so wird der

Foto: ©photocase.de/ KONG, kallejipp

Müllvermeidung

oder: weniger ist mehr

Mist, Unrat, Ausschuss, Rest, Überbleibsel – Müll. Egal, wie man

es nennt, es ist ein Problem. Zum einen, weil wir gar nicht wissen,

wohin mit dem ganzen Zeug, ohne der Umwelt zu schaden. Zum

anderen, weil wir zu viele wichtige Rohstoffe verbrauchen. Was tun?

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